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Thema Fachkräfte: „Arbeitgeber müssen werben und sich zeigen“

12.09.2014 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Wunscharbeitgeber werden und bleiben“ war die Überschrift des Fachvortrags von Ulrike Heitzer-Priem. Sie hatte nicht nur Zahlen und Fakten sondern auch praktische Tipps dazu, wie und wo zukünftige Fachkräfte zu finden sein könnten. Fotos: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.

Tipps für Unternehmer bei der Azubi-Suche und beim Suchen, Finden und Halten von Fachkräften

Nach vierjähriger Laufzeit beendet die Vogelsberg Consult GmbH das Modellprojekt zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses „Fit² - Stärkung von KMU“. Herausgekommen sind unter anderem drei Broschüren mit Leitfäden, Checklisten, Praxistipps und Lernmaterialien, die allesamt „mit Unternehmen gemeinsam zur Praxisreife gebracht und handhabbar gemacht wurden“. Thomas Schaumberg, Geschäftsführer der Vogelsberg Consult GmbH, dankte seinem Team und der wissenschaftlichen Begleitung für die gemeinsame Arbeit am Thema Fachkräftemangel – „und dieses Thema steht nicht plötzlich vor der Tür sondern zeichnete sich schon lange ab“. Das gelte auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

„Betriebliche Ausbildungsverhältnisse sollen auch unter schwierigeren Bedingungen seitens der Bewerberinnen und Bewerber eingegangen und zum erfolgreichen Abschluss geführt werden können – das war unsere Zielsetzung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“, fasste Harald Finke, Projektleiter bei der Vogelsberg Consult GmbH, zusammen. Damit jeder Betrieb – ob Kleinstunternehmer oder mittelgroßes Unternehmen – praktikable Lösungsansätze findet, wurden in den vergangenen drei Jahren rund 190 Personalverantwortliche, Ausbilderinnen und Ausbilder, in die Entwicklung der Leitfäden einbezogen. Dabei kam beispielsweise heraus, dass sich die Unternehmen bei der Recherche und Auswahl von Jugendlichen, bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen und im Bereich der Nachhilfe Unterstützung wünschten.

Auch begleitete Firmenpräsentationen in Schulen wurden durchgeführt um festzustellen „wo bei den Schülern die Augen auf und der Mund zugehen, was interessiert und was nicht“, so Finke weiter. Ein Praxistipp daraus: Langatmige Präsentationen der Unternehmensgeschichte interessieren eher weniger. Lieber ein Mix aus Video, Erzählen und Zeigen der konkreten Tätigkeit und der Produkte, sofern das möglich ist.

Vom richtigen Auftreten und erfolgreichen „Für-sich-werben“ handelte auch der Fachvortrag von Ulrike Heitzer-Priem. Die Projektleiterin im Fachbereich Fachkräfte des RKW-Kompetenzzentrums informierte die Personalverantwortlichen im Raum darüber, wie sie zum Wunscharbeitgeber werden und attraktiv für Fachkräfte werden und bleiben. „Wunscharbeitgeber richten ihre Personalpolitik an den strategischen Zielen aus und bleiben so auch in Zukunft wettbewerbsfähig. Sie schaffen attraktive Arbeitsbedingungen, die Beruf und Privatleben vereinbar machen und die ihren Mitarbeitern in jeder Lebensphase Entwicklung erlauben“, so die Referentin.

„Attraktive und erfolgreiche Arbeitgeber achten auf die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen über die gesamte Erwerbsbiografie hinweg, und sie gestalten ihre Führung mitarbeiterorientiert und kommunikativ, weil sie wissen, dass ihre Führungskräfte ganz entscheidend beeinflussen, ob Mitarbeiter motiviert sind oder nicht.“ Fachkräfte im Betrieb halten sei das eine Thema – zukünftige Fachkräfte finden das andere. Fachkräfte binden sei wichtig, weil sie schlichtweg knapper werden und nicht besetzte Fachkräftestellen das Unternehmen teuer zu stehen kommen. „Für die hausinternen Spezialisten also immer rechtzeitig die Nachfolge planen“, rät die Fachfrau.

Zum Fachkräfte-Finden gebe es einige Potenziale, die oft noch nicht ausreichend genutzt würden: Das Fachkräftepotenzial Frauen beispielsweise, „fragen Sie sich einmal, wieweit könnten Fachkräfte auch weiblich sein und heißt Führungskraft gleichzeitig Vollzeitanwesenheit“? Weiterhin gebe es das Fachkräftepotenzial Migranten, das der Studien- oder Ausbildungsabbrecher, das Potenzial der Fachkräfte aus dem Ausland und die Fachkräfte mit Behinderung – überall komme es darauf an, die jeweiligen Kompetenzen anzuschauen und mit den Aufgaben abzugleichen.

Ganz wichtig sei aber das Selbstmarketing. „Sie müssen sich zeigen, für sich werben“, betonte die Referentin mehrfach. Dazu gehöre ein guter Internetauftritt, auch eine sichtbare Beschriftung auf den Autos, das zeigen der Berufe im Unternehmen, der Besuch von Messen und das Ausnutzen sämtlicher Suchkanäle – am erfolgreichsten seien dabei Praktika und Empfehlungen.

Die Broschüren „Fit für die Azubi-Akquise an Schulen“, „Fit für die Recherche und Auswahl geeigneter Jugendlicher“ und „Fit für den Umgang mit schwierigen Ausbildungssituationen“ sind bei der Vogelsberg Consult GmbH erhältlich, info(at)vogelsberg-consult.de.

Harald Finke (Vogelsberg Consult GmbH) stellte Verlauf und Ergebnisse des Projekts „Fit² - Stärkung von KMU“ vor.

Möglichkeiten der Azubi-Akquise an den Schulen...