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Sehr gute Noten für den Öko-Betrieb „Staatsdomäne Selgenhof“ Ulrichstein

20.08.2014 Von: Dieter Graulich

Ministerin Prisca Hinz bei der Besichtigung der Gutsmolkerei - Karsten Tümmler und Thilo Junge (v.l.) erläutern die Verarbeitung der Frischmilch. Foto: Dieter Graulich

Landwirtschaftsministerin Hinz informierte sich auf dem Bioland-Betrieb

Das Ergebnis für den Bioland-Betrieb „Staatsdomäne Selgenhof“ bei Ulrichstein war nach einer knapp zweistündigen Betriebsbesichtigung durch Hessens Landwirtschaftsministerin Prisca Hinz äußerst positiv. „Mein Eindruck ist sehr gut. Der Bioland Betrieb wird vorbildlich geführt. Der Betreiber Karsten Tümmler kümmert sich sehr um das Tierwohl“, so die Staatsministerin nach dem Rundgang. Die Tiere könnten in einem Boxenlaufstall laufen und liegen und hätten zudem noch Weidegang.

Genau dies liege dem Verbraucher am Herzen, denn Konsumentinnen und Konsumenten setzten bei ihrer Ernährung mittlerweile immer mehr auch auf Biolebensmittel aus ökologischem Land- und Gartenbau, der eine besonders umweltschonende und nachhaltige Landbewirtschaftung anstrebe. Im Koalitionsvertrag „Verlässlich gestalten, Perspektiven eröffnen“ zwischen CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Hessen für die Legislaturperiode 2014 bis 2019 seien die besonderen Leistungen der ökologischen Landwirtschaft für Natur und Umwelt anerkannt worden, darauf wies die Ministerin bei einem anschließenden Pressegespräch hin.

Für CDU und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sei es ein Ansporn, dass Hessen mit 11 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche schon heute zu den führenden deutschen Flächenländern bei der ökologischen Nutzung der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) zähle. Um den Anteil der ökologischen Landwirtschaft weiter stetig zu erhöhen, solle der Ökolandbau verlässlich und dauerhaft gefördert werden.

Dazu solle der Ökoaktionsplan beitragen. Er solle Vertriebs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen stärken und eine Informations- und Motivationskampagne auflegen. Ziel sei es dabei, den Anteil von hessischen Bioprodukten im heimischen Markt deutlich zu steigern. Die im Ökoaktionsplan dargelegten Fördermöglichkeiten, die übrigens in weiten Teilen auch alle konventionellen landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen ansprechen, sollen den Marktanteil bei regional und ökologisch erzeugten Lebensmitteln erhöhen, damit sie nicht an den Import verloren gehen.

Ziel: Nachfrage nach Öko-Lebensmittel in Hessen aus regionaler Produktion befriedigen

Als besonders wichtige Produkte seien die ackerbaulichen Erzeugnisse sowie Obst und Gemüse erkennbar. Um deren Anteil aus regionaler Produktion zu steigern bedürfe es weiterer Aktivitäten, um die Umstellungs- und Investitionsbereitschaft über das Niveau der Vorjahre anzuheben. Die Einzelaspekte des Ökoaktionsplans gingen aber auch über eine rein finanzielle Förderung hinaus. So sollen die Rahmenbedingungen für die Vermarktung, die Produktion und den Vertrieb von ökologisch produzierten Lebensmitteln verbessert werden.

„Es kann nicht angehen, dass wir in Hessen die große Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln nicht einmal annähernd aus lokaler oder regionaler Produktion abdecken können. Diese Lücke wollen wir beginnen zu schließen“, betonte Priska Hinz. Hier liege ein riesiges Marktpotential, von dem hessische Landwirte profitieren könnten, das bisher aber brach liege. „Zurzeit muss sehr viel hessisches Biofleisch zum Beispiel in die konventionelle Schlachtung. Das kann nicht Sinn der Sache sein und hier wollen wir etwas ändern. Auch für die Klimabilanz von Bio-Produkten ist es sicherlich nicht förderlich, wenn wir sie aus der EU, aus Drittländern oder anderen Regionen Deutschlands nach Hessen importieren müssen.“ Die Nachfrage besonders im Ballungsgebiet Rhein-Main müsse noch besser mit hessischen Angeboten abgedeckt werden.

Zu Beginn ihrer Stippvisite im Rahmen der Sommertour 2014 hatte Ministerin Hinz die Gutsmolkerei besichtigt. Hier wird seit 1998 in handwerklicher Tradition die Biomilch direkt auf dem Selgenhof zu einem kleinen Frischesortiment verarbeitet. Es werde ausschließlich die Milch von den eigenen Kühen verarbeitet, betonte Thilo Junge bei dem Rundgang. Tagesfrisch werde die Milch direkt vom Stall in die Molkerei übernommen und dort verarbeitet und an rund 2000 Haushalte, 70 Kindergärten, 50 Lebensmittelgeschäfte, Konditoreien und Gastronomen geliefert. Zu dem Biolandbetrieb selbst war zu hören, dass etwa 250 ha Grünland, davon 38 ha mit naturschutzfachlicher Sonderleistung (erste Nutzung nach dem 1. Juli) und 50 Hektar Acker/Kleegras bewirtschaftet würden. Der Viehbesatz liege bei 170 Milchkühen und 130 Stück Jungvieh der Rasse Angler Rotvieh. Die Kühe seien behornt und die Milchleistung liege bei 5700 kg (4,7 Prozent Fett, 3,5 Prozent Eiweiß). Dank des großen Anteils an arrondierten Flächen hätten die Kühe und das Jungvieh im Sommer stets Weidegang.