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Landrat Marx kritisiert Bahn AG wegen Güterverkehr

20.09.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Landrat Marx übt scharfe

 

Kritik an der Bahn AG

"Frachtverkehr auf der Vogelsbergbahn muss möglich bleiben"

VOGELSBERGKREIS ( ). "Die Herabstufung der Vogelsbergbahn im Güterbereich ist ein schwerer Schlag gegen unsere Bemühungen, die Wirtschaftskraft unserer Region zu stärken und gleichzeitig ökologischen Anforderungen gerecht zu werden." Dies erklärt Landrat Rudolf Marx zur Einschränkung des Frachtverkehrs auf der wichtigen Verbindung zwischen Fulda und Gießen, die nicht nur für den öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch für die heimische Holzwirtschaft von herausragender Bedeutung ist. 25.000 Tonnen Rundholz werden jährlich auf dieser Strecke per Bahn transportiert. Weil die Bahn AG einige Brückenbauwerke nicht saniert, wurde nun mitgeteilt, dass die Waggons um fast ein Fünftel leichter beladen werden müssen, was zu erheblichen Kostensteigerung führt. Die heimische Holzwirtschaft müsse nun erwägen, so der Landrat, die gesamte Fracht von der Schiene auf die Straße zu verlagern, was aus Umweltgründen und auf Grund der Belastung der Bevölkerung dringend vermieden werden sollte.

Bereits mehrfach hat sich Landrat Marx an die Bahn AG gewandt und sie aufgefordert, den berechtigten Interessen des ländlichen Raumes, seiner Menschen und den wirtschaftlich Handelnden Rechnung zu tragen. Marx sieht es als schlimm an, dass in Zeiten, wo über die Verlagerung des Verkehrs vom Lkw auf die Schiene aus ökologischen Gründen zu Recht diskutiert werde, hier die heimischen Unternehmen gezwungen werden sollen, den umgekehrten Weg zu gehen. "12.000 schwere Langholztransporter vor allem auf den Bundesstraßen 254 und 275 wären ein viel zu hoher Preis für die verkehrte Politik der Bahn AG", unterstreicht der Landrat in seiner Presseerklärung.

Aus struktur- und regionalpolitischen Gründen sei die Vogelsbergbahn für den Vogelsbergkreis unverzichtbar. Die großen Anstrengungen zur Sicherung dieser Strecke im ÖPNV-Bereich dürften nicht durch das Handeln der Bahn AG konterkariert werden. Der zu erwartende Umsatzrückgang im Güterverkehrsbereich durch Transportverlagerungen auf die Straße werde die Rentabilität der Strecke weiter verringern. Den Rückzug der Bahn AG aus der Fläche werde die regionale Politik über alle Parteigrenzen hinweg nicht hinnehmen.