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Exkursion mit Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser - Kerngebiete des Naturschutzgroßprojektes besichtigt

01.08.2014 Von: Dieter Graulich

Projektleiter Joachim Schönfeld bei der Einweisung am Hühnerkippel. Fotos: Dieter Graulich

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), die beiden Vogelsberger Landtagsabgeordneten Eva Goldbach und Kurt Wiegel, Landrat Manfred Görig und Mitglieder des Vorstandes des Verein Natur- und Lebensraum Vogelsberg, Bürgermeister Sebastian Stang sowie Projektleiter Joachim Schönfeld starteten am Mittwochnachmittag zu einer Exkursion in einzelne Kerngebiete des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg.

Vom Treffpunkt in Herchenhain fuhr die Gruppe zunächst zum Kerngebiet K 3.1, Auf dem Hühnerkippel bei Herchenhain. Hier stellten Projektleiter Joachim Schönfeld und Dr. Benjamin Hill sowie Wolfgang Wagner vom Planungsbüro die Maßnahmenplanung in Bergmähwiesen vor. Auf der besichtigten Fläche soll in der Umsetzungsphase die Wiederherstellung von artenreichem Grünland auf verbrachten und unternutzen, auf verbuschten und in verarmten entwicklungsfähigen Beständen erfolgen.

Das Gebiet hat eine Gesamtfläche von 5,45 Hektar und liegt in einer Höhe von 610 bis 655 Meter über NN. Schönfeld wies dabei darauf hin, dass es für jedes Gebiet sogenannte „Fördersteckbriefe“ gebe in denen Lage, Kurzcharakterisierung des Förderraums, Naturräumliche Grundlagen und Schutzstatus, Bestand inklusive Bewertung, Qualitätsmerkmale, Gefährdung und Beeinträchtigungen, Gesamtbewertung des Förderraums und die Zielorientierte Schwerpunkte der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen aufgezeichnet seien.

Der zweite Exkursionspunkt lag im Oberwald am Grebenhainer Berg. Schottens Forstamtsleiter Dr. Berndt Ott betonte, dass dieser Förderraum der Anteil des Forstes am Naturschutzgroßprojekt sei. Die Gesamtgröße der Prozessschutzflächen bezifferte er mit 297 Hektar Staatswald. Zur Struktur des Landes- und Bundeswaldes am Grebenhainer Berg war zu hören, dass dieser aus Buchen und den Edellaubhölzern Esche und Bergahorn bestehe. Das Alter der Bestände liege zwischen 154 und 210 Jahren. Im Gebiet seien Altbestände, Quellbereiche, sehr viel Totholz (10 Kubikmeter pro Hektar), viele Horst- und Höhlenbäume aber insgesamt ein gepflegter, wertvoller Wirtschaftswald vorhanden.

Dr. Ott wies bei einem kleinen Rundgang auf insgesamt 9.000 Habitatbäume im Forstamtsbereich hin. Das Schottener Forstamt habe außerdem zwei Patenprojekte mit Luchs und Rotmilan laufen. Hierzu seien Horstschutzzonen von 100 bis 300 Meter und Schonfristen bei der Holzwerbung von Mai bis August eingerichtet. Der Hauptanteil (94,58 Prozent) des Förderraumes gehört nach Aussagen von Dr. Ott zum FFH-Gebiet „Hoher Vogelsberg“ und 99,66 Prozent zum Vogelschutzgebiet Vogelsberg. Als einige Ersteinrichtungen für den Artenschutz nannte er die Schaffung von Habitatstrukturen für Tierarten durch den Rückbau von Waldwegekreuzungen, Schaffung von Lichtungen an Fließgewässern, Lichtungen an Teichen sollten vergrößert und Tümpel angelegt werden, um Nahrungshabitate für den Schwarzstorch zu schaffen.

Staatssekretärin Dr. Tappeser dankte abschließend für diese sehr lehrreiche Führung. Im Anschluss nahm sie noch an der Hauptversammlung des Verein Natur- und Lebensraum Vogelsberg in der Kulturscheune „Zum Wilden Mann“ in Bermuthshain teil. Dieter Graulich

Dr. Berndt Ott informiert Landrat Manfred Görig und Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser über die Prozessschutzflächen am Grebenhainer Berg