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Runder Tisch Informationstechnologie bei Landrat Marx

11.09.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Marx: Wegweisende Diskussion über

moderne Informationstechnologie

Vertreter von Wirtschaft und Schulen auf

Einladung des Landrats zu Gast im Kreishaus

VOGELSBERGKREIS ( ). Landrat Rudolf Marx hatte ein Dutzend Vertreter aus Wirtschaft und Schule ins Lauterbacher Kreishaus eingeladen, um die Bedingungen für die Zukunftssicherung in den Berufen der Informationstechnologie (IT) zu bewerten. "Es war eine fruchtbare Diskussion", fasste der Verwaltungschef nach knapp zwei Stunden zusammen. Ziel der Landrats-Initiative war es, das Fachwissen der IT-Experten für die Schulen besser nutzbar zu machen. Dabei gehe es sowohl um die Betreuung technischer Anlagen als auch um die Vermittlung des Wissens.

Um die neuen Berufe überhaupt erst einmal besser bekannt zu machen um sich dann in einem zweiten Schritt auch für die Bildung einer entsprechenden Fachklasse an den heimischen Berufsschulen auszusprechen, sagte Vogelsberg-Consult-Geschäftsführer Thomas Schaumberg zu, die von seiner Gesellschaft initiierte Messe "Marktplatz Ausbildung" gemeinsam mit IHK, Handwerkerschaft und Wirtschaftsjunioren das nächste Mal auch dem Thema IT zu widmen. Viele junge Leute wüssten gar nicht, welche neuen Berufe es überhaupt gebe.

Dem Landrat ging es auch um das Ausloten von Perspektiven, die im Vogelsbergkreis funktionieren könnten, wenn das Land - wie in Aussicht gestellt - Gelder für die Förderung von IT-Berufen bereitstellen sollte. Dass das Problem vielschichtig, der Wille zur Zusammenarbeit zwischen Schule, Wirtschaft und Politik jedoch gleichzeitig sehr groß ist, wurde am Runden Tisch schnell deutlich. Viele neue Vorschläge wurden in die Debatte geworfen mit dem Ziel, die neuen Berufe bekannter zu machen und die Ausbildung dazu auf stabile Füße zu stellen. Dr. Udo Ornik vom Verein Vogelsberg Online e.V. sprach sich für die Gründung einer Stiftung aus, deren Ziel es sein könne, überbetriebliche Ausbildung auf diesem hochdynamischen Sektor zu organisieren. Es gelte die Marktfähigkeit der heimischen Unternehmen zu erhalten. Dies könne dadurch geschehen, dass sich mehrere Unternehmen verschiedene Teile der Ausbildung teilen, um sich auch kostenmäßig zu entlasten.

Des weiteren gelte es, Dozenten aus der Wirtschaft einzusetzen, die gleichermaßen Schüler wie Lehrer auf dem Laufenden halten könnten. Dieser Vorschlag fiel bei den Vertretern der Schulen auf fruchtbaren Boden. Norbert Weinig, stellvertretender Leiter der Max-Eyth-Schule, sagte sowohl ja zum Erwerb von Know-how von außen aus als auch zur Technik-Betreuung. Er sprach sich für eine Verbundausbildug aus, die den Betrieben die Angst nehmen könnte, überhaupt in dem neuen Bereich auszubilden. Auch Heinz Horst, Leiter der Vogelsbergschule in Lauterbach, hält eine außerbetriebliche Ausbildung in den neuen Berufen für unverzichtbar.

Auf die jetzt schon vorhandene vergleichsweise gute technische Ausstattung - "Der Kreis hat viel getan" - und die hohe Bereitschaft von Lehrern und Schülern, sich der neuen Technik zu widmen, wies Leitender Schulamtsdirektor Christoph Fellner von Feldegg hin. Netzwerk-Betreuung sei von hoher Bedeutung. Hier müsse das Land helfen, die dürfe nicht zu Lasten der Lehrerstunden gehen, unterstrich Fellner. Der Leiter des Kreis-Schulverwaltungsamtes, Erich Wahl, machte auf die Verpflichtung des Landes und des Kreises aufmerksam, die technischen Neuerungen umzusetzen. Der Vorschlag von Dr. Ornik, bei PC-Vernetzungen auch eine hochmoderne Richtfunktechnik in Betracht zu ziehen, die ohne Kabel auskomme, wurde mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Ornik wörtlich: "UMTS ist eine große Chance auch für den Vogelsbergkreis." Für eine Fortentwicklung einiger Berufsbilder sprachen sich nicht nur die Schulvertreter sondern auch der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Erwin Mönnig, aus.

Dr. Heinrich Wassermann, IHK Gießen-Friedberg, verwies auf die bemerkenswerte Tatsache, dass rund 150 heimische Betriebe mit den neuen Informationstechnologien zu tun hätten. Er geht davon aus, dass es eine hohe Bereitschaft bei den Unternehmen gibt, ihr Fachwissen auch den regionalen Schulen zur Verfügung zu stellen.

Edgar Breuning von den Wirtschaftsjunioren plädierte für die Trennung in eine Basisausbildung und das Vermitteln höherer Qualitätsmerkmale. Es sei eine angenehme Herausforderung für die Wirtschaft, direkt auf die Schüler zugehen zu können. Die Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule, Elisabeth Hillebrand kritisierte die Streichung des Fachs Arbeitslehre in den achten Klassen und stellte zudem ein großes Know-How bei den Schülern fest. Olaf Noeske, Leiter der Alexander-von-Humboldt-Schule, hält eine hauptamtliche Fachkraft zur Betreuung der EDV-Anlagen für dringend geboten.