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Großübung am Kolping Feriendorf Herbstein: Zusammenarbeit und Digitalfunk funktionierten

31.07.2014 Von: Dieter Graulich

Die Saugstelle am Eisenbach war Ausgangspunkt für eine rund zwei Kilometer lange Löschwasserförderung zum Feriendorf. Fotos: Dieter Graulich

„Die Zusammenarbeit von Einheiten, die im normalen täglichen "operativen" Geschäft nicht zusammenarbeiten, kann bei solchen Übungen geprobt werden“, so Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland am Sonntagmittag bei der abschließenden Besprechung der Katastrophenschutzübung rund um das Kolping Feriendorf Herbstein. Dies habe bei der Großübung mit den Löschzügen Herbstein, Freiensteinau, Grebenhain, Wartenberg und Schlitz sowie mit dem Malteser Hilfsdienst und dem Deutschen Roten Kreuz hervorragend funktioniert.

Ausgangslage im Szenario war ein ausgedehnter Waldbrand nach langer Trockenheit, westlich des Kolping Feriendorfes. Durch einen Wechsel der Windrichtung bestand dann große Gefahr für das Feriendorf und eine Evakuierung wurde erforderlich. Außerdem wurden mehrere Personen im Waldgebiet vermisst. Gerade bei solchen Großschadenslagen sei es wichtig zu Beginn sorgfältig einen Führungsvorgang aufzubauen, Strukturen zu schaffen und überlegt vorzugehen - auch wenn es etwas länger dauere. Dafür laufe der Einsatz im Anschluss aber koordiniert und flüssig ab.

Struktur in das Chaos zu bringen sei bei einer solchen Lage nicht möglich. Daher könne es auch schon einmal etwas länger dauern bis Kräfte angefordert und eingesetzt werden. Stadtbrandinspektor Bernhard Christen hatte zu Beginn der Manöverkritik im Feuerwehrstützpunkt Herbstein dem Arbeitskreis unter Leitung von Arnold Hedrich für die Idee und die Ausarbeitung der Übung Dank und Anerkennung ausgesprochen. Dank ging auch an die Mitglieder der Jugendfeuerwehren Herbstein und Rixfeld für die Verletztendarstellung sowie an alle Übungsteilnehmer für das Engagement an diesem Sonntagvormittag.

„Insgesamt wurde das Übungsziel erreicht. Die Zusammenarbeit der Löschzüge funktionierte reibungslos. Die Leitung aus dem Einsatzleitwagen (ELW) per Digitalfunk funktionierte ebenfalls reibungslos“, so Christen. Oliver Sander, Katastrophenschutzzugführer, gab dann einen kurzen Abriss seiner Arbeit. Nach Ersterkundung und Einleitung der ersten Maßnahmen habe er in den ELW 2 gewechselt - eine für ihn absolut neue Erfahrung, die aber wichtig gewesen sei um die Führungsvorgänge in einem so großen Verband umsetzen und nachvollziehen zu können. Auch die Zugführer der anderen vier Löschzüge bestätigten diese Aussage.

Alle zeigten sich mit dem Ablauf und der Zusammenarbeit zufrieden. Auch in Zukunft sollen diese Löschzüge weitere Übungen durchführen, aber auch noch um weitere ergänzt werden. Herbsteins Stadtverordnetenvorsteher Walter Sannemann dankte für die große Übungsbeteiligung und war angetan von der Arbeit der Feuerwehren sowie der beiden Hilfsorganisationen Malteser Hilfsdienst und Deutsches Rotes Kreuz. Gerne nutze er solche Gelegenheiten um sich ein Bild von der Arbeit und der Aufstellung der Feuerwehren machen zu können. Eine Umsetzung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes der Feuerwehr Herbstein habe er dabei immer vor Augen und halte an diesem fest.

Aufmerksame Beobachter der Großübung waren auch Lautertals Bürgermeister Heiko Stock und Herbsteins Magistratsmitglied Paul Graf von Westerholt. Erkenntnisse dieser Übung werden in den nächsten Tagen im Rahmen einer Nachbesprechung mit den Führungskräften und dem Feriendorf ausgetauscht. Im Rahmen der Übung wurde eine rund zwei Kilometer lange Löschwasserförderung aufgebaut: von der Eisenbach an der Brücke in der Nähe des Fischteiches in der Gemarkung Hopfmannsfeld bis zum Feriendorf. Dabei musste auch die Landesstraße vom Rixfelder Kreuz in Richtung Eichenrod überquert werden. Hier war eine gute Absicherung und die Einweisung der PKW über die Schlauchbrücken erforderlich.

Geprobt wurde auch ein Pendelverkehr der Tanklöschfahrzeuge (TLF) von einem Hydranten an der Lanzenhainer Straße zu einem Faltbehälter, der am Anfang des Waldgebietes südwestlich des Feriendorfes aufgebaut war. Um die Löschwasserversorgung konstant zu halten waren dabei mindestens drei TLF erforderlich. Dieter Graulich

Unterhalb des Kolping Feriendorfes sorgte ein Faltbehälter für Löschwasser zur Waldbrandbekämpfung

Walter Sannemann, Paul Graf von Westerholt und Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland werden von Stadtbrandinspektor Bernhard Christen in die Lage eingewiesen

Verkehrsregelung an der Schlauchbrücke auf der Landesstraße

Walter Sannemann und Paul Graf von Westerholt im Einsatzleitwagen

Am Feuerwehrstützpunkt sorgte der Malteser Hilfsdienst mit einer kräftigen Gulaschsuppe für die Stärkung nach der Übung