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Jugendhilfe 2018: flächendeckend und bedarfsgerecht - 15 Träger plus Jugendamt vernetzen sich

28.05.2014 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Mehr als 40 Vertreterinnen und Vertreter von freien Jugendhilfeträgern und dem Jugendamt des Vogelsbergkreises gingen auf Schloss Buchenau in Klausur – sie alle wollen an einer sozialraumorientierten Jugendhilfe arbeiten. Foto: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsberg

Gemeinsame Klausurtagung

„Wir brauchen ein starkes Jugendamt und eine funktionierende Partnerschaft mit der freien Jugendhilfe, um sozialräumlich und präventiv im Sinne der Kinder und Familien arbeiten zu können“, sagt Jugenddezernent Peter Zielinski. Der Erste Kreisbeigeordnete des Vogelsbergkreises begrüßte Vertreterinnen und Vertreter von 15 freien Trägern der Jugendhilfe und des Jugendamtes zu einer gemeinsamen Klausurtagung im Schloss Buchenau bei Eiterfeld. „Wir wollen gemeinsam neue Wege beschreiten und an der Neuausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe im Kreis arbeiten. Noch im Laufe dieses Jahres soll der Entwurf einer Konzeption stehen, die dem Jugendhilfeausschuss und der AG 78 vorgelegt werden kann.“

Die AG 78 ist die Arbeitsgemeinschaft aus Kreis und anerkannten freien Trägern der Jugendhilfe; 78 deshalb, weil in Paragraf 78 des Achten Sozialgesetzbuches festgelegt ist, dass der Landkreis und die freien Träger mit dem Blick aufs Wohl der Kinder und Jugendlichen Arbeitsgemeinschaften anstreben sollen, damit nötige Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden. „Im Vogelsbergkreis wird eine solche Zusammenarbeit schon seit vielen Jahren praktiziert. Jetzt soll es darum gehen, alle Ideen, Projekte und auch die schulbezogene Jugendsozialarbeit unter ein gemeinsames sozialräumlich ausgerichtetes Dach in der Jugendhilfe zu bringen“, erklärt Helmut Benner, stellvertretender Jugendamtsleiter.

Ganz ähnlich dem kürzlich gegründeten „Netzwerk Erziehungsberatung“ soll durch die Kooperation aller Anbieter die Konzentration auf wenige Standorte im Kreis aufgehoben werden. Und die Unterstützungsangebote an die Kinder und Familien sollen sich noch mehr als bisher nach dem konkreten Bedarf des einzelnen Menschen richten. „Vielleicht reicht manchmal schon ein kleiner Tipp, oder es hilft einer jungen Mutter, dass ihr eine Familienpatin zur Seite steht.“ Durch das gegenseitige Kennenlernen untereinander wie auch der einzelnen Angebote wissen die Fachleute, an wen sie bei den jeweiligen Fragen und Problemen verweisen können – es gibt dann nicht mehr nur die eigenen zwei Schubladen, sondern viele weitere, in die man ebenso zuordnen kann.

Grundsätzlich soll jeder genau die Unterstützung erhalten, die er benötigt – nicht mehr und nicht weniger, egal von welcher Stelle. „Wenn wir solch eine Struktur in der Zusammenarbeit hinbekommen, reicht vielleicht in ganz vielen Fällen ein kleines Pflaster oder auch ein Verband aus, wo sonst das Jugendamt als Feuerwehr mit Notarzt ausgerückt wäre“, veranschaulicht der stellvertretende Jugendamtsleiter. Und das bedeute letztendlich auch eine Senkung der „entsetzlich hohen Kosten in der Jugendhilfe“.

Als Gastreferent stellte der Jugendamtsleiter aus Husum das deutschlandweit beachtete Sozialraummodell Nordfrieslands vor. Auch wenn dieses nicht komplett auf den Vogelsbergkreis übertragbar ist, liefert es doch wertvolle Anregungen für die Konzeption. In Nordfriesland hat sich die Neuausrichtung auch finanziell schon bewährt: Dort stiegen die jährlichen Kosten in der Jugendhilfe mit nur 1 Prozent deutlich weniger als im Durchschnitt.