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Spannende Erdgeschichte(n) am Tag des Geotops

25.09.2013 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Die Fachsektion Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft informierte. Foto: Hartmut Greb

Viele Interessierte kamen nach Schotten

Zum 4. Tag des Geotops hatte die Fachsektion Vulkan Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft e.V. erstmals zusammen mit dem Geopark Vulkanregion Vogelsberg e.V. nach Schotten eingeladen. Ebenfalls mit im Boot war die Gesellschaft für Tourismus und Stadtmarketing für die diesjährige Gastgeber-Kommune.

Nach erfolgreichen Veranstaltungen in Büdingen, Herbstein und Ortenberg war in diesem Jahr die Stadt am grünen Vulkan Ort des Geschehens. Der erste Teil der ganztägigen Veranstaltung fand in der Schottener Festhalle statt. Gerold Beckmann, Vorsitzender der Fachsektion, konnte am Beginn neben zahlreichen Vereinsmitgliedern auch Interessierte von Nah und Fern begrüßen.

Auch aus der Rhön, dem Odenwald und dem Taunus waren Vulkan- und Geologie-Interessierte angereist. Grußworte sprachen Bürgermeisterin Susanne Schaab und Landrat Manfred Görig, die beide die hohe Bedeutung der vulkanischen Vergangenheit für die Ausrichtung und Entwicklung der Vulkanregion in den nächsten Jahren hervorhoben. Speziell für Schotten, wo bis 2015 das Erlebnismuseum „Vulkaneum" eingerichtet werden soll, sind Vulkanismus und Geologie ein wichtiges künftiges Zugpferd.

Den Hauptvortrag am Vormittag hielt Nicolas Thiemeyer, Doktorand an der Goethe Universität in Frankfurt. Er befasste sich in seinem bebilderten Vortrag mit der Bohrung, die vor wenigen Jahren am Rehberg bei Schotten-Sichenhausen vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) niedergebracht wurde.

Explosiver Vulkanismus, so das Fazit von Thiemeyer, fand auch im Vogelsberg statt. Eine trachytische Staukuppe explodierte einst am Rehberg und löste eine Glutlawine aus. Noch heute finden sich im Umfeld des Schwarzbachtales die in der Vulkanregion Vogelsberg seltenen Trachyte als große Blöcke im Wald.

Nach dem Mittagessen wurde die Veranstaltung auf dem Hoherodskopf fortgesetzt. Eine Exkursion von fünf Kilometer Länge unter Leitung von Kerstin Bär und Dr. Angela Metzner führte die interessierten Besucher zu verschiedenen geologisch bedeutenden Stationen. Darunter befand sich auch das diesjährige „Geotop des Jahres" - der Taufstein mit seiner Blockhalde. Hier wurde eine von der Fachsektion gespendete Infotafel zur Entstehung dieses besonderen Geotops enthüllt.

Während der Exkursion fanden zahlreiche Wissbegierige, die nicht wandern wollten, eine interessante Ausstellung zu geologischen Themen aus der Vulkanregion im Infozentrum Hoherodskopf vor. Vertreten waren u.a. die Geologische Baumhecke Eichelsachsen, der Steinbruch Michelnau, der Kunstturm Mücke, der Geopark Vulkanregion Vogelsberg sowie Gedern mit Eisenpfad und Infozentrum Alter Schmiede.

Die Mitglieder der Fachsektion trugen umfangreiches Informationsmaterial und Gesteinsexponate zur Ausstellung bei.

Am frühen Nachmittag standen weitere Vorträge auf dem Programm.

Ingrid Wriedt, eine Goldschmiedemeisterin aus Alsfeld, stellte zunächst ihre aus regionalem Basalt und Edelmetall gefertigten Schmuckstücke vor. Die wunderschönen Unikate konnten auch käuflich erworben werden.

Den zweiten Vortrag gestaltete Klaus Emrich von der Intitiativgruppe Eichelsachsen. Emsige Bewohner dieses Schottener Ortsteils schufen aus unscheinbaren Felsen am Ortsrand einen attraktiven Geoinfopunkt mit angeschlossenem Wanderweg, der mittlerweile stark frequentiert wird.

Abschließend referierte Dr. Angela Metzner aus Schotten über den Taufstein, der heute der höchste Punkt in der Vulkanregion ist. Doch vor ca. 15 Millionen Jahren muss es wohl einen noch höheren Berg gegeben haben. Woraus man das schließen kann und warum es nicht mehr so ist, wurde anschaulich erklärt.

Der Tag des Geotops findet unter Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften jedes Jahr am dritten Sonntag im September statt.

Goldschmiedemeisterin Inge Wriedt stellt einem interessierten Publikum ihre Kreationen aus Basalt und Edelmetall vor. Foto: Kerstin Bär

Exkursionsteilnehmer am Geopfad im Oberwald. Foto: Kerstin Bär