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Im Solarpark Herbstein wird jetzt Gras und Sonne geerntet

17.09.2013 Von: Bioenergie-Region Mittelhessen

Schaf und Solar in Herbstein – unser Foto zeigt von links: Dirk Kurzawa (Diplomkaufmann und Hobbyschäfer), Anette Kurth (Bioenergie-Region Mittelhessen), Bernd Schmidt (Vorstand der der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG), Wolfgang Pschierer (Erster Vorsitzender der Schafhalter Vogelsberg) und Paul Graf Westerholt (Magistrat der Stadt Herbstein) freuen sich im Solarpark Herbstein über den Appetit der kamerascheuen Schafe (im Hintergrund). Foto: Bioenergie-Region Mittelhessen

Skudden als seltene Schafrasse zur Pflege des Solarparks

Seit Anfang August läuft im Solarpark in Herbstein ein Probebetrieb. Denn seit dem wird der Park nicht nur zur Stromproduktion sondern, auch zur Beweidung durch besondere Schafe genutzt, den Skudden. Der Nutzen ist nicht nur vom Erntegedanken her doppelt vorhanden. Denn wo die Skudden Gras, Brennesseln und Kräuter abweiden, müssen keine teuren Pflegearbeiten ausgeführt werden. Davon, dass die Skudden auch ordentlich arbeiten überzeugten sich kürzlich Vertreter der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG, des Magistrats der Stadt Herbstein, der Schafhalter Vogelsberg und der Bioenergie-Region Mittelhessen.

Die Skudde ist eine der ältesten Hausschafrassen Deutschlands und gehört zu den bedrohten Tierarten. Sie ist ein genügsames Schaf, das sich mit mageren Weiden zufriedengibt und heute in erster Linie zur Landschaftspflege eingesetzt wird erläuterte der Vorsitzende des Schafhaltervereins Vogelsberg Wolfgang Pschierer anlässlich des Ortstermins.

Auf die Idee auch in Herbstein Skudden einzusetzen kam Dirk Kurzawa, Schafhalter und Züchter von Skudden. Er fuhr jeden Morgen auf dem Weg zu seinen Weiden am Solarpark vorbei. „Beim Anblick dieser Anlage dachte ich schon oft darüber nach, dass eine Beweidung solcher Flächen durch eine kleine Rasse, wie den Skudden, einen sinnvollen und nachhaltigen Zusatznutzen darstellen könnte. Zumal die Pflege der Grasflächen durch Menschenhand sehr arbeitsintensiv und teuer erscheint", so Kurzawa. Da er auch Mitglied der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG ist, kam die Idee schnell zur Umsetzung und etwa 30 Schafe wurden auf die Fläche gestellt.

„Wir sind an einer nachhaltigen Zusatzbewirtschaftung einerseits und an einer ökonomischen Lösung zur Durchführung von nötigen Pflegemaßnahmen andererseits interessiert", meint der Vorstandsvertreter der Energiegenossenschaft Bernd Schmidt dazu. „Gern möchten wir das Modell jetzt auf unsere mehr als doppelt so große Freiflächenanlage in Freiensteinau Ober-Moos übertragen" so Bernd Schmidt.

Auch Paul Graf Westerholt (Magistrat der Stadt Herbstein) sieht die Vorteile, „so wird eine als Gewerbegebiet ausgewiesene Fläche nicht versiegelt und dabei auch noch landwirtschaftlich genutzt."

In den ersten Wochen hat sich der Probebetrieb mehr als bewährt. „Diese Schafrasse frisst sehr gerne Kräuter und selbst Disteln und Brennnesseln haben keine Chance, groß zu werden", wusste Kurzawa schon im Vorfeld zu berichten. Er sieht sich nun bestätigt, denn die Abweidung ist gründlich.

Im Rahmen der Aktivität „Unterstützung von Energiegenossenschaften" begleitet die Bioenergie-Region Mittelhessen das Vorhaben. „Denn wir haben auch Multiplikatorfunktion," so Anette Kurth (Bioenergie-Region Mittelhessen). „Und wenn das hier so gut weiterläuft, können doch auch andere Energiegenossenschaften unserer Region von den Erfahrungen im Vogelsberg profitieren."

Bisher läuft der Probebetrieb ohne jeglichen Zwischenfall. So dass wahrscheinlich auch 2014 „Solarschafe" in Herbstein im Einsatz zu sehen sein werden.