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Bundestagsabgeordnete Behm: „Erfahrungen und gute Beispiele weitergeben“

17.09.2013 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Bundestagsabgeordnete Claudia Behm und der Erste Kreisbeigeordnete Peter Zielinski bei der Besichtigung des „Spital“ in Alsfeld: „Man muss den Jugendlichen auch etwas zutrauen“; Foto: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis

Cornelia Behm (MdB) zu Gast im Vogelsbergkreis – Austausch zu Demografie und dem MORO-Projekt beim Empfang in Lauterbach

„Das Thema ländliche Entwicklung wird mich weiter begleiten, auch wenn ich kein weiteres Mal für den Bundestag kandidiere“, so die Bundestagsabgeordnete und Demografieexpertin Cornelia Behm (Grüne) beim Empfang durch den Ersten Kreisbeigeordneten Peter Zielinski. Sie wolle die Erfahrungen der ländlichen Regionen mit dem Demografieprozess sammeln und an den oder die Nachfolgende weiter geben, denn inzwischen sei das Thema „überall angekommen und jeder will sich das Thema ländlicher Entwicklung zu Eigen machen“.

Auf einem Demografiekongress hatten sich die Bundestagsabgeordnete und Peter Zielinski auch kennen gelernt. Er freue sich sehr darüber, dass es zum Besuch im Vogelsbergkreis und dem Austausch mit den Experten gekommen ist.

Matthias Sebald, Prozesskoordinator im MORO-Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge, gab der Abgeordneten einen Abriss des Projekts im Vogelsbergkreis: Von dem Erkennen der Thematik des demografischen Wandels, der Gründung eines Arbeitskreises dazu und schließlich der Bewerbung für das MORO-Projekt. Zielsetzungen seien das ressortübergreifende Arbeiten, die Entwicklung innovativer Projekte und das Hinterfragen von Standards, die gleichermaßen für Städte und ländliche Räume gelten sollen – „Darüber gibt es lebhafte Diskussionen“, so Sebald, und machte dies am Beispiel der Mindestschülerzahlen deutlich. Um Schulstandorte zu erhalten, muss eine Mindestanzahl von Schülern vorhanden sein – bei einer Umwandlung von Schulen in integrierte Gesamtschulen wäre der Erhalt machbar wegen der dann geltenden niedrigeren Mindestschülerzahl.

Auch das Ausloten von Handlungsspielräumen macht einen Großteil der Arbeit im Projekt aus. Welche Entwicklungen können vor Ort beeinflusst werden? Welche Entscheidungen können und müssen hier im Vogelsbergkreis gefällt werden? Dr. Michael Glatthaar, für die externe Prozessbegleitung verantwortlich, stellte die erhobenen Daten vor. Gegen Ende dieses Jahres sollen daraus Handlungsempfehlungen für die kommunale wie auch für übergeordnete Ebenen formuliert werden.

Die Expertin aus dem Bundestag zeigte sich beeindruckt von den Prozessen und Überlegungen im Vogelsbergkreis und brachte ihrerseits interessante Beispiele anderer Regionen in den Austausch ein, das Thema Mobilität betreffend: Beispielsweise einen „Kombi-Bus“ in der Uckermark, der zugleich Waren als auch Personen transportiert. Ein ähnliches Modell ist der „Bürgerbus“ in Ergänzung zum Linienverkehr, auch Einzelpersonen mit Personenbeförderungsschein, die als Anruftaxi arbeiten und Car-Sharing-Projekte hatte die Abgeordnete in anderen Regionen kennen gelernt. „Mir ist wichtig, dass gute Ideen auch anderen bekannt werden. Ich möchte wissen: Wo gibt es gute Beispiele und wo sind jeweils die Hürden?“

Nächste Station des Besuchstages war Alsfeld, wo Behm mit Zielinski das „Spital“ in der Volkmarstraße besichtigte. In dem alten Gemäuer wurde das Bundesjugendprogramm „Jugend belebt Leerstand“ mustergültig umgesetzt. Silvia Lucas vom Jugendamt und Michael Hölscher vom Bauamt haben mit Jugendlichen gemeinsam die Räume hergerichtet. Jetzt stehen sie den Jugendlichen als Jugendcafé zur Verfügung, im Obergeschoss befinden sich noch Räume der Spiel- und Lernstube. Auch das Freiwilligenzentrum – im selben Gebäude, ein Eingang weiter – wurde gemeinsam besichtigt, danach informierte sich die Besucherin über die ökologische Kernsanierung von leerstehendem Fachwerk durch die Neue Arbeit gGmbH.