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Ausbildungsprojekt für allein erziehende Mütter

19.06.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Marx: Neues Projekt nutzt

allein erziehenden Müttern

Landrat bittet heimische Betriebe,

Ausbildungsplätze bereitzustellen

VOGELSBERGKREIS ( ). Die Förderung betrieblicher Ausbildung von allein erziehenden Müttern hat sich ein neues Modellprojekt im Vogelsbergkreis zum Ziel gesetzt, teilt Landrat Rudolf Marx mit. Die Job-Coaching-Stelle im Sozialamt kooperiert dabei mit der Europäischen Union und dem Institut für Berufs- und Sozialpädagogik e.V. (IBS). Das Projekt "FaM" startet im Sommer dieses Jahres. Landrat Marx bittet heimische Betriebe, die Möglichkeit zu prüfen, ob sie sich mit der Bereitstellung eines Ausbildungsplatzes an dem "familien- und arbeitsmarktpolitisch interessanten Projekt" beteiligen können. Möglichkeiten der Teilzeitausbildung für Frauen sollen ausgelotet werden, Ausbildung in Teilzeit ist aber nicht zwingend erforderlich.

Das IBS als Träger der Maßnahme unterstützt junge Frauen bei der Organisation und Finanzierung der Kinderbetreuung während der Arbeits- und Berufsschulzeit, hilft beim Suchen der Ausbildungsstelle, bietet Förderunterricht für die Theorieanteile und berät sowohl in Fragen der Ausbildung als auch bei allen Problemen der Kindererziehung oder bei persönlichen Konflikten.

Für die Betriebe ist eine Förderung von bis zu 300 Mark pro Ausbildungsmonat vorgesehen, um einen Ausgleich für Ausfallzeiten zu schaffen, mit denen bei allein erziehenden Müttern natürlich mitunter zu rechnen ist. Interessant aus Sicht von Landrat Marx dürfte es für ausbildungsbereite Betriebe sein, dass die jungen Mütter etwas mitbringen, was andere Auszubildende manchmal vermissen lassen: hohe Motivation, Verantwortungsbereitschaft und Zuverlässigkeit. "Diese Schlüsselqualifikationen haben Allein erziehende in der Auseinandersetzung mit ihrer Mutterrolle erwerben müssen", meint auch Arno Zierk, der pädagogische Leiter der IBS Vogelsberg. "Ist das nicht der Fall, kommt auch eine Ausbildung noch nicht in Frage. Schließlich haben wir auch das Wohl der Kinder im Blick."

Die Bedingungen für eine Ausbildung in Teilzeit bei reduzierter Ausbildungsvergütung und verlängerter Ausbildungszeit werden im Einzelfall ausgehandelt. Bereits jetzt werden Gespräche mit interessierten Frauen geführt. Die jungen Mütter werden ausführlich beraten, um zu gewährleisten, dass die sehr anstrengende Berufsausbildung erfolgreich bewältigt werden kann und gleichzeitig das Kind gut versorgt ist. Ende Juni können die jungen Mütter in einer sechswöchigen Trainingsmaßnahme mit Unterricht und Praktikum ausprobieren, ob sie den Belastungen tatsächlich gewachsen sind.

Interessierte Frauen können sich an Frau Warmuth (Job-Coaching-Stelle im Landratsamt Lauterbach) wenden: Telefon 06641 / 977-212. Betriebe, die sich angesprochen fühlen, wenden sich bitte an Arno Zierk (IBS): Telefon 06631 / 73681.