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„Verbraucher können der Qualität heimischer Lebensmittel vertrauen“

24.06.2013 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Lebensmittelkontrolleur Harald Stöppler (hinten) überprüft die Qualität des Frittierfetts in der Küche eines Gastronomiebetriebs. Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski darf ihm dabei über die Schulter sehen. Fotos: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.

Verbraucherschutz: Kontrolleure ziehen positive Bilanz – einige kleinere, nur wenig gravierende Mängel

„Das war ein sehr interessanter Einblick in die Arbeit eines Lebensmittelkontrolleurs. Und es beruhigt mich ungemein, zu wissen, dass in den heimischen Betrieben alles Bestens ist und ich getrost weiter meine Brötchen hier kaufen kann“, stellte Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski fest. Er hatte einen halben Tag lang den Lebensmittelkontrolleur Harald Stöppler vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz begleitet, um sich ein Bild von den Betriebskontrollen zu machen.

An diesem Vormittag wurden fünf Lebensmittelunternehmen kontrolliert: eine Bäckerei, eine Konditorei, eine Eisdiele, ein Gastronomiebetrieb und ein Lebensmittelmarkt. Betriebskontrollen erfolgen ohne Vorankündigung und risikoorientiert. Mit Hilfe des EDV-Programms „Balvi iP“, dem Hauptinformationssystem der amtlichen Lebensmittelüberwachung, werden alle Betriebe im Kreis erfasst und nach verschiedenen Gesichtspunkten bewertet. Anzahl und Abstände der Kontrollbesuche ergeben sich aus dem Risiko des Produkts und des Herstellungsverfahrens, den Verhältnissen in der Produktionsstätte und dem Nachweis verlässlich durchgeführter Eigenkontrollen durch den Lebensmittelunternehmer.

Ein Betrieb, der Fleisch oder Milch verarbeitet, wird häufiger kontrolliert als ein Getränkemarkt, in dem verschlossene Flaschen gelagert und verkauft werden. Grund hierfür ist, dass für Verbraucher von frisch verarbeiteten tierischen Produkten bei mangelnder Hygiene mehr Gesundheitsgefahren ausgehen können. All diese Faktoren beeinflussen die Einstufung in Risikokategorien und können das Kontrollintervall der Betriebe verkürzen oder verlängern.

Bei den Besichtigungen wurden dann die Bereiche Verkauf, Vorbereitung, Lager, Produktion, Spülbereich, Personal, Entsorgung und Tiefkühlung/Kühlung überprüft – alles unter dem Aspekt von Arbeits-, Bau- und Personalhygiene.
„Herr Stöppler findet doch immer irgendetwas“, so der scherzhafte Kommentar eines Bäckers beim Gang durch die Backstube. Aber es war dann nur eine Kleinigkeit: Ein defekter Rezepteordner sollte besser ausgetauscht werden, wegen der Hygiene – das war auch schon alles. In einem anderen Betrieb war es dann eine lose Wandfliese im Lagerraum oder die fehlende Abdeckung eines Abflusses.

„Wir haben hier viele vorbildliche Betriebe, bei denen es keine oder nur kleinere Mängel gibt, die dann auch schnell behoben werden“, stellt Amtsleiterin Dr. Maria Litmeyer fest. Sicher, es gebe auch „hartnäckige Fälle“, in denen Verstöße mit Verwarnungen und Bußgeld geahndet werden müssten, „aber mindestens ebenso häufig gibt es Top-Betriebe, die mehr tun als gefordert wird“.

Im Vogelsbergkreis sind drei Lebensmittelkontrolleure im Einsatz, außer Harald Stöppler sind dies noch Torsten Dahmer und Holger Hahner. Jeder von ihnen ist für rund 600 Betriebe zuständig. Der Schutz des Verbrauchers vor gesundheitlichen Gefahren, Irreführung und Täuschung steht im Mittelpunkt der Überwachung. „Die amtliche Kontrolle dient der Überprüfung des Unternehmens auf Übereinstimmung mit den rechtlichen Vorgaben“, so die Amtsleiterin weiter, „als Lebensmittelüberwachungsbehörde sind wir für die Feststellung von Mängeln wie auch für die Einleitung von Maßnahmen zu deren Beseitigung zuständig.“

Im vergangenen Jahr fanden mehr als 1.400 Kontrollbesuche bei Erzeugern, Herstellern und Abpackern, Transporteuren, Einzelhändlern und Dienstleistern statt. In 41 Fällen wurden Mängel festgestellt, die zu weiteren Maßnahmen führten. Das waren z.B. Mängel in der Hygiene und fehlende Dokumentation von Eigenkontrollen. Kleinere Mängel machten bei den Betriebskontrollen 2012 den überwiegenden Anteil aus. Zu den Kontrollbesuchen kommen noch amtliche Proben von Lebensmitteln hinzu: „Das Landeslabor in Gießen gibt monatlich vor, welche und wie viele Lebensmittelproben erhoben werden sollen“, erklärt Amtsleiterin Dr. Litmeyer. Außerdem seien zusätzliche Verdachtsproben möglich sowie Proben, die aufgrund von Beschwerden der Verbraucher genommen würden. Von insgesamt 471 erhobenen Proben im Jahr 2012 wurden 48 beanstandet. Das entspricht einer Quote von zehn Prozent und liegt damit auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Bei den Beanstandungen handelte es sich zum größten Teil um Fehler bei der Lebensmittelkennzeichnung.

Im Abschlussgespräch mit den Verantwortlichen im Betrieb werden die festgestellten Mängel erörtert und direkt am Laptop protokolliert. Bei einer Gefahr für die menschliche Gesundheit müssen Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. Bei Nachkontrollen wird überprüft, ob der Lebensmittelunternehmer seinen Verpflichtungen nachgekommen ist und die Mängel beseitigt hat. Werden Rechtsvorgaben nicht eingehalten, müssen je nach Art und Ausmaß der festgestellten Mängel weitere Maßnahmen ergriffen werden.

„Die Arbeit der Lebensmittelkontrolleure ist eine sehr verantwortungsvolle Überwachungs- und Beratungstätigkeit“, stellte Erster Kreisbeigeordneter Zielinski nach den Betriebsbesuchen fest. Die vielseitige Tätigkeit erfordert von den Kontrolleuren umfangreiches Fachwissen, ein gutes Augenmaß und viel Feingefühl im Umgang mit den Gewerbetreibenden. Dank der engagierten Arbeit der Mitarbeiter im Veterinäramt kann zum Schutz der Verbraucher im Vogelsbergkreis ein hohes Niveau der Lebensmittelqualität und Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden.

Lebensmittelkontrolleur Harald Stöppler (rechts) zeigt dem Ersten Kreisbeigeordneten Peter Zielinski abgepacktes Hackfleisch aus der Kühltheke: Etikettierung, Deklaration, Temperatur und Kennzeichnung werden überprüft.