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Klare Hygieneregeln im Kampf gegen die resistenten Keime

12.06.2013 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Dr. Henrik Reygers (links) und Kay Wucher (Hygiene-Institut Uni Gießen) informierten Fachleute in Pflegeeinrichtungen des Kreises. Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis

Gesundheitsamt und MRE-Netz Mittelhessen informierten die regionalen Pflegeeinrichtungen

Die Reduzierung und am besten die Vermeidung der Übertragung von sogenannten resistenten Keimen hat sich das MRE-Netz Mittelhessen auf die Fahnen geschrieben, bei dem auch das Vogelsberger Gesundheitsamt federführend mitarbeitet. Auf Einladung von Dr. Henrik Reygers, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts, waren vor Kurzem über 50 Fachleute aus Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege der Region in die Aula des Humboldt-Gymnasiums in Lauterbach gekommen, um sich auf den neuesten Stand der möglichen Abwehr bringen zu lassen. Dr. Henrik Reygers, Dr. Gisela Ballmann (stellvertretende Amtsärztin des Fachbereiches Gesundheit des Lahn-Dill-Kreises) und Kay Wucher vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Gießen freuten sich sehr über das große Interesse der Pflegefachkräfte.

Lob erhielten auch die Einrichtungen selbst. Dr. Reygers, im Gesundheitsamt verantwortlich für das Sachgebiet Umwelt und Hygiene: „Wir haben eine Befragung durchgeführt. Die Rücklaufquote ist mit 80 Prozent sehr hoch. Klare Hygieneregeln und deren konsequente Einhaltung ersparten natürlich zu allererst Krankheiten, die man am Ende nicht wirklich bekämpfen könne. Sie sparten aber auch Geld, vermeidbaren Stress und personelle Ressourcen. Nicht zuletzt könne eine Pflegeeinrichtung, die nachweislich mit dem Problem MRE-Keim professionell umgeht, diese Tatsache klar als Wettbewerbsvorteil nutzen.

Die Praktiker in der Pflege dürften und müssten nicht mit „dicken Hygienehandbüchern“ konfrontiert werden, für deren „Durcharbeitung“ ohnehin in der Praxis kaum Zeit bestehe. In den meisten Fällen reichten klare, kurze, schnell nachvollziehbare Anweisungen – und die Kontrolle deren Einhaltung, um die Hygiene dauerhaft sicherzustellen. Und der wesentliche Teil davon sei die Hygiene der Hände. Von Hand zu Hand finde die massivste Übertragung statt. Daher gelte als Regel eins, zwei und drei: „Hände desinfizieren, Hände desinfizieren und Hände desinfizieren“.

Kay-Uwe Wucher vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Gießen machte in seinem Vortrag deutlich, dass das Problem nicht Viren und nicht Pilze seien, sondern weitestgehend die Bakterien, denen etliche Antibiotika nichts (mehr) anhaben könnten. „Ein wesentlicher Tipp für den Alltag in Einrichtungen daher: Antibiotika helfen nur noch sehr eingeschränkt – aber Desinfektionsmittel schon“, stellte Wucher heraus. Es gehe darum, den Keim vor der Übertragung zu bekämpfen. Dies könne nur durch maximale Hygiene geschehen.

Frau Dr. Gisela Ballmann referierte über die Möglichkeiten der Sanierung von kolonisierten, also mit MRE besiedelten Betroffenen. Hier zeigte sie die erforderlichen medizinischen und pflegerischen Maßnahmen auf. Hierzu gehören Waschungen mit Spezialpräparaten, welche die Menge der multiresistenten Erreger auf der Haut reduzieren.

Im MRE-Netz Mittelhessen arbeiten das Regierungspräsidium, alle fünf mittelhessischen Landkreise und das Hygiene-Institut der Universität Gießen eng zusammen. Das Netzwerk war im Mai 2012 gegründet worden (wir berichteten). Die Reduzierung und die Vermeidung von multiresistenten Keimen – in Krankenhäusern und großen Einrichtungen ein zunehmendes Probleme – und in diesem Zusammenhang die Aufstellung von Hygienekonzepten, die Befragung der Einrichtungen und die Organisation von Fortbildungsveranstaltung – wie jetzt in Lauterbach – gehören zu den Aufgaben und Zielen des Netzwerks. Alle Einrichtungen im medizinischen Bereich und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich sind aufgerufen, Mitglied im MRE-Netz werden.

Informationen zum MRE-Netz
gibt es im Gesundheitsamt

Telefon 06641/977-170

gesundheitsamt(at)vogelsbergkreis.de