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Vor der Reise: Gegen was sollte man sich impfen lassen?

31.05.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Vor Fernreisen verirren sich viele

im Urwald der Impf-Empfehlungen

Kreisgesundheitsamt gibt wertvolle Tips -

Möglichst langfristig vor der Reise informieren

VOGELSBERGKREIS ( ). Malaria, Diphtherie, Polio (Kinderlähmung), Tetanus, Cholera, Pest, Gelbfieber, Typhus, Hepatitis - alles Krankheiten die man lieber nicht hat. Wer Fernreisen vorhat, sollte sich nach Auffassung von Landrat Hans-Ulrich Lipphardt eingehend mit den Ärzten im Gesundheitsamt beraten, um den besten Weg der Vorsorge gemeinsam festzulegen. Dabei sollte die Information möglichst nicht erst kurz vor Reiseantritt eingeholt werden.

Impfempfehlungen für Touristen sind oft verwirrend. Die Ärzte des Gesundheitsamtes des Vogelsbergkreises haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass einerseits oft überflüssige Impfungen erfolgen, andererseits wichtige Impfungen versäumt werden.

"Wir legen grundsätzlich großen Wert auf die klassischen Impfungen wie Diphtherie, Poliomyelitis und Tetanus", betont Dr. med. Hildegard Schulte, Chefin des Vogelsberger Gesundheitsamtes. Auch sollten Fernreisende nach Möglichkeit gegen Hepatitis A und bei Reisen in bestimmte Länder auch gegen Tollwut geschützt sein.

Als "nutzlose Angelegenheit" hat sich, so Dr. Schulte, die Impfung gegen Cholera erwiesen, die im hiesigen Gesundheitsamt nicht empfohlen wird. Hilfreich dagegen ist das Motto bei allen Lebensmitteln und Getränken: Nichts essen, was man nicht kochen oder schälen kann. Auch die Impfungen gegen Pest - etwa bei Reisen nach Madagaskar oder Sansibar - hält sie für verzichtbar, da im Falle der Ansteckung eine effektive Behandlung verfügbar ist.

Für sinnvoll erachtet wird dagegen eine Gelbfieber-Impfung, da sie kaum unerwünschte Nebenwirkungen hat und die Infektion ohne Impfschutz in 40 % der Fälle tödlich verläuft.

Über die Typhusimpfung ist zu sagen, dass die Impfung nicht in allen Fällen notwendig ist, aber auch nicht überflüssig.

Auch wenn sie nirgendwo vorgeschrieben ist, halten die Ärzte des Gesundheitsamtes eine vorsorgliche Tollwutimpfung, vor allem bei Reisen in die Dritte Welt, für empfehlenswert, da die Krankheit dort sehr weit verbreitet ist. Die Impfung wird im allgemeinen gut vertragen.

Eine Impfung gegen Hepatitis B ist für Touristen auf jeden Fall sinnvoll. Hepatitis B wird in hohem Maß durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Kontakt mit infiziertem Blut übertragen.

Die Hepatitis-A-Impfung eignet sich vor allem wegen ihrer guten Verträglichkeit als Reiseprophylaxe. Diese weltweit verbreitete Krankheit wird durch Schmierinfektion, aber auch durch verseuchte Lebensmittel und Wasser verbreitet.

Auch die Malaria-Erkrankung ist ein sehr ernstzunehmendes Risiko bei Fernreisen und es ist in jedem Fall erforderlich, möglichst langfristig vor Beginn des Reisetermines sich auch über ein mögliches Malariarisiko und deren Prophylaxe zu informieren.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): In der Zecken-Saison von April bis September ist Vorsicht geboten. Es gibt eine wirksame Impfung. Kurzentschlossene Urlauber können sich innerhalb von 21 Tagen in drei Intervallen "schnellimmunisieren" lassen.

Auch durch Zecken übertragen wird die Borreliose. Eine Schutz-Impfung gibt es nicht, allerdings ist die Krankheit mit Antibiotika behandelbar, was so schnell wie möglich nach einer Infektion geschehen sollte.

Wichtige Fragen vor Antritt einer Reise: Was deckt im Falle eines Falles die Krankenversicherung ab? Ist ein Ambulanz-Rückflug möglich? Ist die Ersatzbrille eingepackt? Habe ich die ausreichende Reiseapotheke eingepackt? Hier beraten Apotheker und Hausärzte, was sinnvoll und notwendig ist.

Bei Fragen zu Reiseimpfungen, stehen die Ärzte des Gesundheitsamtes in Lauterbach, Tel. 06641/977-401 oder des Gesundheitsamtes Alsfeld, Tel. 06631/792-63 gerne beratend zur Verfügung.