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Erster Kreisbeigeordneter Zielinski besuchte die „Violeta gGmbH“ in Schlitz

08.01.2013 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Vizelandrat im Gespräch bei der Violeta gGmbH; von links: Elvira Mühleck (Geschäftsführerin), Dagmar Scherer (Leiterin Jugendamt), Renate Lackner (Referentin Violeta), Peter Zielinski und Eva Schlegel (Geschäftsführerin). Foto: Vogelsbergkreis

Geschütztes Wohnen nach erlittener Gewalt

„Das ist eine wirklich außergewöhnliche Einrichtung“, resümiert der Erste Kreisbeigeordnete Peter Zielinski nach seinem Besuch, „aber ein wenig erschreckt doch auch die Notwendigkeit dafür, zeigt es doch, dass Gewalt an Mädchen in unserer Gesellschaft ein großes Thema ist.“ Vor Kurzem war der Jugenddezernent gemeinsam mit Jugendamtsleiterin Dagmar Scherer zu Gast bei der Violeta gGmbH in Schlitz, wo Mädchen nach Gewalterfahrung einen geschützten Rahmen zum Wohnen und Leben finden.

Die Violeta gGmbH hält insgesamt mehr als 60 Plätze vor, verteilt auf mehrere Häuser im Kreisgebiet sowie in der Stadt und im Landkreis Fulda.  Das Angebot richtet sich sehr individuell an den Bedürfnissen der Mädchen aus und reicht von intensivpädagogischen Maßnahmen in Wohngruppen bis hin zur Begleitung älterer Mädchen „zurück ins Leben“ mit Unterstützung bei der Verselbstständigung, beispielsweise durch Hilfe bei Ausbildungsplatz- oder Wohnungssuche.

„Die Belegung bei uns erfolgt aus dem gesamten Bundesgebiet“, erklärt Eva Schlegel, eine der beiden Geschäftsführerinnen, „oft kommen die traumatisierten Mädchen direkt aus der Psychiatrie zu uns oder werden zumindest auf die Warteliste gesetzt, da wir nicht allen Aufnahmeanfragen entsprechen können.“

Hauptgrund für die Aufnahme bei Violeta ist erlittene, auch sexuelle Gewalt. Manche Mädchen haben Selbstmordversuche hinter sich oder zeigten durch anderweitige Auffälligkeiten ihre Notlage an. In den Häusern von Violeta finden sie ein Ambiente vor, in dem sie sich wohl fühlen und Abstand vom Erlebten gewinnen können. „Trotzdem müssen die Eltern in die Arbeit einbezogen werden, wenn das Sorgerecht nicht entzogen wurde“, erläutert Jugendamtsleiterin Dagmar Scherer, „denn Eltern bleiben Eltern und es soll immer geschaut werden, ob es ein Zurück in die Familie geben kann.“

Die Violeta gGmbH ist eine von mehreren Einrichtungen der Jugendhilfe im Vogelsbergkreis, die jeweils eigene Schwerpunkte haben. So widmet sich beispielsweise eine Einrichtung jungen Menschen mit Suchtproblematik und psychischen Erkrankungen, eine andere bietet Angebote für junge Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung. Auch junge Schwangere und Mütter finden im Vogelsbergkreis ein Angebot, um gemeinsam mit ihrem Nachwuchs in eine gute Zukunft starten zu können.