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Vizelandrat Zielinski zu Besuch beim Diakonischen Werk in Lauterbach

26.10.2012 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski (Zweiter von links) zu Besuch beim Diakonischen Werk in Lauterbach. Rechts neben ihm die neue Leiterin Martina Heide-Ermel und die seitherige Chefin Christa Wachter gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter Fred Weißing. Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis

Peter Zielinski: „Knappes Geld so einsetzen, dass es möglichst viel bewirkt“

VOGELSBERGKREIS.   26. Oktober 2012.

Die Synergien in der Region bewusst erkennen und nutzen, zum Wohle der hilfebedürftigen Menschen – darin bestand große Einigkeit in einem Gespräch, das Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski beim Diakonischen Werk (DW) in Lauterbach führte. Der Jugenddezernent dankte der scheidenden Leiterin Christa Wachter für ihr herausragendes Engagement in den vergangenen Jahrzehnten. Gleichzeitig wünschte er ihrer Nachfolgerin Martina Heide-Ermel viel Erfolg bei der Bewältigung der komplexen Aufgaben.

„Es kommt darauf an, das knappe Geld so einzusetzen, dass es möglichst viel bewirkt“, hob Vizelandrat Zielinski hervor. Er halte viel von nachhaltigen Konstruktionen, von Kooperation, von der Vermeidung von Doppelstrukturen und nicht zuletzt sei Konkurrenzdenken nicht hilfreich.

Man müsse stets von den Bedürftigen her denken. Es gebe etliche Felder, die der Landkreis alleine nicht schaffe. Daher sei es vernünftig, über neue Formen von Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen nachzudenken. Er sei dafür offen. Man werde zu gegebener Zeit auf der fachlichen Ebene einiges an „Synchronisation“ erreichen können, zeigte sich Zielinski optimistisch.

Auf jeden Fall sei die hohe Beratungskompetenz des Diakonischen Werks unverzichtbar, stellte Zielinski heraus. „Ja“, sagte hierzu der Familientherapeut Fred Weißing, stellvertretender Leiter des DW – „mit Krisen, da kennen wir uns aus.“ Chrisa Wachter hob hervor: „Unsere Stärken sind unsere Vertraulichkeit und unsere direkte Erreichbarkeit.“

DW-Leiterin Martina Heide-Ermel erläuterte die vielfältigen Angebote des Diakonischen Werks. So kämen viele Menschen in die Beratung, die mehrfach gelagerte Probleme haben. Durch das breit gefächerte Angebot könne das DW in der Regel Angebote unterbreiten, ohne an andere Stellen weiter verweisen zu müssen. „Denn das kennen die Menschen, die zu uns kommen zur Genüge“, sagte Heide-Ermel. Die Angebote seien überkonfessionell und kostenlos.

Menschen mit Krisen unterschiedlichster Art kommen in das Diakonische Werk zur Beratung. Bei den Krisen handele es sich oftmals um Fragen zur Existenzsicherung (Schulden, kein Geld zum Einkaufen, Räumungsklage, Stromschulden etc.). Aber auch der Verlust von Angehörigen, Krankheit, Arbeitslosigkeit,  bei Ängsten, Veränderungen, also alle Lebenslagen, die Krisen auslösen können, spiele eine nicht unerhebliche Rolle. Auch Paar- und Eheberatung werde häufig in Anspruch genommen.

Einen besonderen Stellenwert habe die Kurberatung des Müttergenesungswerks beim Diakonischen Werk. Es werde nicht nur beraten, sondern es bestehe die Möglichkeit, die Antragstellung auch gleich vor Ort vorzunehmen – für Mutter-Kind- oder auch Vater-Kind-Kuren oder Mütterkuren (ohne Kinder).

Bei der Schwangerenberatung gehe es häufig um Finanzierungsfragen und Antragsverfahren, um Schwangerschaftsverlauf, Geburt (Hebamme, Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaftskurse, Entbindungskliniken, etc) sowie die Zeit nach der Geburt.

Bei ungewollter Schwangerschaft, der Überlegung von Schwangerschaftsabbrüchen kommen Frauen aber auch beteiligte Männer zur Beratung. Bei dieser Beratung spielt der § 219 StGB eine Rolle. Es gehe um schwangeren Frauen zu helfen, die ungewollt schwanger sind, ihnen beizustehen, Hilfen, Informationen, auch den Beratungsschein auszuhändigen, der zu einem straffreien Abbruch der Schwangerschaft  legitimiert. Aber auch Informationen in dem Zusammenhang für Gruppen und Klassen geben.

„Männer kommen immer öfter in Beratung zu den Themen Krisen, Stress, Überforderung in Arbeit und Familie, aber auch bei Trennungs- und Scheidungsfragen“, berichtete Familientherapeut Fred Weißing. Besondere Angebote seien hier auch die Beratungen für Männer mit Gewaltpotential. Die DW-Leiterin erläuterte dem Vizelandrat auch die Arbeit der Wohnungslosennotfallhilfe in Alsfeld, der „La Strada“, sowie des Betreuungsvereins.

Daneben stehe das Diakonische Werk für Informationen und die Beratung von Gruppen, Vereinen, Schulen zur Verfügung und auch für themenbezogene Vorträge und Referate. Eine besondere Aufgabe sei das Unterstützen der Menschen im Ehrenamt und die Werbung dafür.