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Informationen über Linkshändigkeit

24.05.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

"Kein Problem - das macht

mein Kind mit links"

Vogelsberger Jugendamt informierte

Erzieherinnen zum Thema Linkshändigkeit

VOGELSBERGKREIS ( ). "Das macht mein Kind mit links" stellen manche Eltern nach einer gewissen Beobachtungszeit an ihrem Sprössling fest. Das sollte nicht zu einem Problem werden und dazu führen, die vermeintliche "Störung" dem Kind abzutrainieren, meint Jugenddezernent Rudolf Marx in einer Presseerklärung. Linkshändigkeit sei keine Störung, sondern eine Erbanlage. Um diese Tatsache zu verdeutlichen, veranstaltete das Kreisjugendamt kürzlich ein Seminar für Erzieherinnen in den Kindertageseinrichtungen, teilt der Vogelsberger Jugenddezernent mit.

Im Rahmen eines Informationsnachmittages hatte Brigitte Folke, zuständig für die Kindergartenfachberatung im Vogelsbergkreis, bereits zum zweiten Mal Andrea Zentgraf von der "Linkshänderinitiative Fulda" als Referentin zu Gast. Der Vortrag im Lauterbacher Landratsamt stieß auf großes Interesse. Andrea Zentgraf berichtete über die Beweggründe zur Entstehung der Linkshänderinitiative und ihre eigenen Erfahrungen als Linkshänderin. Durch Vorträge, Fortbildungen, Beratung und Tests wollen die Initiatiorinnen dieser Initiative linkshändigen Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Lehrern Hifestellungen anbieten.

Teilnehmerinnen berichteten von ihren Erfahrungen mit linkshändigen Kindern im Kindergarten und den häufigen Problemenm wenn die "Nummer eins" der beiden Hände noch nicht feststeht, wenn also die sogenannte Handdominanz noch nicht ausgeprägt ist, die Kinder also häufig beim Malen und Schneiden den Handgebrauch wechseln. Um Verwirrungen zu vermeiden, sei es wichtig, beim Spielen der Kinder erst einmal genau hinzuschauen um festzustellen, ob die Kinder Rechts- oder Linkshänder sind. Andrea Zentgraf wies weiter darauf hin, dass spätestens vor Schulbeginn die Frage der Handdominanz geklärt sein müsse. Ist diese Festlegung schwer zu treffen, bietet die Linkshänderinitiative Fulda einen speziellen Test an. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmerinnen einen Beobachtungsbogen zur Händigkeitsbestimmung und Literaturtips. Weiterhin machte die Referentin auf sinnvolle Gebrauchsgegenstände für linkshändige Kinder und Erwachsene aufmerksam.

Linkshändigkeit ist eigentlich nur eine andere Handbevorzugung. Aber viele Geräte und Werkzeuge sind auf Rechtshänder ausgerichtet. Daraus können im Alltag Probleme entstehen. Mit kleinen Hilfen beim Malen, der richtigen Schere zum Schneiden und den richtigen Hilfsmitteln für Schulkinder lassen sich jedoch viele Schwierigkeiten vermeiden oder vermindern.

Eine "Umschulung auf die rechte Hand" wird nach den Erfahrungen der Erzieherinnen und der Linkshänderinitiative nicht mehr häufig praktiziert, aber aus Unwissenheit werde doch bewusst oder unbewusst von einigen Eltern oder Großeltern versucht, wenigstens das Schreiben mit der rechten Hand zu trainieren. Dass dabei weitreichende Störungen im Gehirn die Folge sein können, das erläuterte Frau Zentgraf anhand aktueller Erkenntnisse aus der Händigkeitsforschung. Die Erzieherinnen konnten bestätigen, dass auch in den gängigen Fachzeitschriften in den letzten Jahren vermehrt das Thema Händigkeit behandelt wurde und immer vor der Umerziehung mit Hinweis auf möglich Schäden gewarnt wurde.

Ein weiteres Thema, das die Erzieherinnen einbrachten, war die Vermittlung zwischen Kindergarten und Eltern.

Interessierte Eltern oder Erzieherinnen erhalten Informationen bei der Fachberatungsstelle im Jugendamt unter der Telefonnummer 06641/977-420.