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Alte Linde in Nieder-Gemünden muss aus Sicherheitsgründen gefällt werden

12.05.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Sicherheit geht manchmal vor:

Alte Linde muss gefällt werden

Naturschutzbehörde nimmt am Montag

die Fällung in Nieder-Gemünden vor

VOGELSBERGKREIS ( ). "Die Siechlinde" in Nieder-Gemünden muss leider gefällt werden, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist, teilt die Untere Naturschutzbehörde in der Lauterbacher Kreisverwaltung mit. Wenngleich oberstes Ziel aller Bemühungen Schutz und Erhalt der Natur sei, komme es gelegentlich vor, dass im Rahmen einer Güterabwägung auch andere wichtige Kriterien von Belang sind, zum Beispiel die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Wenn ein Baum umzustürzen droht, dann muss gehandelt werden, erläutert Pressesprecher Erich Ruhl.

Eine Kontrolle der Naturdenkmale durch die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises hat ergeben, dass die "Siechlinde" in Nieder-Gemünden erhebliche Schäden aufweist und die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist. Die Fällung ist für kommenden Montag, 15. Mai, vorgesehen.

Die Siechlinde in Nieder-Gemünden in der Feldastraße auf Höhe der Hausnummern 16 / 18 wurde 1984 in die Liste der Naturdenkmale aufgenommen. Mit ihrer mächtigen Krone von über 25 m Höhe und einem Stammumfang von über 5 m stellt sie einen markanten Punkt im Ortsbild dar, der weit über die umliegenden Häuser ragt.

Um den Baum möglichst lange zu erhalten, wurde er in den vergangenen Jahren baumpflegerisch behandelt. Leider besteht jedoch eine grosse Faulstelle, die bereits etwa die Hälfte des Stammdurchmessers geschädigt hat. Diese setzt sich in einen vertikalen Riss bis zum Kronenansatz fort. Zusätzlich sind noch verschiedene kleine Querrisse vorhanden. Aufgrund der mächtigen Krone ist bei entsprechenden Windbewegungen ein Umstürzen des Baumes auf die vorbeiführende Landesstraße bzw. die umgebenden Häuser zu befürchten.

Die Erhaltung der Siechlinde kann somit aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht verantwortet werden. Deshalb wurde eine Befreiung von den Verboten nach der Naturdenkmal-Verordung durch das RP Gießen erstellt. Leider kann in diesem Ausnahmefall auch nicht auf die Belange der Vogelwelt, die sich vielleicht schon Nistplätze ausgewählt hat, Rücksicht genommen werden. Der Gewährleistung der Sicherungspflicht ist hier Priorität einzuräumen.

Vor Ort soll entschieden werden, ob ein Stammrest der Siechlinde bis zum Kronenansatz bis auf weiteres stehenbleiben kann. Ein Wiederaustreiben als Kopfbaum bliebe dann abzuwarten. Die Pflanzung eines neuen Baumes wird von der Unteren Naturschutzbehörde vorgenommen.