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Frühjahrs-Pressekonferenz: Rede Erster Kreisbeigeordneter Rudolf Marx

27.04.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Frühjahrspressekonferenz

Mittwoch, 26. April 2000

19.00 Uhr, Feldatal-Stumpertenrod

Landgasthaus Johanneshof

Statement Erster Kreisbeigeordneter Marx.

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Verehrte Vertreterinnen und Vertreter der Medien,

meine Damen und Herren,

auch ich begrüße Sie ganz herzlich zu dieser Frühjahrspressekonferenz. Für Uli Lipphardt ist es die letzte Jahrespressekonferenz als Landrat, für mich die letzte als Erster Kreisbeigeordneter. Ich kündige Ihnen jetzt schon an, dass ich die Tradition dieser Jahrespressekonferenzen fortsetzen werde. Sie wissen, ich arbeite nun seit fünf Jahren mit dem jetzigen Landrat zusammen, und wie er die Zusammenarbeit geschildert hat, das kann ich nur unterschreiben. Unsere Zusammenarbeit belegt, dass ein Höchstmaß an gegenseitiger Wertschätzung die unterschiedliche Parteizugehörigkeit in den Hintergrund treten lässt - und genau das ist, was sich die Bürgerschaft von uns erwartet: dass wir unsere Arbeit machen und uns nicht in ideologischen Kämpfen verschleißen.

Hans-Ulrich Lipphardt hat Recht: die Zusammenarbeit von SPD und CDU, die seit Anfang 1995 den Vogelsbergkreis prägt, ist vernünftig und erfolgreich. Seit Anfang an habe ich diese Allianz mitgetragen und mitgestaltet, zunächst als ehrenamtlicher Jugend- und Sozialdezernent, seit 1997 als hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter. Und wenn Uli Lipphardt die Kategorie des Glücks beschrieben hat, die gelegentlich den politischen Alltag streift, so will ich ergänzen: Es gibt auch die Kategorie Spaß. Ja, es macht mir Spaß aktiv gestaltend für die Menschen hier im Vogelsbergkreis zu arbeiten. Daran wird sich gewiss nach dem 10. Juni nichts ändern. Eher im Gegenteil.

Auch ich möchte den heutigen Abend vorrangig dazu nutzen, Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen. Daher auch von mir keine ausgeprägte Bilanz der bisherigen fünf Jahren und ebenso keine ausgefeilte Agenda für die nächsten sechs Jahre.

Aber Schwerpunkte möchte ich schon benennen. Neben den beiden Themen, die der Landrat bereits angesprochen hat - Politik für mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze und das Kinder- und Jugendparlament - nenne ich perspektivisch die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit des Vereins für Berufausbildung, der in den vergangenen 15 Jahren 815-mal zusätzliche Chancen hat schaffen können, ein Potenzial, das in seiner Größenordnung nicht unterschätzt werden kann. Dazu gehört ja auch die differenziert arbeitende Altenpflegeschule in Alsfeld. Herr Ruhl wird Ihnen nachher noch einiges an Material überreichen, unter anderem auch zu diesem Thema.

Zu zwei weiteren innovativen Bereichen aus meinem Dezernat habe ich mich kürzlich erst geäußert, und Sie können gerne heute Abend noch einmal "nachfassen". Die Schuldnerberatung und die Job-Coaching-Stelle symbolisieren sehr eindrucksvoll, wie sehr sich das Gesicht der Verwaltung in eine Dienstleistungsfirma zu wandeln beginnt. Es wird erkennbar: Wir "verwalten nicht einfach vor uns hin", sondern wir wollen aktiv eingreifen ins Geschehen, den Menschen direkt helfen und Angebote machen, damit sie es wieder schaffen, ihr Leben selbst in den Griff zu bekommen. Ich halte es für eine ausgesprochen gute Nachricht, dass wir im vergangenen Jahr 200 Menschen mit Programmen aus dem Bereich "Hilfe zur Arbeit" eine neue Perspektive geben konnten. Die Job-Coaching-Stelle hat sich bewährt, wobei ich betone, dass wir kein Neben-Arbeitsamt sein wollen. Im Gegenteil: die Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung ist gut und sie wird noch weiter verbessert, was die Informationsflüsse angeht. Auch die Koordinierungsstelle bei der Vogelsberg Consult GmbH leistet hier eine sehr wichtige Schnittstellenfunktion.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

effektiver und sparsamer arbeiten, dem Bürger mit dem Verwaltungshandeln direkt nützen: Um diesem Anspruch zu genügen, braucht es mitdenkende und eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die haben wir im Landratsamt. Mit ihnen gemeinsam wird der Prozess der Verwaltungsmodernisierung gestaltet. Ziel ist immer, die Abläufe effektiver, für den Bürger transparenter zu machen. Und natürlich wollen wir dabei auch möglichst noch Geld sparen. In diesem Zusammenhang kündige ich an, dass die SPD/CDU-Koalition weiterhin vorhat, das Problem des Verwaltungserweiterungsbaus zu lösen. Wir werden es auf mittlere Sicht schaffen, hier rentierlich zu investieren, statt viele Millionen für bloße Reparaturen in marode Gebäudesubstanz auszugeben. Hier wird sicher auch noch mit dem RP zu sprechen sein. Und ich werde dies auch sicher tun.

Doch noch einmal zurück zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Sie mit ihrem Know-How ernst zu nehmen, ist mir ein ganz besonderes Anliegen. Ihre Fortbildung liegt mir am Herzen. Deshalb ist es folgerichtig, dass für Fortbildung fast doppelt so viel ausgegeben wird wie noch vor zwei Jahren. Moderne Führungsstrukturen sind vonnöten, komplexe Sachverhalte müssen unter Zeitdruck erledigt werden. Daher sind Kurse, die sich mit Konflikt- und Zeitmanagement, mit Kommunikationstraining und Kundenorientierung zu tun haben, ganz wichtig, um die neuen Aufgaben zu schaffen. Denn Verwaltungsmodernisierung geschieht nicht im luftleeren Raum. Wir wollen noch mehr als bisher den Bürger als Kunden sehen.

Last but not least nenne ich ein ganz wichtiges Ziel: die Konsolidierung der Kreisfinanzen. Deutliche Erfolge bei der Verminderung des Defizits werden immer zunichte gemacht durch zusätzliche Belastung von Bund und Land - das ist den Bürgern draußen manchmal gar nicht zu erklären, dass wir keine hausgemachte Defizitlage haben. Ich bin zuversichtlich, dass die Große Koalition hier trotzdem weiter auf dem Weg der Konsolidierung gehen wird. Dabei werden wir unsere zentrale Anforderung als Schulträger hinsichtlich neuer Schulbauten wie versprochen auch erfüllen. Aber wir werden sicher nicht alles auf einmal hinbekommen.

Verehrte Medienvertreterinnen und -vertreter,

auch ich möchte mich heute für die bereits seit vielen Jahren festzustellende gute Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Sie wird ab 10. Juni für mich sicher noch ein bisschen intensiver werden. Ich sage Ihnen heute zu, dass ich für Ihre Fragen immer ein offenes Ohr haben werde - nicht nur heute Abend.