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Schalksbachteiche ökologisch in Deutschland einzigartig

12.04.2012 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Sie sind froh, dass das ökologisch einzigartige Biotop „Schalksbachteiche“ zwischen Herbstein und Hopfmannsfeld jetzt mit umfangreichen Maßnahmen gesichert werden kann. Unser Foto zeigt von links Paul Graf Westerholt (Eigentümer des Geländes), Projektleiter Christian Merle (Amt für den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises, ALR), Landrat Rudolf Marx, Amtsleiter Karl-Peter Mütze (ALR) und Diplom-Biologe Dr. Wolfgang Dennhöfer (BUND). Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis

Komplexe Maßnahmen zur Sicherung des Biotops in vollem Gange – Landrat Marx lobt Eigentümer und Fachleute

VOGELSBERGKREIS.     12. April 2012.

Viele Vogelsberger kennen sie, die Schalksbachteiche, gelegen zwischen Herbstein und Hopfmannsfeld. Doch die wenigsten wissen, wie einzigartig dieses wertvolle Biotop ist. Es hat deutschlandweite Bedeutung, denn die Artenvielfalt in Flora und Fauna ist geradezu atemberaubend. Damit dies so bleibt, wurden bereits im Herbst umfangreiche Maßnahmen begonnen, die später sowohl die Teichwirtschaft als auch die Unberührtheit sichern sollen.

In Herbstein kamen vor Kurzem etliche Experten zusammen, um die weiteren Maßnahmen im Detail zu besprechen. Landrat Rudolf Marx, dessen Amt für den ländlichen Raum vom RP mit der Umsetzung der Maßnahmen beauftragt ist, lobte das gute Zusammenwirken, den Fortschritt der Sicherungsmaßnahmen und vor allem das große Engagement des Eigentümers, Paul Graf Westerholt.

Bürgermeister Heiko Stock – er ist zuständig, denn das Gebiet gehört zu Lautertal – sowie Fachleute des Hessen-Forst, der Fischereibehörde, der Wasserbehörde und der Baufirma Lindner bewerteten im Hotel Herbstein gemeinsam mit Amtsleiter Karl-Peter Mütze (Amt für den ländlichen Raum) und dem verantwortlichen Projektleiter, Diplom-Agraringenieur Christian Merle, die bisherigen Arbeiten und das weitere Vorgehen.

Das Gebiet der Schalksbachteiche, so ALR-Chef Mütze, sei dreifach hochrangig zu bewerten: es liege im Naturschutz- und im Vogelschutzgebiet und sei darüber hinaus FFH-Fläche (Flora-Fauna-Habitat). Herausragend schützenswert seien das „Pfeifengras“ – „das hat bundesweite Bedeutung“ – sowie die Wasser- und Sumpfpflanzengesellschaften.

Biologe Dr. Wolfgang Dennhöfer vom BUND Vogelsberg gab einen wissenschaftlichen Überblick über die Besonderheit dieser Teichlandschaft. Ein Weiher als „See ohne Tiefe“ könne einzigartige Dynamiken der Artenvielfalt entfalten, vor allem durch extremen Nährstoffaustausch. Der Reichtum der Arten beeindrucke Experten und Naturliebhaber. Tausende unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten machten die Bedeutung der Teiche aus. Überdies machten hier auch Zugvögel gerne Rast, zum Beispiel der Fischadler.

Projektleiter Christian Merle nannte das wichtigste Ziel der umfangreichen Maßnahmen, die insgesamt 36.500 Euro kosten werden: „Aus Sicht des Naturschutzes müssen diese Teiche langfristig erhalten werden“. Kernstück der Baumaßnahme: die Sanierung des „Mönchs“. Als Mönch wird das regulierbare Ablaufbauwerk eines Teiches bezeichnet, durch dessen Ablauf mittels Rohrleitung auf Höhe des Teichbodens eine Einstellung des Teichwasserspiegels möglich ist, bis hin zur vollständigen Trockenlegung. Der Mönch stellt somit ein zentrales Regulierungsinstrument in der Teichwirtschaft dar. Der Teichgrund ist in Form eines flachen Trichters mit Ausrichtung auf den Mönch angelegt. (Zitiert aus: Wikipedia).

In den vergangenen Monaten hat es bereits etliche Mühen gebraucht, um überhaupt erst einmal Zufahrten zu der beabsichtigten Baustelle herzustellen. Merle hob hervor, dass neben den anfallenden 36.500 Euro der Eigentümer Graf Westerholt zusätzlich 10.000 Euro aus eigener Tasche in das Nachhaltigkeitsprojekt dazulegt.

Appell des Landrats: die Zufahrtswege sind nicht für privaten Pkw-Verkehr gedacht

Einen dringenden Appell richteten Landrat und Bürgermeister an die Bürgerschaft: die hergerichteten Wege sind nicht zum Befahren durch private Pkw gedacht. Es wird ausdrücklich um Verständnis gebeten und darum, die bevorstehenden Arbeiten nicht zu gefährden. Wenn im Herbst der Teich ganz abgelassen und abgefischt wird, muss dies nicht zum Verdruss für Naturliebhaber führen: der Teich wird danach wieder „bespannt“ (gefüllt) werden.

Diese neu angelegten Zufahrtswege sind nicht dafür hergerichtet, sie mit privaten Pkw zu befahren. Sie dienen als Erschließung für die eigentlichen Bauarbeiten am Teich, die noch anstehen.

Gräben müssen neu angelegt werden.

Umfangreiche Bauarbeiten bereits im Vorfeld der eigentlichen Maßnahme.

Ein neues Entwässerungssystem muss hergestellt werden.

Fachleute aus mehreren Fachbehörden inspizieren die Baumaßnahme am Schalksbachsteich.

Blick auf die Schönheit des Schalksbachteichs. Fotos: Amt für den ländlichen Raum