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Demografie: Vogelsbergkreis im wissenschaftlichen Fokus des Berlin-Instituts

12.12.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Bürgermeister Stock und Demografie-Expertin Wagner am Mittwoch zu Gast auf Schloss Ettersburg/Thüringen

VOGELSBERGKREIS.   12. Dezember 2011.

Gerade ländliche Räume müssen Anpassungsprozesse in den Griff bekommen, die mit dem Geburtenrückgang, der Überalterung und dem Wegzug junger Menschen zu tun haben: es geht um die Lösung der demografischen Frage. Nun hat das renommierte Berlin-Institut zwei Landkreise wissenschaftlich genauer in den Blick genommen, um unter anderem herauszufinden, was denn die Faktoren sein könnten, die die Dörfer stabilisieren.

Der Vogelsbergkreis in Hessen und der Landkreis Greiz in Thüringen sind im Forschungsprojekt „Die Zukunft der Dörfer“ sozusagen die Prototypen zum Ableiten wesentlicher Erkenntnisse – nicht zuletzt für die Kreis- und Kommunalpolitik. Deshalb fahren am Mittwoch, 14. Dezember, Lautertals Bürgermeister Heiko Stock und Margit Wagner, Demografie-Expertin in der Kreisverwaltung, nach Thüringen, um auf Schloss Ettersburg über die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume zu diskutieren.

Deutschlands Bevölkerung schrumpft und altert. Insbesondere ländliche Räume verlieren deutlich an Einwohnern. Viele jüngere Menschen wandern ab, es fehlt an Fachkräften, die Einnahmen der Kommunen sinken. Wohnhäuser stehen leer und Immobilien verlieren stark an Wert. Die Dörfer sind zum Teil in ihrer Existenz gefährdet, stellt das „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ in seiner Studie fest. Eine Erkenntnis: Je kleiner die Orte und je weiter sie von Städten entfernt sind, desto schwieriger ist oft die Situation.

In der Studie des Berlin-Instituts im Auftrag der Stiftung Schloss Ettersburg (Thüringen) wurden mehr als 300 Dörfer (bis 500 Einwohner) in Thüringen (Landkreis Greiz) und in Hessen im Vogelsbergkreis detailliert untersucht hinsichtlich ihrer Zukunftschancen. Begleitet wurde die Studie vom Amt für den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises sowie von etlichen Bürgermeistern durch Interviews und das Bereitstellen von Daten.

Dorf ist nicht gleich Dorf

Eine wichtige Erkenntnis: Dorf ist nicht gleich Dorf, zum Beispiel „werden die Entwicklungschancen von der Lage oder vom bürgerschaftlichen Engagement wesentlich beeinflusst“, betont Margit Wagner. Wesentliche Faktoren für die Zukunftsfähigkeit seien die Altersstruktur, die Bevölkerungsentwicklung, der Leerstand von Gebäuden, der Vitalitätsgrad des Vereinslebens und die Entfernung zu den nächstgelegenen Zentren. Laut Berlin-Institut lassen sich jetzt neue Schlussfolgerungen und erste Handlungsempfehlungen zur Zukunftsfähigkeit dörflicher Siedlungsstrukturen ableiten.

Am 14. Dezember wird in Schloss Ettersburg bei Weimar mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, der lokalen Wirtschaft sowie mit Regionalplanern und Demografieexperten eine erste Informations- und Diskussionsrunde zu den Ergebnissen der Studie stattfinden. Der Vogelsbergkreis wird mit Margit Wagner, als Leiterin der Dorf- und Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung und mit Bürgermeister Heiko Stock (Gemeinde Lautertal) vertreten sein.

Bürgermeister Stock wird ein Impulsreferat zu den demografischen Herausforderungen für Kommunen im ländlichen Raum geben. Zentrale Themen sind dabei die Anpassung der technischen Infrastruktur und der Umgang mit Leerstand. Zugleich wird der Ausbau von erneuerbaren Energien als große Chance für den ländlichen Raum zum Thema gemacht.

Die Ergebnisse der Studie „Zukunft der Dörfer“ werden am 16. Januar 2012 in Romrod präsentiert und mit Vertretern von Land, Kreis, Kommunen und weiteren Experten diskutiert, erläutert Margit Wagner.

Auf der Grundlage der Analyse geht es letztendlich um Zukunftschancen und erste Handlungsempfehlungen für den ländlichen Raum. „Das passt inhaltlich gut zum Aktionsprogramm „Regionalstrategie Daseinsvorsorge“, so Wagner. Der Vogelsbergkreis ist eine der 21 Modellregionen (wir berichteten zum Projekt „MORO“), die sich intensiv mit den genannten Themenbereichen beschäftigen wird. Zudem können diese Plattformen dazu genutzt werden, die begonnene Diskussion zu differenzierten Standards zwischen Stadt und Land weiter voran zu bringen, ist Frau Wagner überzeugt.

Informationen zur Studie „Die Zukunft der Dörfer“
www.berlin-institut.org