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Erster Kreisbeigeordneter Görig: Die jungen Menschen einzubinden, erhöht die Attraktivität der Region

02.12.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Erster Kreisbeigeordneter Manfred Görig unterstrich in seiner Rede beim Netzwerktreffen die Notwendigkeit einer breiten Beteiligung junger Menschen. Foto: Vogelsbergkreis

Große Resonanz beim Netzwerktreffen „Vielfalt“ – Im Fokus: Beteiligungsorientierte Jugendarbeit

VOGELSBERGKREIS. 2. Dezember 2011.

„Ich freue mich über das stabile und nachhaltig angelegte Netzwerk, das zum zuverlässigen Partner für die beteiligungsorientierte demokratische Weiterentwicklung unserer Region und ihrer Jugendarbeit geworden ist.“ Dies sagte Erster Kreisbeigeordneter Manfred Görig in der Fachschule für Sozialpädagogik in Lauterbach, wo kürzlich ein Netzwerktreffen des Pro-Demokratie-Projekts „Vielfalt tut gut“ stattfand. Fast 70 Personen – vom Kinder- und Jugendparlament bis zu Vertretern der Seniorengeneration – nutzten die Zusammenkunft auch als Ergebniskonferenz des Teilprojekts „Demografischer Wandel – Chancen und Ressourcen für eine sozialraum- und beteiligungsorientierte Jugendarbeit im ländlichen Raum“, das im vergangenen Jahr mit dem ersten Preis im Hessischen Demografie-Wettbewerb ausgezeichnet worden war (wir berichteten). Das Netzwerk begleitet die Bundesprojekte „Vielfalt tut gut“ sowie das Nachfolgeprojekt „Toleranz fördern und Kompetenz stärken“.

Das Projekt habe sowohl die demokratischen als auch die demografischen Aspekte im Blick, betonte Manfred Görig in seiner Rede. Silvia Lucas, Sozialwissenschaftlerin im Vogelsberger Jugendamt betonte, das zentrale Beteiligungsprojekt mit dem Fokus auf die 10- bis 20-Jährigen liefere die empirische Grundlage für die Strategieentwicklung der Jugendarbeit im Vogelsbergkreis.

Über parteipolische und weltanschauliche Grenzen hinweg arbeite das Netzwerk zielgerichtet für die demokratische Gestaltung der Region zusammen und wirke so aktiv rechtsextremen, intoleranten und fremdenfeindlichen Tendenzen entgegen, sagte Erster Kreisbeigeordneter Görig. Die Zielvorgabe des Bundesjugendministeriums, nämlich die Entwicklung einer integrierten lokalen Strategie für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, sei klar erfüllt worden. Breites Engagement und ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik in unserer Region machten den Erfolg aus.

Seit 2007 seien im Rahmen von „Vielfalt tut gut“ 80 unterschiedliche Einzelprojekte mit Jugendlichen und Erwachsenen im Vogelsbergkreis durchgeführt worden. Nicht nur die aktuellen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und antidemokratischen Einstellungen, „sondern auch deren Ursachen und mögliche Gegenstrategien werden und wurden in den Netzwerkdiskussionen berücksichtigt“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete.

„Wenn wir die jungen Menschen verlässlich in unser Gemeinwesen einbinden und ihre Wünsche kennen, dann ist das gut für unsere Demokratie und es erhöht die Attraktivität unserer Region“, sagte Görig. Mithin sei das Vorhaben Demokratie- und Demografie-Politik in einem. Auf die glanzvolle Auszeichnung des Projekts durch den ersten Platz im Hessischen Demografiepreis sei der ganze Vogelsbergkreis stolz, sagte der Erste Kreisbeigeordnete. Er dankte der Sozialwissenschaftlerin Katja Stephan aus Berlin für Rat und wesentliche Impulse sowie dem Führungsteam des Pro-Demokratie-Projekts im Jugendamt, mit Silvia Lucas als Sachgebietsleiterin und Projektverantwortlicher an der Spitze.

Manfred Görig sagte, das Vogelsberger Pro-Demokratie-Projekt „Toleranz fördern“ habe leider auch einen sehr aktuellen Bezug. Denn die Nachrichten der letzten Tage, dass rechtsextreme Straftäter vor dem Hintergrund ihrer menschenverachtenden Ideologie jahrelang mordend durch das Land ziehen konnten, „erschüttert mich zutiefst“, so Görig. „Schauen Sie weiter hin und werden sie bzw. bleiben Sie aktiv für eine wehrhafte Demokratie“, sagte der Görig unter dem Beifall der Kongressteilnehmer.

Gelingende Jugendarbeit könne nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden, sondern als Beitrag zur Weiterentwicklung der Region, unterstrich Manfred Görig. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit der präventiven Arbeit, die nicht nur sinnvoll sei und die Attraktivität der Region für Jugendliche stärke, sondern gleichzeitig auch dazu beitrage im Bereich der Intervention deutlich Kosten verringern zu können.

Matthäus Friederich, Referatsleiter Bürgerengagement und Demografie bei der Hessischen Staatskanzlei überbrachte die herzlichen Grüße von Staatsminister Axel Wintermeyer, der das durch ihn persönlich preisgekrönte Projekt mit hohem Interesse verfolge. Friederich lobte den Beteiligungsansatz im Vogelsbergkreis, der sich auch in den positiven Ergebnissen der Studie „Die Zukunft der Dörfer“ des Berlin-Instituts abbilde. Silvia Lucas freute sich über engagierte Veranstaltungsorganisation der Fachschule für Sozialpädagogik, die bei der Durchführung der Dorfanalysen im Projekt aktiv beteiligt gewesen war.

Mehrere Arbeitsgruppen befassten sich während des Kongresses mit den weiteren Planungen und Strategien. Die Öffentlichkeit soll hierüber in wenigen Tagen informiert werden, erläutert Silvia Lucas.