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Landrat Lipphardt plädiert für die Bewahrung der Innenstädte

09.10.1998 Von: Vogelsbergkreis - Pressestelle - 36339 Lauterbach

Lipphardt plädiert für die

Bewahrung der Innenstädte

Bürgermeister diskutierten über „Zukunft des

Handels in der Stadt“ - Weiteres Thema: Euro

VOGELSBERGKREIS ( ). Zentrales Thema der jüngsten Bürgermeisterdienstversammlung im Lauterbacher Landratsamt war die Frage, welchen Einfluss die Kommunalpolitik auf die Bewahrung der Innenstädte haben kann bzw. haben muss. „Mit der Bauleitplanung haben Sie es in der Hand, ob die Innenstädte eine Zukunft haben“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Gießen, Karl-Heinz Troppenz, in seinem Referat vor den Vogelsberger Bürgermeistern.

In der Runde hieß Landrat Hans-Ulrich Lipphardt erstmals die beiden neuen Verwaltungschefs aus Homberg und Feldatal, Volker Orth und Ernst-Uwe Offhaus, herzlich willkommen. Lipphardt griff die These des IHK-Vertreters auf und bejahte ausdrücklich die „Zulässigkeit einer Steuerung, mindestens aber eine Korrektur-Aufgabe“ der örtlichen Politik, wenn es um die Ansiedlung großer Märkte und die gleichzeitige Herausforderung gehe, die gewachsenen Innenstädte zu bewahren. Die historischen Stadtkerne brauchten Handel und Wandel, sie schüfen Identifikation der Bürger mit ihrer eigenen Stadt, so Lipphardt. Karl-Heinz Troppenz sagte wörtlich: „Fehlentwicklungen darf der Staat umsteuern. Das ist ordnungspolitisch erlaubt.“

Karl-Heinz Troppenz berichtete in seinem Vortrag von erheblichen Nachfrageverschiebungen im Einzelhandelsbereich. Vor allem die gewachsene Mobilität habe große Veränderungen im Einkaufsverhalten mit sich gebracht. Troppenz sagte für das Jahr 2005 voraus, dass 40 Prozent des Umsatzes dann „von anderen an anderer Stelle“ gemacht werden würden. Troppenz empfahl den Bürgermeistern neben einer abwägenden Bauleitplanung unter anderem eine aktive Ansiedlungspolitik für den Innenstadtbereich, City-Marketing und eine angepasste Verkehrspolitik. Darüber hinaus sei es wichtig, dass die Akteure gut zusammenarbeiteten. Während Bürgermeister Rudolf Marek (Romrod) darauf hinwies, dass bisweilen die Regionalplanung vor Ort Ideen bremse, warf Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (Schlitz) die Frage auf, ob sich die Städte gegen den veränderten Willen der Verbraucher stellen dürften. Bürgermeister Rainer Vollmöller (Lauterbach) stellte heraus, dass die Kommunalpolitik nicht über die Qualiltät der Einzelhandelsgeschäfte entscheiden könne.

Werner Hoffmann von der Kommunalen Informationsverarbeitung Hessen (KIV) erläuterte der Bürgermeisterrunde ausführlich, welche Anforderungen die Verwaltungen im Zuge der Euro-Einführung zu bewältigen haben werden. Bereits ab 1. Januar 1999 können unbare Zahlungen in Euro erfolgen. Eine Fülle von Computer- und Formular-Änderungen stehen dann in den kommenden zwei Jahren an. Verträge, Gebühren und Satzungen müssen angepasst, Automaten und die Haushaltspläne auf die neue Währung umgestellt werden. Hofmann berichtete, dass der endgültige Umrechnungkurs von DM in Euro am 31. Dezember 1998 von der Europäischen Zentralbank festgelegt wird, und zwar auf fünf Stellen hinter dem Komma genau. Der Kurs wird voraussichtlich bei 1,96 DM für einen Euro liegen. Wichtig sei es, das Problem der Rundungen und Glättungen gerecht und handhabbar zu lösen. An die Bürgermeister appellierte der KIV-Experte, „Euro-Verantwortliche“ in den Verwaltungen zu benennen. Damit der Umrechnungsvorgang transparent wird für die Bürgerinnen und Bürger, empfiehlt das KIV, zu den Erklärungen und Bescheiden, die bis Ende 2001 noch in DM erfolgen werden, den Betrag zur Information auch in Euro auszuweisen.