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Voller Erfolg: Ärzte und Krankenhäuser warben für die Vorzüge des Vogelsbergs

20.05.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Die Medizinstudentinnen und –studenten zeigten in der Giessener Kongresshalle großes Interesse an den Informationen, die Hausärzte und drei Vogelsberger Krankenhäuser auf einem gemeinsamen Messestand anboten. Foto: Michael Buff

Arzt Michael Buff: „Echtes Interesse von Medizinstudenten für Landarztpraxis spürbar“

VOGELSBERGKREIS.   20. Mai 2011.

Renate Meudt, die in der Kreisverwaltung das Gesundheitsamt und den Arbeitskreis „Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“ leitet, freut sich sehr über den großen Erfolg der Kontaktbörse, die vor wenigen Tagen in Gießen stattfand. Den Erfolg beschreibt die Ärztin zum einen im wahrnehmbaren Interesse von Studierenden, zum anderen im „erstmals auf diese Weise gezeigten Schulterschluss von niedergelassenen Ärzten und den hiesigen Krankenhäusern“. Man sei auf einem guten Wege, die ärztliche Versorgung besser sichern zu können. Die Aktion werde gewiss fortgesetzt werden.

„Es gab viele ernsthafte Interessentinnen und Interessenten für Stellen in den regionalen Krankenhäusern. Und es gibt sie tatsächlich noch, die Medizinstudentinnen und -studenten, die es sich vorstellen könnten, Hausärzte auf dem Land zu werden“, berichtet Michael Buff, Hausarzt in Homberg/Ohm, der in Gießen gemeinsam mit Krankenhausärzten für den besonderen Vogelsberger Weg und die Vorzüge der Region warb.

Es macht sehr wohl Sinn, Präsenz zu zeigen, betont der Mediziner, der in Renate Meudts Arbeitskreis sehr aktiv ist. Buff berichtet, dass sich bei der Ausbildungsmesse für Medizinstudenten in der Gießener Kongresshalle viele Kliniken und Klinik-Ketten aus ganz Deutschland präsentiert haben.

Dabei hebt Michael Buff hervor: „Unser Stand war anders als alle anderen. Zum einen habe sich der Vogelsbergkreis als Region mit drei unterschiedlichen Kliniken – Eichhof Lauterbach, Kreiskrankenhaus Alsfeld und Kreiskrankenhaus Schotten – im Schulterschluss präsentiert, zum anderen sei der Vogelsberg der einzige Anbieter gewesen, der gezielt für die Ausbildung zum Allgemeinmediziner geworben habe. „An unserem Vogelsberger Stand waren die Krankenhäuser und die niedergelassenen Ärzte gemeinsam am Start - ich war der einzige Hausarzt auf der ganzen Messe“, beschreibt Michael Buff die Besonderheit der Vogelsberger Aktion.

Michael Buff hebt die harmonische Zusammenarbeit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Vogelsbergkreis hervor. Ärzte und Verwaltungsleute aller drei Kliniken waren vor Ort. „Von Konkurrenz war fast nichts zu spüren“, freut sich Buff über den kooperativen Geist. Viele Gespräche hätten eine große Offenheit gezeigt. „Wir alle sind offensiv auf die jungen Menschen zugegangen – es gab kaum Gesprächspausen.“ Der Vogelsbergkreis habe „punkten“ und ein positives Image verstärken können. Teilweise noch vorhandene Ressentiments könnten mit einer solchen offenen Dialogform gut abgebaut werden.

Aus Sicht von Michael Buff ist die gute Anbindung an Gießen ein hervorragender Standortvorteil für den Vogelsberg. Studenten könnten erst einmal dort wohnen bleiben. Es habe auch etliche Anfragen bezüglich Famulaturen (Praktikumszeiten während des Medizinstudiums) gegeben. Die Struktur der Krankenhäuser in Lauterbach, Alsfeld und Schotten böten ein breites Ausbildungsspektrum – die Studierenden suchten genau das.

Es habe viele Nachfragen zum Stichwort „Integrierte ärztliche Weiterbildung zum Hausarzt“ gegeben. Hier wünschen sich die Studenten einen einmaligen Vertragsabschluss über die gesamte Weiterbildungszeit mit einem fest stehenden Weiterbildungsprogramm. Insbesondere Frauen hätten nach flexiblen oder gleitenden Arbeitszeiten – Kinder sollen erst in die Schule gebracht werden können – gefragt. Konkrete Angebote einer Kinderbetreuung können als sehr wichtig eingeschätzt werden, unterstreicht Renate Meudt und verweist hierbei auf weitere Themenfelder im lokalen Bündnis für Familie, die sich damit beschäftigen.
 
Die gelungene Aktion mit einem eigens hierfür hergestellten, redaktionell mit allen Beteiligten abgestimmten Flyer, ist ein Projekt des „Arbeitskreises ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“. Dieser Arbeitskreis ist „Produkt“ der großen Gesundheitskonferenz im vergangenen November in Lauterbach (wir berichteten), auf der breit diskutiert worden war, mit welchen Maßnahmen mehr junge Leute bewogen werden könnten, eine Arztpraxis im Vogelsbergkreis betreiben zu wollen.

Dem Kongress vorausgegangen war die Erstellung eines Konzepts zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung, was wiederum auf die Initiative des Arbeitskreises Gesundheit und Pflege im Vogelsberger Bündnisses für Familie zurückgeht.

Aufmerksame Zuhörer.

Dr. Martin Graupner (Kreiskrankenhaus Schotten) im Gespräch.