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Beirat der Vogelsberg Consult stattete fünf Unternehmen einen Besuch ab, die mit Geld aus Europa gefördert wurden

13.05.2011 Von: Vogelsberg Consult GmbH

Der Kletterwald auf dem Hoherodskopf ist mit Geld aus LEADER gefördert worden. So hatte es der Vogelsberg-Consult-Beirat beschlossen. Auf dem Foto von links: Thomas Schaumberg, Geschäftsführer der VBC, Bernd Dickel, Wirtschaftsförderung Vogelsberg-Region e.V., Ernst Richter, DGB-Vorsitzender Mittelhessen, Matthias Sebald (Amt für den ländlichen Raum), Gerda Krömmelbein (FW-Kreistagsabgeordnete), Gerhard Ruhl, Erster Kreisbeigeordneter, Dr. Frank Wendzinski (IHK Gießen-Friedberg), Tanja Heinz (Vogelsberg Consult), Gudrun Huber (Sprecherin der Fraueninitiativen Vogelsberg) und Margret Jöckel (SPD-Kreistagsabgeordnete).

Gerhard Ruhl: „Es ist wirklich lohnend, auf das Positive im Vogelsberg zu schauen“

VOGELSBERGKREIS.  13. Mai 2011.

Was haben eine Tischlerei in Metzlos, eine Spirituosenfabrik in Schotten, ein Restaurant in Volkartshain, der Kletterwald und die Minigolfanlage auf dem Hoherodskopf sowie ein Brauhaus in Landenhausen gemeinsam? Alle diese privaten Unternehmen wurden in ihren Investitionen zur Gründung oder zur Erweiterung mit Geld aus Europa unterstützt. Die Entscheidung hierzu lag mit in den Händen der Mitglieder des Vogelsberg-Consult-Beirats, der aus Sicht von Brüssel und Wiesbaden „Regionales Entwicklungsforum“ heißt. Denn das ist die Aufgabe des Gremiums: Projekten durch seine Zustimmung den Weg zu Fördermitteln ebnen, um so die Potenziale der Region schneller und besser zu entwickeln. Begleitet wurden die Beiratsmitglieder von Diplom-Geograf Matthias Sebald vom Amt für den ländlichen Raum, der die Projektträger im Förderverfahren und bei der Umsetzung der Vorhaben unterstützt.

„Lassen Sie uns gemeinsam auf die vielen positiven Merkmale unseres Vogelsbergs schauen.“ Diesen Appell des Ersten Kreisbeigeordneten Gerhard Ruhl, der Landrat Marx als Vorsitzenden des VBC-Beirats vertrat, beherzigten die Mitglieder des Gremiums sehr gerne und konnten anhand von fünf Beispielen die Effekte kluger Regional- und Wirtschaftsförderung ganz praktisch vor Ort im Wortsinn auf der Rundreise er-fahren. Die 10-köpfige Delegation reiste nach Grebenhain, Schotten und Wartenberg, um herauszufinden, was aus den genehmigten LEADER-Geldern geworden ist: Firmen wurde gegründet oder erweitert, Arbeitsplätze wurden geschaffen.

Alle besuchten Unternehmer hatten eine fast gleichlautende Einschätzung. Erstens: Gut, dass es diese die Region stärkende Regionalförderung bei der Umsetzung innovativer Ideen gibt. Und zweitens: Sehr schade, dass es den Unternehmen im Behördendschungel oft so schwer gemacht wird. Zu viel Energie müsse in bürokratische Abläufe gesteckt werden. Vizelandrat Ruhl und VBC-Chef Schaumberg haben den Unternehmern zugesagt, ihren Einfluss für mehr Praxisnähe und Wirtschaftsfreundlichkeit geltend zu machen.

Die Mitglieder des regionalen Entwicklungsforums hatten sich einen herrlichen Sonnentag für eine spannende und lehrreiche Exkursion durch den Vogelsberg ausgesucht. Und auch sonst gab es an diesem Tag ausschließlich positive Nachrichten. Die Damen und Herren im Beirat der Vogelsberg Consult GmbH wollten wissen: was geschieht eigentlich mit dem Geldern aus Europa (LEADER), deren Zahlungsfluss die Fachleute auf der regionalen Ebene auf den Weg gebracht hatten. Immerhin befand das Gremium allein in den vergangenen drei Jahren über Mittelvergaben in einer Größenordnung von über einer Millionen Euro. Damit ist gut das Dreifache an Investitionen angestoßen worden. „Eine wahrnehmbare Wirkung in der Region – ein Gewinn für Wirtschaft und Kultur des Vogelsbergkreises“, machte Thomas Schaumberg, Geschäftsführer der Vogelsberg Consult, deutlich.

Tischlerei Oestreich GmbH in Grebenhain-Metzlos

Tischlermeister Marko Oestreich präsentierte voller Stolz seine neue Küchenausstellung und die Werkstatterweiterung in Grebenhain-Metzlos, die mit Hilfe der EU-Förderung möglich wurde. Neben der individuellen Möbelherstellung – keine Serienfertigung – und soliden Holztreppen ist das nun ein drittes Standbein des Unternehmens, das seinen Wirkungsbereich ausschließlich im Vogelsberg hat. „Bei uns muss niemand mit dem Firmenbus morgens nach Frankfurt auf Montage“, freute sich Inhaber Marko Oestreich, dem die regionale Orientierung sehr wichtig ist. Daher bat er das Gremium und die Kreispolitik auch eindringlich, sich für den Fachklassen-Standort an der Max-Eyth-Schule in Alsfeld stark zu machen. Der Unternehmer sparte nicht mit Kritik an bürokratischen Abläufen: „Gerade den kleinen Firmen wird es durch hohe Auflagen oft zu schwer gemacht“, beklagte er. Der Fachkräftemangel sei das Thema Nummer eins. Daher bildet sein Betrieb die eigenen Fachleute gerne selbst aus.

Informationen: www.tischlerei-oestreich.de

Getränke Herbert GmbH & Co. KG in Schotten

„Original Herberts freche Früchtchen“ können Dank der EU-Unterstützung jetzt rationeller vermarktet werden. Mit Hilfe des Fördergeldes aus Brüssel konnte Geschäftsführer Markus Herbert eine halbautomatische Abfüllanlage anschaffen, die die Produktivität erhöht. Gleichzeitig wird aber kein Arbeitsplatz abgebaut, sondern im Gegenteil es wurde ein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen, freute sich VBC-Geschäftsführer Schaumberg beim Besuch in Schotten. Auch von diesem Unternehmer kam der Appell, die kleinen Unternehmen und den Mittelstand zu stärken. „Die Bürokratie ist oft erschreckend“, stellte Markus Herbert gegenüber den Beiratsmitgliedern heraus. In Schotten werden in Kooperation mit Mitarbeitern der REHA Schotten vier verschiedene Frucht-Spirituosensorten von Hand und ohne Chemie abgefüllt und vorrangig in die neuen Bundesländer „exportiert“.

Informationen: www.getraenke-herbert.de

Restaurant „Unterm Walnussbaum“ in Grebenhain-Volkartshain

Wer es nicht kennt, würde es in der 160-Seelen-Gemeinde Volkartshain fernab von Autobahnen und Bundesstraßen nicht vermuten, dieses Restaurant der Spitzenklasse mit ausgewählten und sehr besonderen Produkten: „Unterm Walnussbaum“, von Inhaber und Koch Benedikt Acht im Oktober vergangenen Jahres gegründet und nun mit dem Zuschuss aus LEADER-Mitteln für den Umbau und die Restaurantausstattung noch besser am Start zur Attraktivierung des kulinarisch-touristischen Angebots der Region. Der 30-jährige Küchenchef hat viele Erfahrungen gesammelt, unter anderem in mehreren spanischen Sterne-Restaurants, was sich deutlich auf die Kreationen auswirkt. Die Familie aus dem Rhein-Main-Gebiet hat den Schritt in die Firmengründung gewagt, weil sie von der Hochwertigkeit ihres Konzepts überzeugt ist: nicht die Speisekarte ist umfangreich, sondern die Bestandteile der angebotenen mehrgängigen Menues sind üppig und beispiellos differenziert, die Bestandteile von höchster Qualität, was auch für die Weine und exklusive nichtalkoholische Spezialitäten gilt. „Nicht experimentell und abgehoben – sondern von außergewöhnlichem Geschmack, das ist unsere Devise“, sagte Benedikt Acht.

Informationen: www.untermwalnussbaum.de

Kletterwald und Minigolfanlage auf dem Hoherodskopf

Was seit einigen Monaten deutlich zur Attraktivitätssteigerung auf Schottens Hausberg beiträgt, liegt in der Verantwortung von Christoph Heinz und Stefan Dolzer von der H & D Kletterwald GmbH & Co. KG. Der Kletterwald erfreut sich größter Beliebtheit, nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, die den zweithöchsten Berg des Vogelsbergs besuchen. Gleiches gilt auch für die liebevoll angelegte großzügige Adventure-Minigolfanlage in der Nähe des Pkw-Parkplatzes. Beide Vorhaben sind als Anschub durch LEADER-Fördermittel unterstützt worden. VBC-Geschäftsführer Schaumberg hob den „enormen touristischen Effekt“ der beiden Einrichtungen hervor, der jedoch auch für die Einheimischen ein echter „Qualitätssprung“ sei. Im Bereich des Naturparks seien in den vergangenen Jahren über 20 Einzelprojekte über LEADER gefördert worden, unter anderem das Info-Zentrum des Naturparks, die Restauration des Bismarckturms und Wanderwege.

Informationen: www.kletterwald-hoherodskopf.de

Wartenberger Brauhaus GmbH in Landenhausen

Lars Hauck, Gunther Thias und Rolf Maday haben sich in Landenhausen etwas ganz Besonderes vorgenommen, was es so bisher noch nicht im Vogelsbergkreis gab: eine kleine Brauerei im ehemaligen Back- und Spritzenhaus wird das touristische und Genuss-Angebot der Region nicht nur in Wartenberg bereichern. Das selbst gebraute Bier wird im Brauhaus und davor feilgeboten, und zwar zunächst sonntags von 14 bis 20 Uhr. Geneigte Nutzerinnen und Nutzer können das „Hausmacher-Bier“ ab Juni dort auch in mitgebrachten Gefäßen gerne kaufen und mit nach Hause nehmen. Das Projekt dieses naturbelassenen, „liebevoll von Hand gebrauten“ Biers mit bestem Vogelsbergwasser wurde auch aus Mitteln von LEADER gefördert, erläuterte Matthias Sebald von der zuständigen Bewilligungsstelle beim Landkreis. Nach Auffassung von Thomas Schaumberg ist das neue Brauhaus ein weiterer Mosaikstein in der Attraktivität gerade des wachsenden Fahrrad-Tourismus. Dieses Highlight werde sich schnell herumsprechen, gab sich Schaumberg überzeugt, der gegenüber Bürgermeister Manfred Dickel auch den Faktor „Belebung des Ortskerns“ lobend erwähnte, die in Landenhausen mit diesem Projekt wirklich ernst genommen werde.

Kontakt: www.dorfbräuhaus.de

Wie geht das eigentlich – regionale Wirtschaftsförderung?

Im VBC-Beirat werden die Projekte und Ideen von jungen Unternehmen, Kommunen und Initiativen vorgestellt und im Beirat diskutiert und anhand der Ziele des Regionalen Entwicklungskonzeptes „Vulkan aktiv“ priorisiert.
Fachlich beraten wird das Regionalforum durch die Abt. Regionalentwicklung beim Amt für den ländlichen Raum, in dessen Zuständigkeit auch die Bewilligung der Zuwendung sowie die Auszahlung der Zuschüsse liegen. Dessen Mitarbeiter, Diplom-Geograf Matthias Sebald, äußerte sich sehr froh darüber, „wie gut die Gelder von EU, Bund und Land vor Ort die Wirtschaft und die Region stärken“.

Im VBC-Gesellschaftervertrag heißt es: „Aufgabe des Beirates ist es, auf der Basis eines regionalen Entwicklungskonzeptes die Prioritäten der Regionalentwicklung zu setzen. Dem Beirat obliegt die regionale Abstimmung zu struktur¬bedeutsamen Handlungsfeldern und sektoralen Politikfeldern des Landes Hessen. Darüber hinaus hat der Beirat die Geschäftsführung, den Aufsichtsrat und die Gesellschafter um¬fassend zu beraten.“ Im Regionalen Entwicklungs¬forum Vogelsberg sind alle relevanten Gruppen der Region vertreten. Die Mitglieder des Beirates und die entsendenden Organisationen sind im Vogelsberg ansässig bzw. der Vogelsberg gehört zu ihrem Wirkungsbereich, wie zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg als Selbstverwaltungsorgan (zuständig für die Kreise Vogelsberg, Wetterau und Gießen). Die Zusammenarbeit zwischen dem Amt für ländlichen Raum in der Kreisverwaltung und der Vogelsberg Consult bezeichnete Geschäftsführer Thomas Schaumberg als „eng und hoch effizient“.

Die VBC-Beiratsmitglieder zu Besuch bei Tischlermeister Marko Oestreich (rechts).

Die Abfüllanlage und die Einrichtung eines neuen Arbeitsplatzes bei der Firma Getränke Herbert in Schotten wurde mit EU-Mitteln gefördert. Markus Herbert ist auf dem Foto als Dritter von rechts zu sehen.

Inhaber Benedikt Acht (stehend, links) im Gespräch mit VBC-Geschäftsführer Thomas Schaumberg, der wie die Beiratsmitglieder das erlesene Konzept des Restaurants „Unterm Walnussbaum“ in Grebenhain-Volkartshain lobte.

Erster Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl (Mitte) und Bürgermeister Manfred Dickel (links) nahmen gemeinsam mit den VBC-Beiratsmitgliedern das neue Wartenberger Brauhaus in Landenhausen in Augenschein.

Die Jungunternehmer vor ihrem frisch eingeweihten Brauhaus in Landenhausen. Das Foto zeigt von links Lars Hauck, Gunther Thias und Rolf Maday.

Adventure Mini Golf auf dem Hoherodskopf – auch dieses Vorhaben wurde mit Fördermitteln aus der EU mit auf den Weg gebracht. Fotos: Vogelsberg Consult