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Zielfindung und Zielerreichung war Thema eines kreisweiten Workshops

13.05.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

In der Aula der Sparkasse Oberhessen in Lauterbach tagten 100 Fachleute zum Thema Zielerreichung. Foto: Vogelsbergkreis

Über 100 Vogelsberger Fachleute aus den Bereichen Sozialarbeit und Medizin bei gemeinsamer Fortbildung in der Sparkassen-Aula in Lauterbach

Im Alltag eines jeden Menschen spielen Ziele eine wichtige Rolle. Man setzt sich private Ziele, oder muss Ziele erreichen, die im Berufsalltag vorgegeben werden. Menschen mit psychischen Erkrankungen fällt es besonders schwer, überhaupt Ziele zu finden. Warum viele Ziele nie erreicht werden, bleibt in der Regel ungeklärt.

Über 100 Fachleute aus den Bereichen Sozialarbeit und Medizin nahmen in der Aula der Lauterbacher Sparkasse an einem zweitägigen Workshop teil, der sich intensiv mit dem vielschichtigen Thema der Zielfindung und Zielerreichung befasste. Die fachlichen Leiter der gemeindepsychiatrischen Einrichtungen und Dienste hatten die Veranstaltung mit dem Vogelsbergkreis organisiert. Als Trainerin war mit Dr. Maja Storch eine renommierte Psychologin und Psychoanalytikerin beauftragt worden, die mehrere Fachbücher geschrieben hat. Maja Storch lebt in Süddeutschland, arbeitet in Zürich und leitet an der dortigen Universität das Institut für Selbstmanagement und Motivation.

Im theoretischen Teil des Workshops stellte Maja Storch neue Forschungsergebnisse vor, die belegten, dass es oft nicht genüge, Ziele nur konkret zu formulieren, wie dies bei den sogenannten „S.M.A.R.T.-Zielen“ üblich sei. Hier ist Vorgabe, dass Ziele spezifisch, messbar, aktiv beeinflussbar, relevant und zeitlich definierbar sein müssen. Im Gegensatz dazu habe die Forschung nachgewiesen, dass bewusste und vor Allem auch unbewusste Bedürfnisse optimal aufeinander abgestimmt werden müssten, um die nötige Motivation bei demjenigen zu erzeugen, der Ziele erreichen will oder soll. Beispiele für Ziele, die mangels entsprechender Motivation oft nicht erreicht würden, seien der Wunsch, abzunehmen, mit dem Rauchen aufzuhören oder mehr Sport zu treiben.

Als praxiserprobte Methode, wie Ziele formuliert werden können, die motivierend wirken und attraktiv sind, stellte die Trainerin das „Zürcher Ressourcen Modell (ZRM)“ vor. Mit dieser Methode werden sogenannte „Motto-Ziele“ erarbeitet. Solche Ziele sind in einer bildhaften Sprache formuliert und beziehen sich ausschließlich auf positive Gefühle, die ausgelöst werden. Positive Gefühle aktivieren nachweislich vorhandene Ressourcen und eröffnen so neue Lösungswege. Weil es auf dem Weg zum Ziel immer wieder Schwierigkeiten geben kann, werden auch Sicherungen eingebaut. So wird vorab festgelegt, welche konkrete Reaktion erfolgen soll, falls eine bestimmte Schwierigkeit auftritt. Diese „wenn … - dann …“ Regelung, von Maja Storch auch „Elchtest“ genannt, erhöhe die Erfolgsaussichten.

Neben der Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen des ZRM standen praktische Übungen im Mittelpunkt des Workshops. In Kleingruppen wurde die vorgestellte Methode angewandt und es wurde beispielhaft für jeden Teilnehmer sein individuelles Motto-Ziel formuliert. Mehrere Teilnehmer waren von der Praxistauglichkeit der Methode so angetan, dass sie spontan ihr Interesse an einer aufbauenden Fortbildung äußerten, um selbst Trainer für das „Zürcher Ressourcen Modell“ zu werden.

Am Ende der Veranstaltung konnte Hans Dieter Herget als Geschäftsführer der Arbeitsgruppe der Fachlichen Leiter und als Koordinator für Soziale Dienste beim Vogelsbergkreis, ein durchweg positives Fazit ziehen. Er dankte Dr. Maja Storch für die kurzweilige Vermittlung der fachlich fundierten und für die Praxis wertvollen Inhalte. Auch dem „Haus am Kirschberg“, das die Versorgung der Teilnehmer in den Pausen übernommen hatte, sprach er seinen Dank aus. Zum Schluss wies Herget noch auf einen besonderen Aspekt der Veranstaltung hin: „Wenn sich über 100 Fachleute aus Vogelsberger Einrichtungen gemeinsam fortbilden, dient das nicht zuletzt auch der Stärkung der regionalen Identität“.