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Passivhaus Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Lauterbach hat eine Holzhackschnitzel-Heizung - Heimisches Holz als Energieträger

13.04.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Eine Pressemitteilung der ovag Energie AG

Eine Schnitzel-Depot mit Kamera und Licht

„Angenehme Wärme“: Tag der offenen Tür in der Holzhackschnitzelfeuerungsanlage in Lauterbach

Über eine „doppelte Attraktion“ freute sich Gitta Holloch, Leiterin der Alexander-von-Humboldt-Schule in Lauterbach. Einerseits: „Als wir erfuhren, dass die Beladung der Anlage vom Schulhof her erfolgen soll, hatten wir Bedenken, dass dies zu gefährlich sein könne. Die OVAG hat das allerdings so geschickt hinbekommen, dass die Abdeckung zum Depot ein Anziehungspunkt für die Skater geworden ist.“

Ins Grübeln sei die Schulleitung auch gekommen, ob es denn funktionieren könne, wenn nicht nur die Schule an sich beheizt würde, sondern überdies diverse Verwaltungsgebäude des Kreises im Goldhelg und der Bahnhofstraße. „Klappt aber prima“, resümiert Gitta Holloch zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Holzhackschnitzelfeuerungsanlage, welche die ovag Energie AG konzipierte, errichtete und betreut. „Und was wir spüren, ist eine sehr angenehme Wärme.“

Grund für diese erfreuliche Bilanz: Die ovag Energie AG lud jetzt zu einem Tag der offenen Tür in die Schule ein, um ihre Anlage en detail vorzustellen. Neben rund 120 Schülerinnen und Schülern nahmen die Möglichkeit eines Einblicks Landrat Rudolf Marx, Schuldezernent Hanns Michael Diening, Peter Schwärzel, stellvertretender Leiter des Amts für Gebäudemanagement und Horst Henneberg, der Erste Stadtrat von Lauterbach, wahr.

„Viele Jahre gab es im Kreis eine intensive Diskussion um die Möglichkeit, erneuerbare Energien aus dem heimischen Umfeld zu gewinnen“, erinnerte in einer kurzen Ansprache Rudolf Marx. Vorteilhaft sei es, dass Holz als heimischer Energieträger hier in Verbindung mit einer hoch gedämmten Gebäudebauweise zum Einsatz komme, was eine große Effizienz garantiere; nützlich, dass mit der ovag Energie AG ein kreiseigenes Unternehmen für die gute Umsetzung stehe.

160 Kubikmeter Holzhackschnitzel kann das Silo unter dem Asphalt des Schulhofes aufnehmen, verdeutlichte im Anschluss Thomas Eckhardt, Leiter der Abteilung Wärme, dezentrale Erzeugung bei der ovag Energie AG. Da seien in den besonders kalten Monaten ein bis zwei Lieferungen pro Woche notwendig. Aus dem Brennstoff Holz würden rund eine Million kWh Wärme jährlich erzeugt. Dadurch könnten über 100.000 Liter Heizöl-Äquivalente pro Jahr ersetzt werden.

Zu was der Lieferant im Stande ist, stellte die Firma FLK Löffler aus Grebenhain-Ilbeshausen an diesem Tag auf dem Schulhof nachdrücklich unter Beweis: Einen Baumstamm nach dem anderen hievte ein Kran in die Hackanlage als handele es sich um Streichhölzer, welche ein riesiger Traktor herangezogen hatte. In Sekundenbruchteilen spuckte ein Rüssel die Schnitzel in das Depot aus.

Im „Untergrund“ führte Eckhardt durch das Innenleben der Anlage. Besonders beeindruckt zeigten sich die Schüler von einem Touchscreen-Monitor, der auf Anhieb nicht nur ein Schema der Technik anschaulich zeigt, sondern zugleich aktuelle Temperaturen und die erzeugte Leistung dokumentiert. Was zunächst wie Schnickschnack anmutet, hat allerdings einen praktischen Hintergrund: Das Schnitzelsilo ist mit Kamera und Licht ausgerüstet. „Somit kann der Lieferant zu jeder Tageszeit prüfen, wann er Nachschub liefern muss“, erläuterte Thomas Eckhardt – damit Gitta Holloch und ihre Schülerinnen und Schüler auch bei bitterer Kälte stets verlässlich in „angenehmer Wärme“ zu Höchstleistungen in der Lage sind …

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Tag der offenen Tür in der Holzhackschnitzelfeuerungsanlage in der Alexander-von-Humboldt-Schule. Von rechts: Landrat Rudolf Marx, Schulleiterin Gitta Holloch und Lauterbachs Erster Stadtrat Horst Hennenberg.
Foto: OVAG, Andreas Matle