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Ministerium: Top-Team fürs Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg - Geschäftsstelle in der Adolf-Spieß-Straße offiziell eingeweiht – Wissenschaftlich begleitetes 10-Millionen-Euro-Projekt

21.03.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Volker Schmülling (Umweltministerium):
Top-Team fürs Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg

Geschäftsstelle in der Adolf-Spieß-Straße offiziell eingeweiht – Wissenschaftlich begleitetes 10-Millionen-Euro-Projekt

VOGELSBERGKREIS. 21. März 2011.

Die einzigartige biologische Vielfalt im Vogelsberg erhalten, den Landwirten neue ökonomische Perspektiven bieten und den Landtourismus stärken – das sind die Kernziele des Naturschutzgroßprojekts Vogelsberg. Der Projektträger ist der Verein Natur- und Lebensraum Vogelsberg e.V. Dessen Vorsitzender Karl-Peter Mütze begrüßte am Montag bei strahlendem Sonnenschein Dutzende von Vertretern aus Landes- und Kreispolitik sowie Bürgermeister sowie Vertreter der Landwirtschaft und des Naturschutzes zur offiziellen Einweihung der Geschäftsstelle des Projekts. Volker Schmülling vom Hessischen Umweltministerium lobte die herausragende Motivation des „Top-Projekt-Teams“. Außerdem werde unübersehbar deutlich: „Die Region trägt dieses große Vorhaben.“

Projektleiter ist der Diplom-Forstwirt Sebastian Stang. Er wird unterstützt von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Fanny Kapischke (Diplom-Geo-Ökologin) und Verwaltungs-Assistentin Ellen Smykalla. Das Projektbüro befindet sich in Lauterbach in der Adolf-Spieß-Straße 34 am Sitz des Amtes für den ländlichen Raum, das zur Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises gehört.

Für Vereinsvorsitzenden Mütze ist die Verzahnung aller relevanten Interessen vorrangig. Es gehe nicht darum, „in das Eigentum der Landwirte einzugreifen“, sondern vielmehr mit ihnen gemeinsam neue Perspektiven zu ermitteln. Das sieht auch Kreislandwirt Norbert Reinhart so. Ein großes Vertrauen sei bereits aufgebaut, das Amt für den ländlichen Raum stehe fest an der Seite des Projekts, das Planungsbüro habe hervorragende Grundlagen geschaffen, das Team sei hoch motiviert. 

Alle Redner lobten den Sachverstand und die Beharrlichkeit von Vereinsvorsitzendem Karl-Peter Mütze sowie den langen Atem aller Mitstreiter – rund fünf Jahre – der bisher bereits nötig war, um das Projekt gangbar zu machen. In einem Zeitraum von rund elf Jahren werden nun rund elf Millionen Euro in die Region geholt. 65 Prozent des Geldes kommen vom Bundesumweltministerium, 25 vom Land und 10 Prozent vom Vogelsbergkreis. Im zweistelligen Millionen-Budget für den Vogelsberg sind beispielsweise allein 2,6 Millionen Euro für die Erst-Erschließung von Biotopen und rund eine Million Euro für Gewässer-Renaturierungen, einschließlich von Auen vorgesehen.

Hervorgehoben wurde die politische Einmütigkeit im Vogelsberger Kreistag. „Die bisherige Harmonie wird sich auch im weiteren Fortgang zum Nutzen aller Beteiligten auswirken“, sagte Landrat Rudolf Marx. Im ersten Jahr werden in der Planungsphase rund 800.000 Euro verausgabt. Für Karl-Peter Mütze gehört zur sozio-ökonomischen Grundlagenermittlung die Klärung der Frage: „Was kostet Landschaftsschutz wirklich.“ Mütze und Ministeriumsvertreter Schmülling stellten das hohe wissenschaftliche Niveau des Projekts heraus. Es werde planvoll operativ vorgegangen.

Walter Kress aus Freiensteinau stellte für den NABU Vogelsberg die Natur in den Mittelpunkt. Sie müsse im Zentrum aller Überlegungen stehen, den sie stelle die Grundlage für alles dar. Landtagsabgeordneter Kurt Wiegel, der zugleich für den Kreisbauernverband sprach, wies auf die Notwendigkeit von „frischem Grün“ für die Attraktivität des wachsenden Tourismus hin. In allen Projektphasen sollten die Kommunen vor Ort aufs Engste eingebunden werden, riet er dem Projektteam.

Naturschutzgroßprojekt – was ist das?

Hauptziel des Projektes ist die nachhaltige Sicherung der bundesweit einmaligen Vielgestaltigkeit des Naturraums Hoher Vogelsberg. Dabei soll im offenen Dialog mit Naturschutz und Landnutzung nach Lösungs- und Maßnahmenpaketen gesucht werden, die auch die wirtschaftlichen Voraussetzung hierzu liefern können. Im Zeichen einer sich wandelnden Agrar- und Förderpolitik, kann durch das Projekt auch die besondere Fördernotwendigkeit der heimischen Agrarstrukturen gegenüber anderen Regionen herausgearbeitet werden. Das von Naturschutz und Landnutzern getragene Projekt, ist nicht nur wegen seiner hohen naturschutzfachlichen Bedeutung, sondern insbesondere auch wegen des gemeinsam abgestimmten Vorgehens von Naturschutz und Landnutzern, als Leuchtturm weit über die Kreisgrenzen anzusehen.

Mit der Eröffnung der Geschäftsstelle, kann die Arbeit des Projektteam voll aufgenommen werden. In einer 1. Phase von ca. drei Jahren, die mit rund 0,8 Mio. € durch das Bundesamt für Naturschutz, das Land und den Kreis gefördert wird, wird gemeinsam mit einem noch durch Ausschreibung zu ermittelndem Planungsbüros, die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans sowie einer sozioökonomischen Studie zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Maßnahmenumsetzung für das Projektgebiet erfolgen. Über die Fortschritte wird zeitnah in den einzeln Kommunen durch das Projektteam informiert.

Im Anschluss an die Planungsphase, soll das Projekt dann in die Umsetzungsphase gehen, die ebenfalls von Bund, Land und Kreis gefördert werden kann. In einem Zeitraum von 8 bis 9 Jahren sollen dann konkrete Projekte in der Region durchgeführt und die Landnutzer bei der Erhaltung des Lebensraums „Hoher Vogelsberg“ unterstützt werden.
Als Träger des Projektes wurde der Verein Natur- und Lebensraum Vogelsberg gegründet, der im Auftrag des Kreises das Projekt durchführt. Dem Verein gehören derzeit rund 70 Mitglieder unterschiedlichster Interessensgruppen und Organisationen an.

Drei Arbeitsgruppen

Projektbegleitend werden durch den Verein drei Arbeitsgruppen eingerichtet, welche die Themenfelder „Land-, Forstwirtschaft und Naturschutz“ , „Bioenergie“ sowie „Tourismus und Vermarktung“ vertreten werden.

Vereinsvorsitzender Karl-Peter Mütze appellierte an die Bürgerschaft, Mitglied im Verein zu werden – er hat zurzeit 80 Mitglieder, zu denen unter anderem der Landrat in Person und der Landkreis als Gebietskörperschaft angehört – und das Projekt breit zu unterstützen sowie in den unterschiedlichen Arbeitsgruppen im Verein mitzumachen.

Informationen: www.naturschutzgrossprojekt-vogelsberg.de

Telefon 06641 / 977-3528 und 977-3529
stang(at)naturschutzgrossprojekt-vogelsberg.de

Vereinsvorsitzender Karl-Peter Mütze (rechts) begrüßt zahlreiche Gäste aus Kommunal-, Kreis- und Landespolitik sowie Vertreter von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz.

Landrat Rudolf Marx lobt die Tatkraft von Karl-Peter Mütze.

Projektleiter Sebastian Stang erläutert das Projekt.

Kreislandwirt Norbert Reinhart lobt die gute Verzahnung der unterschiedlichen Interessen.

Volker Schmülling, Refaratsleiter im Hessischen Umweltministerium, lobt die breite Verankerung des Projekts in der Region.

Großes Interesse für die Ziele des Projekts.

Offizielle Einweihung des Projektbüros in der Lauterbacher Adolf-Spieß-Straße 34. Unser Foto zeigt in der vorderen Reihe von links:

Ellen Smykalla (Teamassistenz), Projektleiter Diplom-Forstwirt Sebastian Stang, Diplom-Geo-Ökologin Fanny Kapischke, Vereinsvorsitzender Karl-Peter Mütze, Volker Schmülling (Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und Landrat Rudolf Marx.

Fotos: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis

Ellen Smykalla, Sebastian Stang und Fanny Kapischke im Projektbüro.

Das Projektteam ist mobil.