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Dorferneuerung: Schotten wird Pilotprojekt für ganz Hessen - „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“ – Alle 15 Stadtteile arbeiten zusammen

18.01.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Dorferneuerung: Schotten wird
Pilotprojekt für ganz Hessen

„Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“ –
Alle 15 Stadtteile arbeiten zusammen

VOGELSBERGKREIS.  18. Januar 2011.

Das Land Hessen hat vor, die wichtige Dorferneuerung neu auszurichten: nicht nur der einzelne Ortsteil wird ins Blickfeld gerückt, sondern die gesamte Großgemeinde. Die Vogelsberg-Stadt Schotten ist für dieses Vorhaben das „Testfeld“. Ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept wird ab sofort unter aktiver Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürger aller 15 Stadtteile in Angriff genommen. Hierfür stellt das Land eine 100-Prozent-Förderung bereit.

Landrat Rudolf Marx und Bürgermeisterin Susanne Schaab freuten sich vor wenigen Tagen sehr über die Bereitstellung von 80.000 Euro, die dazu dienen sollen, die Abstimmungsprozesse für die bestmögliche Entwicklung der Gesamtkommune modellhaft für ganz Hessen zu bewerten. Die Fachabteilung Dorf- und Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung begleitet das Projekt auf örtlicher Ebene, ein Fachbeirat steuert und evaluiert das Verfahren.

„Wir haben gemeinsam die Verpflichtung, unserer Jugend und unseren Familien eine lebenswerte Infrastruktur und Wohnqualität zu schaffen und zu erhalten“, sagte Landrat Marx zu Ministerialrat Klaus Schüttler aus dem Wirtschaftsministerium im Rahmen der Auftaktsitzung des Fachbeirates im Rathaus Schotten. Wenn es um zentrale Fragen der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum gehe, um vitale Dörfer, um ehrenamtliches Engagement müsse man einerseits die Perspektive über den eigenen Ortsteil hinaus „hinbekommen“, und andererseits die Bürger in allen Orten „mitnehmen“.

Gemeinsam mit Bürgermeisterin Schaab freute sich der Landrat darüber, dass für dieses wichtige Vorhaben „Integriertes Entwicklungskonzept“ die Stadt Schotten ausgewählt worden sei. Denn die Dorferneuerung trage nennenswert zu der beschriebenen Zielsetzung bei – insbesondere im Hinblick auf die großen demographischen Herausforderungen. Seit Jahrzehnten sei dieses Landesprogramm ein für den Vogelsberg bewährtes Instrument zur Strukturstärkung und zugleich zur Förderung der regionalen Wirtschaft und habe schon so manchen Arbeitsplatz gesichert. Marx nannte konkrete Zahlen: allein von 2008 bis 2010 wurden für über 400 Dorferneuuerungs-Projekte 5,55 Millionen Euro Fördergelder gewährt, die ein Investitionsvolumen von 13,5 Millionen Euro betreffen. Das nannte Marx: „beeindruckend“.

„Das Pilotprojekt zeigt, dass das Wirtschaftsministerium die Stärkung der ländlichen Räume als hochrangig einschätzt“, sagte Bürgermeisterin Schaab. Wer den eigenen Lebensraum – unter aktiver Beteiligung der Bürgerschaft – mit hoher Motivation attraktiv halte, der werde Abwanderungstendenzen am ehesten entgegenwirken und Kultur, Sozialraum und Arbeitsplätze am besten sichern. Hierzu könne das Pilotprojekt wertvolle Beiträge leisten, die bisher nicht möglich gewesen seien.

Ein Fachbeirat begleitet das gesamte neue Verfahren wissenschaftlich und administrativ, damit eine möglichst gute Übertragbarkeit für alle Kommunen in Hessen dabei heraus komme, erläuterte der Referatsleiter Dorf- und Regionalentwicklung im Ministerium, Klaus Schüttler. Die Bürger-Mitwirkungsverfahren der bisherigen Dorferneuerung hätten sich deutlich bewährt – deshalb sei er zuversichtlich, dass sich mit den in Schotten modellhaft gewonnen Erfahrungen die Gestaltungsprozesse auch auf der Ebene der Großgemeinden organisieren lassen. Der „Probelauf“ in Schotten werde mit einem „Maximum an Kompetenz“ durchgeführt. Das Schottener Projekt habe zum Ziel, einen übertragbaren Leitfaden für die integrierten Entwicklungskonzepte im künftigen Dorferneuerungsverfahren zu gewinnen.

 

Vogelsberg-Landrat Rudolf Marx (links) überreicht an Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab (Zweite von links) den Bescheid für ein „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“. Der Referatsleiter im Wirtschaftsministerium, Klaus Schüttler (rechts) stellte den Pilotcharakter des Vorhabens heraus. Margit Wagner, Leiterin der Dorf- und Regionalentwicklung, begleitet das Projekt auf der örtlichen Ebene.
Foto: Amt für den ländlichen Raum

 

Tagung im Schottener Rathaus zur Neustruktierung der hessischen Dorferneuerungspolitik. Unser Foto zeigt den Fachbeirat, der das Verfahren zur IKEK-Erstellung in Schotten intensiv begleitet und steuert (von links): Professor Ulf Hahne (Universität Kassel), Landrat Rudolf Marx, Bürgermeisterin Susanne Schaab, Margit Wagner (Amt für den ländlichen Raum Vogelsberg), Charly Musseleck (Wirtschaftsministerium), Helene Rettenbach (Institut für Stadtentwicklung - berät im Bereich Bürgermitwirkung), Dr. Helga Jäger (Wirtschaftsministerium), Anke Enders-Eitelberg (Wi-Bank).
Foto: Amt für den ländlichen Raum