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Familienbündnis bewertet Verstärkung von Tagespflege-Angeboten des Landkreises positiv - Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Standortfaktor

11.01.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Familienbündnis bewertet Verstärkung
von Tagespflege-Angeboten positiv

Ortstadt: „Stolpersteine sind Ausbildung und Bezahlung“ – Viele Aktivitäten im Bereich „Vereinbarkeit Familie/Beruf“

VOGELSBERGKREIS.   11. Januar 2011.

Das Vogelsberger Familienbündnis bewertet die verstärkten Anstrengungen des Landkreises positiv, mit deutlich mehr Tagesmüttern und Tagesvätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Seit 2007 konnte die Zahl der Tagespflegeplätze im Vogelsbergkreis von 30 auf 180 versechsfacht werden. Der Bedarf wachse sowohl bei unter Dreijährigen als auch bei Schulkindern, berichtete Diplom-Sozialpädagogin Susan Jusseaume, im Kreisjugendamt zuständig für die Tagespflegeangebote. Jusseaume koordiniert sowohl die Ausbildung, als auch Vermittlung und die Gewinnung von Tagespflegepersonen.

Die Sprecherin des Handlungsfeldes „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, Andrea Ortstadt, und Annett Wunderlich, die bei der Neuen Arbeit und bei der Volkshochschule in die Qualifikation eingebunden ist, hatten Tagesmütter und Tagesväter in eine Besprechung der Arbeitgruppe in die Geschäftsstelle der Vogelsberg Consult GmbH nach Alsfeld-Altenburg eingeladen. Sehr anschaulich berichteten die Tagespflegekräfte aus ihrem Alltag. „Es macht große Freude, mit Kindern umzugehen, ihre Entwicklung zu begleiten“ oder „Mir macht das total Spaß“ war von Tagesmüttern zu hören.

„Gut sind die erkennbar hohe Motivation, der Idealismus und die Freude der Tagesmütter, gut ist die Koordination im Jugendamt, gut ist die Ausbildung durch Volkshochschule und durch die Neue Arbeit“, fasste Andrea Ortstadt die ausführlichen Berichte zusammen. Hervorzuheben sei auch die große Vernetzungsbereitschaft untereinander, die die Effekte noch weiter erhöhen werde, gab sich die Betriebswirtin überzeugt.

Als „Stolpersteine“ bezeichnete Ortstadt die „möglicherweise zu geringe Zahl an Aus- und Fortbildungsstunden“ und vor allem die Bezahlung. Viele Landkreise in Deutschland böten eine Ausbildung von fast 200 Stunden und eine Bezahlung von etwa fünf Euro pro Stunde an. Hier habe der Vogelsbergkreis noch „Nachholbedarf“, äußersten etliche Gesprächsteilnehmer. Es gehe insgesamt auch um die Erhöhung der Wertschätzung gegenüber dieser gesellschaftlich notwendigen Aufgabe.

Was hat die Arbeitsgruppe 2011 vor?

Für 2011 hat die Arbeitsgruppe „Vereinbarkeit Familie/Beruf“ erneut einen Wettbewerb ins Auge gefasst, der Ausschau nach besonders familienfreundlichen Unternehmen halten will. Handwerkskammer und IHK haben bereits ihre Unterstützung signalisiert. Im Mehrgenerationenhaus in Romrod ist erneut eine Veranstaltung geplant.

Rückblick auf 2010

Andrea Ortstadt hatte im Rückblick auf 2010 auf etliche Aktivitäten der Arbeitsgruppe hingewiesen. So sei bei einem Firmenbesuch in der Firma Betz in Schotten-Eschenrod gemeinsam mit Landrat Rudolf Marx deutlich geworden: „Viele Firmen machen bereits familienfreundliche Angebote – beispielsweise flexible Arbeitszeiten – ohne es an die große Glocke zu hängen.“ Ortstadt hält praktizierte Familienfreundlichkeit im Kampf um Fachkräfte zunehmend für einen der bedeutendsten Standortfaktoren. Das Familienbündnis werde den Kontakt zu heimischen Unternehmen verstärken.

Die Arbeitsgruppenmitglieder freuten sich bei ihrer Tagung in Alsfeld auch über das Lob aus Berlin anlässlich des Bündnis-Workshops in Lauterbach (wir berichteten) und über die überwältigende Resonanz auf die Vorträge der Business-Trainerin Nadja Lins, die mehrere hundert Menschen mobilisiert habe (wir berichteten). Dies mache deutlich: das Thema „Balance zwischen Beruf, Familie und privatem Leben“ werde im Interesse „seelischer und körperlicher Gesundheit“ immer wichtiger.