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Virusdurchfall der Rinder – Bekämpfung wird deutschlandweit Pflicht - Informationen: Telefon 06641/911680

03.01.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Virusdurchfall der Rinder – Bekämpfung  wird deutschlandweit Pflicht

VOGELSBERGKREIS. 3. Januar 2011.

Das bisherige freiwillige Bekämpfungsverfahren gegen Bovine Virusdiarrhoe – Virus (BVDV) wird zum 1. Januar 2011 durch ein deutschlandweites Pflichtverfahren abgelöst. Im Mittelpunkt der Bekämpfung stehen die permanent mit dem BVD-Virus infizierten Rinder, die lebenslang große Virusmengen ausscheiden und eine ständige Infektionsquelle darstellen, heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Lauterbach. Ziel ist es, dauerhaft infizierte Virusträger in den Rinderpopulationen zu finden und auszumerzen. Eine Infektion mit dem BVD-Virus führt in den landwirtschaftlichen Betrieben zu erheblichen wirtschaftlichen und finanziellen Verlusten.

Gemäß der neuen BVD-Verordnung müssen alle ab dem 1. Januar 2011 geborenen Kälber bis  spätestens zum 6. Lebensmonat virologisch untersucht werden. Außerdem dürfen Rinder künftig grundsätzlich nur noch aus einem Bestand in einen anderen Stall verbracht werden, die einen BVDV – unverdächtigen Status haben. Als unverdächtig gelten Rinder mit negativem Untersuchungsergebnis auf BVDV oder Kühe, die ein auf BVDV negativ untersuchtes Kalb geboren haben.

Bei der Untersuchung der neugeborenen Kälber wird ein neues Verfahren angewandt, bei dem das Untersuchungsmaterial - Gewebeproben - beim Einbringen der Ohrmarke gewonnen wird. Die dazu nötigen Stanzohrmarken sind beim Hessischen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfung in der Tierzucht (HVL) zu bestellen. Bei älteren Rindern wird wie gewöhnlich eine Blutentnahme durchgeführt.

Die Kosten für Stanzohrmarken, Untersuchungen sowie für eine gestaffelte Ausmerzungsbeihilfe für Virusträger übernimmt die Hessische Tierseuchenkasse. Der Tierhalter trägt die tierärztlichen Gebühren der Blutentnahme sowie die Kosten für die geeigneten Transportumschläge und das Porto.

Rinder, die aus einem Bestand in einen anderen Bestand transportiert werden, müssen von einem Nachweis begleitet werden, aus dem hervorgeht, dass sie BVDV unverdächtig sind. Als Nachweis gilt ein Stammdatenblatt mit eingetragenem negativem Untersuchungsbefund oder ein Ausdruck aus der HIT - Datenbank.

Für weitere Informationen auch über die Ausnahmen von dem Verbringungsverbot steht des Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Lauterbach Telefon 06641/911 68-0 zur Verfügung.