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Rudolf Marx: „Wir Vogelsberger können selbstbewusst sein“ - Grußwort des Landrats zum Jahreswechsel - Wichtigste Themen: Familien, Bildung und Infrastruktur stärken

31.12.2010 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Rudolf Marx:
„Wir Vogelsberger können selbstbewusst sein“

Grußwort des Landrats zum Jahreswechsel

Wichtigste Themen:
Familien, Bildung und Infrastruktur stärken

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

unsere Familien stärken, soziale Sicherheit garantieren, Bildung kraftvoll ausbauen, Arbeitsplätze sichern und unsere Infrastruktur krisenfest machen – damit hat sich der Landkreis im ablaufenden Jahr vorrangig beschäftigt und hierfür über 100 Millionen Euro bewegt. In vielen Feldern sind wir im Vogelsbergkreis hervorragend aufgestellt, oft sogar die Nummer eins. Bei aller Bedrückung über die mangelnde Finanzausstattung, die uns immer weiter ins Defizit treibt, ist es mir wichtig – gerade jetzt zur Jahreswende –, einmal das Positive deutlich herauszustellen. Denn eins ist klar: durch wiederholtes Jammern wird es uns nicht besser gehen. Wir Vogelsberger können mit Selbstbewusstsein und Mut in die Zukunft schauen.

Über 20 Millionen Euro haben wir in unsere Schulen gesteckt. Unser wichtigstes Gut sind die Begabungen unserer Kinder. Deshalb ist jeder Euro für die Jugend und für die Bildung eigentlich kein „Aufwand“, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Mit Hilfe von Landes- und Bundeskonjunkturprogrammen konnten wir in unseren Handwerksbetrieben Hunderte von Arbeitsplätzen sichern.

Seit vielen Jahren sind die Arbeitsmarktdaten im Vogelsberg besser als der hessische Schnitt. In Dutzenden von Firmenbesuchen konnte ich mich wieder davon überzeugen, dass unsere heimische Wirtschaft stabil, stark, innovativ ist, und sie schätzt den hervorragenden Zentrumsstandort in Deutschland und Europa sehr. Hinzu kommt: seit fünf Jahren ist der Landkreis mit seiner Kommunalen Vermittlungsagentur selbst zuständig, Langzeitarbeitslose schnell und kompetent wieder in Arbeit zu bringen. Das war eine gute Entscheidung 2005, die sogenannte „Option“ zu wollen. Und die Unternehmerinnen und Unternehmer sind mit der Beratungsarbeit sehr zufrieden.

Wir müssen uns den Veränderungen durch den Rückgang der Bevölkerungszahlen stellen. Strukturen müssen durch kluge Vernetzungen angepasst und gesichert, der Fachkräftemangel durch koordinierte Maßnahmen von Kreis und Wirtschaftsförderung verhindert werden. Hier gibt es hessenweit hervorragende Ansätze, zum Beispiel durch verschiedene gute Projekte im Bereich Übergang Schule-Beruf oder durch den Info-Point Ausbildung, eine Internetplattform, die für Schüler, Unternehmer und Lehrer jeweils attraktive Module bereit hält. Ebenfalls ein hessenweit einzigartiges Projekt.

Erheblich verstärkt hat der Kreis seine Anstrengungen im Bereich der Tagespflege. Vor drei Jahren gab es 35 Plätze, inzwischen sind es 180. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen – hierfür braucht es verlässliche Strukturen. Deshalb sind auch die vielen geschaffenen Ganztagsangebote in unseren Schulen inzwischen starke Standortfaktoren. Das sieht auch das vitale Bündnis für Familie im Kreis so, dessen Arbeit kürzlich wissenschaftlicherseits aus Berlin sehr gelobt wurde.

Sehr gelobt wurde auch das Demokratie-Projekt „Vielfalt tut gut“, das nicht nur durch Forschungsinstitute bundesweit auf Platz eins gesehen wird, sondern in Wiesbaden gewann ein Teilprojekt, in dem es um Jugendbeteiligung geht, sogar den ersten Platz im Hessischen Demografiewettbewerb. Was in diesem und in einem weiteren Dutzend weiterer Projekte so unvergleichlich wirksam ist: die Vogelsbergerinnen und Vogelsberger sind hessenweit Spitze im Herstellen von funktionierenden Netzwerken, vor allem im Jugend- und Sozialbereich.

Energiesparendes Bauen: auch hier sind wir hessenweit im Spitzenfeld. Das gleiche gilt für moderne Nutzung regenerativer Energie. Windkraft kann für unsere mit fast 200 Groß-Wind-Industrieanlagen vollgepflasterten Region nicht die Lösung sein. Innovativer ist die Nutzung von Bioenergie. Das europaweite Pilotprojekt „Prograss“, bei dem wir mit der Universität Kassel kooperieren, hat in der Fachwelt im ablaufenden Jahr für sehr großes Interesse gesorgt.

Gut entwickelt ist unser Tourismuskonzept. Der größte Vulkan Mitteleuropas ist mittlerweile erheblich besser bekannt. Mit dazu beigetragen hat sicher der Vulkanradweg, der vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben werden konnte. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat bei einer Untersuchung zum Thema „sanfter Tourismus“ den Vogelsberg auf Platz eins gesetzt.

Unsere Region ist attraktiv – wirtschaftlich, touristisch, in puncto Wohnen, Bildung, Kultur und sozialer Sicherheit. Gemeinsam, Kreis und Kommunen, werden wir unsere Stärken sichern und nötige Umbauten wo immer es geht zusammen organisieren.

Der Vogelsbergkreis hat Zukunft, weil die Politik weiß, dass hier aktive Bürgerinnen und Bürger die Region stark machen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

was wären wir ohne das Engagement von Tausenden Menschen in unseren Vereinen. Sie machen unser Gemeinwesen, unsere Demokratie, unseren Zusammenhalt, unsere Kultur und Struktur stark. Ich möchte Sie heute zum Jahreswechsel ermutigen, in Ihrem Einsatz nicht nachzulassen.

Im März 2011 sind Kommunal- und Kreistagswahlen. Ich wünsche mir – und ich bin sicher, Sie wünschen sich das auch – einen fairen Wahlkampf, die Tugend des Zuhören-Könnens und das Ernstnehmens der Bürgerinnen und Bürger als oberstes Prinzip.

Für 2011 wünsche ich Ihnen Glück, Gesundheit, Erfolg und Gottes Segen.

 

Herzlichst
Ihr

Rudolf Marx
Landrat