Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Vollmachten und Verfügungen sind Thema einer Veranstaltung des VDK am Dienstag, 22. Juni 2010, um 15 Uhr im Alsfelder Regionalmuseum

16.06.2010 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

EINE PRESSEINFORMATION DES
VOLKSBUNDES DEUTSCHE KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE HESSEN e.V.

Vortrag im Regionalmuseum Alsfeld

„Gut vorgesorgt: Vollmachten und Verfügungen!“

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., vertreten durch seinen Kreisvorsitzenden, Landrat Rudolf Marx, lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Vortrag am 22. Juni 2010 in Alsfeld, ins Regionalmuseum, ein. Unter dem Motto „Gut vorgesorgt: Vollmachten und Verfügungen!“ gibt Rechtsanwalt und Notar Tobias Schul aus Lauterbach nicht nur Tipps und Hinweise, die man bei der Testamentsgestaltung beachten sollte. In diesem Vortrag bilden die Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung den Schwerpunkt.

Die Teilnahme an dem Vortrag ist kostenlos und unverbindlich, alle interessierten Bürger und Bürgerinnen sind willkommen. Beginn ist um 15.00 Uhr. Da das Interesse an diesem Thema besonders groß ist, wird um vorherige Anmeldung beim Landesverband Hessen des Volksbundes unter der Telefonnummer 069 / 944907-0 gebeten.

Zum Thema: Die Zahl der Menschen, für die eine rechtliche Betreuung eingerichtet worden ist, weil sie psychisch krank, geistig, seelisch oder körperlich behindert sind und daher ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbständig regeln können, liegt bundesweit bei 1,27 Mio. (Quelle: Bundesamt für Justiz, Stand Dez. 2008). Diese Zahl wird in den nächsten Jahren erheblich steigen. Jeder kann davon betroffen sein, auch junge Menschen nach Operationen, Krankheiten oder Verkehrsunfällen. Hinweise, wie man in diesem Fall die Betreuung optimal für sich als Betroffener gestalten und Vorsorge treffen kann, gibt der angebotene Vortrag. Gleiches gilt für die Patientenverfügung – auch fälschlicherweise „Patiententestament“ genannt. Bei uns in Deutschland gibt es – nach jahrelanger Diskussion - seit dem 18.6.2009 eine verbindliche gesetzliche Grundlage für Patientenverfügungen, die am 1.9.2009 in Kraft getreten ist. Ärzte müssen künftig Patientenverfügungen befolgen. Bereits bestehende Patientenverfügungen sind nach wie vor gültig, es ist aber zu prüfen, ob sie den Bedingungen des neuen Gesetzes auch in Zukunft genügen.

Es sollte jeder - egal wie alt - sich mit diesen Themen frühzeitig auseinandersetzen und für sich seinen ganz persönlichen Willen für den Ernstfall formulieren. Dabei will der Vortrag eine Hilfe und Orientierung sein. In ihm werden keine Stellungnahmen abgegeben und es gibt auch keine religiösen, ethischen oder weltanschaulichen Betrachtungen. Er wird über den aktuellsten Sachstand bei Fragen der Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung informieren.

Vorsorgevollmachten - Betreuungsverfügung - Patientenverfügung

Die Zahl der Menschen, für die eine rechtliche Betreuung eingerichtet worden ist, weil sie psychisch krank, geistig, seelisch oder körperlich behindert sind und daher ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbständig regeln können, liegt bundesweit bei 1,27 Mio. (Quelle: Bundesamt für  Justiz, Stand: Dez. 2008). Diese Kosten werden von der öffentlichen Hand getragen. Das, mit Überarbeitung des neuen Betreuungsrechts gewollte, Verstärken der privaten oder ehrenamtlichen Betreuung fand bis heute nicht statt. Die Familienstrukturen haben sich in den letzten 50 Jahren dermaßen geändert, so dass es schon räumlich und auch zeitlich kaum möglich ist, diese Betreuung zu realisieren. Aus diesem Grund wird, wenn nichts anderes in einer Betreuungsverfügung von einem selbst festgelegt ist, von Amts wegen ein „berufsmäßiger“ Betreuer bestellt. Dabei muss man jedoch bedenken, dass es für diesen Betreuer bisher kein vorgesehenes oder festgeschriebenes Berufsbild gibt. Jeder von uns kann Betreuer werden, und der Betreute ist dann eventuell die Nr. 48. Dass diese Betreuung niemals optimal sein kann, liegt also auf der Hand.

Deshalb sollte jeder für sich festlegen, was er will, was nicht und vor allem, von wem er betreut werden möchte. Gleiches gilt für die Patientenverfügung. Mit ihr legen Sie fest, wie weit die Medizin in Ihrem Falle gehen darf, welche lebenserhaltenden Maßnahmen Sie wünschen und welche nicht.

Testament & Schenkung

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist von seinen Mitgliedern in den letzten Jahren besonders auf das Thema der Testamentsgestaltung und Vorsorge angesprochen worden. Die neue Erbschaft- und Schenkungssteuerreform ist seit dem 1.1.2009 in Kraft. Sie hat trotz der zum 1.1.2010 in Kraft getretenen Änderungen gerade für die entfernteren Verwandten weiterhin negative Auswirkungen und durch die kurzfristigen Änderungen die Bevölkerung verunsichert. Zahlreiche Förderer des Vereins wollen Vorsorge treffen und über 191 000 Mitbürger haben bereits die Testamentsinformation „Was wird mit meinem Erbe?!“ beim Volksbund kostenlos angefordert. Dem Wunsch nach mehr fachlicher Information kommt der Verein mit dem Angebot von Vorträgen wie in Alsfeld am 22.06.2010 nach. Dabei wird er unterstützt durch die Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e. V. (DVEV), aus deren Reihe fachlich qualifizierte Anwälte als Referenten ohne Honorar die Vorträge gestalten. Unter der Rufnummer 07265/913414 oder im Internet unter www.erbrecht.de benennt die DVEV bei Bedarf einen Erbrechtsexperten vor Ort. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter www.volksbund.de. Die kostenlose Testamentbroschüre kann angefordert werden beim: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Bundesgeschäftsstelle, Stichwort: Testamentsbroschüre, Werner-Hilpert-Straße 2, 34117 Kassel

Nur 3 % von uns haben ein korrektes Testament!

Wozu überhaupt ein Testament? Niemand denkt gern an den Tod. Je jünger und kraftvoller wir uns fühlen, desto stärker drängen wir einen solchen Gedanken beiseite. Aber das Schicksal ist unberechenbar. Auch wer kein Vermögen hinterlassen wird, sollte an die Regelung seines Erbes denken. Ein Testament ist die einzige Möglichkeit, seinen Besitz so zu verteilen, wie es den eigenen Vorstellungen entspricht. Man erspart  seiner Familie und seinen Freunden Unsicherheit, Gewissenskonflikte und Streit sowie das meist langwierige Verfahren, als Erbberechtigter einen Erbschein zu erhalten. Wer keine Verfügung - also weder Testament noch Erbvertrag - niedergeschrieben hat, überlässt dem Gesetz die Bestimmung seiner Erben. Es tritt die „gesetzliche Erbfolge“ ein. Danach erben nur der Ehegatte oder die Verwandten. Sind solche nicht vorhanden, fällt der Nachlass dem Staat zu.

Das Gesetz kann nur einem „durchschnittlichen“ Erbfall gerecht werden. Den Besonderheiten des einzelnen, seinen familiären und beruflichen Lebensumständen wird die gesetzliche Regelung oft nur unzureichend gerecht. Für den juristischen Laien sind die Bestimmungen über die gesetzliche Erbfolge oft nur schwer zu verstehen. Viele Menschen verlassen sich deshalb darauf, dass auch ohne Testament „schon der Richtige“ erben wird. Haben sie nichts verfügt, kann leicht das geschehen, was sie gar nicht gewollt haben.
Das deutsche Erbrecht erlaubt es, im Testament über seinen Nachlass nach eigenem Gutdünken zu verfügen. Juristen nennen das „Testierfreiheit“.

Eingeschränkt wird diese Freiheit nur durch

· den Pflichtteilanspruch des Ehegatten (der Ehegatte hat ein eigenes Erbrecht, siehe § 1931 BGB) sowie der Abkömmlinge oder Eltern;
· geltendes Recht: Es kann nur eine natürliche oder juristische Person zum Erben eingesetzt werden;
· die guten Sitten: Sittenwidrig kann z. B. ein sogenanntes Geliebten-Testament sein.

Schenkungen und Übergabeverträge

Die Steuerlast beim Verschenken oder Vererben hat sich durch die Erbschaft- und Schenkungssteuerreform seit dem 1.1.2009 massiv verändert. Auch nach den zum 1.1.2010 in Kraft getretenen Änderungen werden weiterhin besonders entfernte Verwandte höher besteuert. Bei einer geschickten Gestaltung der Vermögensübertragung lassen sich sowohl Schenkungs- als auch Vermögenssteuer sparen. Doch viele bedenken bei der Schenkung ihre eigene finanzielle Absicherung für das Alter nicht oder vergessen, dass sich das Verhalten des Beschenkten auch zum Negativen ändern kann. Nicht immer sollten deshalb steuerliche Aspekte im Vordergrund einer Schenkung stehen.

http://www.volksbund.de