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„Demografie ist ein wichtiges Thema auch für die Kirchen“ - Dekane Dmytruk, Keller, Klaffehn und Sauer waren zu Gast bei Landrat Marx – „Vogelsberg hat viel zu bieten“

09.06.2010 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Demografie ist ein wichtiges Thema auch für die Kirchen“

Dekane Dmytruk, Keller, Klaffehn und Sauer waren zu Gast bei Landrat Marx – „Vogelsberg hat viel zu bieten“

VOGELSBERGKREIS.   9. Juni 2010.

„Demografie ist ein wichtiges Thema auch für die Kirchen“, sagte der Alsfelder Dekan Dr. Jürgen Sauer in einem Gespräch mit Landrat Rudolf Marx. Diese Einschätzung wurde nachdrücklich von Sauers Lauterbacher und Schottener evangelischen Kollegen Dekan Stefan Klaffehn und Dekan Wolfgang Keller sowie vom katholischen Dekan Jerzy Dmytruk aus Alsfeld unterstützt. Die vier hochrangigen Kirchenvertreter waren einer Einladung des Landrats ins Kreishaus gefolgt, um Möglichkeiten noch engerer Kooperation in den Feldern Familienfreundlichkeit und Demografieentwicklung auszuloten. Klarer Konsens: erforderliche Anpassungsprozesse dürfen unverzichtbare Infrastruktur nicht zerstören – sonst hat die Region keine Chance.

Die Gesprächspartner – unter ihnen auch Werner Köhler, Leiter des Amtes für soziale Sicherung, Hans Dieter Herget, Sprecher des Bündnisses für Familie und der Nachbarschaftshilfe Schotten, und Margit Wagner, Sprecherin der Projektgruppe Demografie in der Kreisverwaltung – waren sich einig: es gibt viele gute Anknüpfungspunkte, die im Interesse der hier lebenden Menschen verstärkt werden könnten. So sehen die Dekane gute Möglichkeiten, sich noch stärker ins Bündnis für Familie einzubringen. Denn beispielsweise die Themen Älterwerden und Vereinsamung müssten stärker in den Blick genommen werden.

Landrat Marx ließ keinen Zweifel: „Wir müssen uns der Herausforderung stellen“. Hans Dieter Herget ergänzte, der demografische Prozess sei unumkehrbar – sehr wohl aber gestaltbar. Er nannte Beispiele aus dem Bürgernetzwerk 2020 und aus „seinem“ Verein der Nachbarschaftshilfe. Besuchsdienste seien zunehmend neben den Pflegediensten wichtig, betonte Dekan Dr. Sauer. Regionalentwicklungs-Expertin Margit Wagner berichtete vom erstmals veranstalteten Strategiekongress in Romrod. Dort sei erkennbar geworden, dass Kreis und Kommunen an einem Strang ziehen müssen und dies auch wollen. Es gehe um das Auffinden von Sparpotenzialen – allerdings, ohne unverzichtbare Strukturen zu zerschlagen. Wagner sagte, die Kirche sei bereits jetzt ein „wertvoller Partner“, zum Beispiel in der Dorferneuerung, wenn es um Synergie bringende Kooperationsformen und gemeinsame Nutzungskonzepte von Gemeinschaftshäusern gehe.

Das Denken in Netzwerken – auch unter Einschluss der Kirchen – ist von hohem Wert, waren sich die Gesprächspartner einig. Auf diese Weise könnten Standards gesichert werden. Und natürlich müsse der ländliche Raum gegenüber den Metropolen deutlich selbstbewusster auftreten. Herget fügte an: „Wir haben hier die beste Luft, beste Wohnverhältnisse und die niedrigste Kriminalitätsrate.“ Wenn die Rahmenbedingungen – natürlich auch die Infrastruktur mit Kinderbetreuung und Schulen – in Ordnung seien, dann wachse auch die Bereitschaft von jungen Paaren, Kinder haben zu wollen. Für den Landrat ist klar: es gibt deutlich mehr Gründe, sich im Vogelsberg niederzulassen als von hier wegzuziehen.

Dekan Stefan Klaffehn hob ein wichtiges Potenzial des ländlichen Raumes hervor: „Nachbarschaft und Nachbarschaftshilfe ist hier viel eher möglich als im Ballungsraum.“ Ehrenamtliches Engagement könne gar nicht genug gewürdigt werden, fügte Dekan Jerzy Dmytruk an. Landrat Marx wünscht sich insgesamt ein „wahrnehmbares Klima der Familienfreundlichkeit“. Dazu gehöre beispielsweise auch, dass man den Lärm ausgelassen spielender Kinder nicht als störend, sondern als lebensbereichernd empfinde. „Egoismus passt nicht in unsere Kultur“, betonte Marx und verwies auf die Tatsache, dass nirgendwo sonst so viel Menschen in Vereinen tätig seien.

Für Dr. Sauer ist die verstärkte Kommunikation zwischen den Generationen ein guter Weg, unsere Region zu gestalten und lebenswert zu erhalten. Dekan Wolfgang Keller nannte das wichtigste Konzept: „Miteinander reden!“ Sozialamtsleiter Köhler plädierte dafür, die Kleinräumigkeit als Chance zu nutzen. Überstülpen von möglichen Lösungen sei weder hilfreich noch nötig.

Wer Interesse an der Mitarbeit im Bündnis für Familie hat, kann sich an die Koordinatorin in der Kreisverwaltung wenden: sandra.obenhack(at)vogelsbergkreis.de, Telefon 06641/977-3404.

Die gemeinsame Entwicklung der Region und das Zusammenleben der Generationen im Blick – unser Foto zeigt von links: Landrat Rudolf Marx, den katholischen Dekan Jerzy Dmytruk, die evangelischen Dekane Stefan Klaffehn, Wolfgang Keller und Dr. Jürgen Sauer, Hans Dieter Herget (Bündnis für Familie), Werner Köhler (Amt für soziale Sicherung) und Margit Wagner (Projektgruppe Demografie).

Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis