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Unternehmer kommen in der Schule mit ihren künftigen Azubis in Kontakt - Landrat Marx freut sich über Erfolge des Modellprojekts „Jobstarter – Dual mit System“

16.02.2010 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Unternehmer kommen in der Schule
mit ihren künftigen Azubis in Kontakt

Landrat Marx freut sich über Erfolge des
Modellprojekts „Jobstarter – Dual mit System“

VOGELSBERGKREIS.  16. Februar 2010.

„Kurze Wege herstellen zwischen Unternehmen, die Ausbildung anbieten, und Jugendlichen, die einen passenden Ausbildungsplatz suchen – dieses Ziel hat das Jobstarter-Projekt Dual mit System in eindrucksvoller Weise erreicht.“ Mit diesen Worten würdigt Landrat Rudolf Marx das Projekt „Unternehmen an Schule“, das die Vogelsberg Consult GmbH gemeinsam mit der Beratungsstelle B:24 nun im dritten Jahr umsetzt.

Die Idee: Projektmanagerin Heike Homann gewinnt Firmen, die gerne direkt in Hauptschulklassen ihre Ausbildungsberufe vorstellen möchten. Gleichzeitig betreibt die Sozialpädagogin in Abstimmung mit den Klassenlehrern für genau diese Berufe Berufsorientierung. Das Besondere an der Idee: Die Unternehmen zeigen hautnah Praxis in der Schule – von Fachrechnen bis hin zur Frage: Wie funktioniert eigentlich ein Blockheizkraftwerk, was dann direkt im Keller der Schule gleich erklärt werden kann.

Die Auswertung zeige, dass der Anteil gerade von Hauptschülern, die direkt aus der Schule in die Lehre einsteigen konnten, „signifikant erhöht“ werden konnte, so VBC-Geschäftsführer Thomas Schaumberg. Im Klartext: weniger Warteschleifen, weniger Schüler, die zunächst im Berufsgrundbildungsjahr oder in anderen Maßnahmen bleiben. „Viel besser ist es doch, wenn die Jugendlichen gleich im richtigen, für sie passenden Beruf landen“, lobt Landrat Marx das Konzept. Auffallend: Je mehr die praxisbezogenen Maßnahmen in der Schule gegriffen haben, je mehr Spaß an der Praxis erlebbar wird, desto deutlicher sinkt der Bedarf an „Warteschleifen-Lösungen“. „Genau in den Klassen, in denen das Projekt stattfand, konnte der Bedarf an Umwegen um die Hälfte reduziert werden“, freut sich Projektleiter Harald Finke.

Die Aktivitäten von Vogelsberg Consult und B:24 konzentrieren sich auf heimische Firmen, die Ausbildungsplätze anbieten. Gleichzeitig wird „simultan“ eine individuelle Begleitung von – vorrangig Hauptschülern – direkt in den Klassen organisiert, so dass Anbieter und Nachfrager mehr voneinander wissen. Das führt dazu, dass es dann wirklich zu „passenden“ Lehrstellen kommt. Zur Zufriedenheit aller. Und genau das hat jetzt seit April 2007 bis Ende 2009 rund 40-mal geklappt – Ausbildungsverträge wurden geschlossen, berufsorientierende Praktika vereinbart. „Immer mehr Schulen erkennen es als nützlich, mit den Firmen in der unmittelbaren Umgebung zu kooperieren“, freut sich Landrat Marx. Der Pool an Unternehmen, die dabei mitmachen, ist mittlerweile auf 35 angewachsen.

Das Projekt „Unternehmen an Schule“ findet im Rahmen des JOBSTARTER-Projekts – Dual mit System – statt. Verantwortlich ist die Vogelsberg Consult. Die Leitung hat Harald Finke. Das übergeordnete Ziel: Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze in Vogelsberger Unternehmen. Damit dies schneller funktioniert, werden die Unternehmen mit Dienstleistungen versorgt – geeignete Bewerber werde recherchiert und schnell präsentiert. Darüber hinaus wird geprüft, ob es Fördermittel gibt. Zwischen April 2007 und Dezember 2009 gelang es dem Ausbildungsförderungs-Team der Vogelsberg Consult 124-mal, neue Ausbildungsverträge mit auf den Weg zu bringen.

Dabei ergab sich ein weiterer Effekt: durch die gute Berufsorientierungsphase konnte neben der Gewinnung zusätzlicher Ausbildungsverträge und der Sicherung des Fachkräftenachwuchses auch die zum Teil sehr hohe Abbrecherquote spürbar gesenkt werden. „Das ist eine erlebbare Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft, die ich nur begrüßen kann.“ Dies ist die Bewertung von Landrat Rudolf Marx nach mittlerweile zwei Durchgängen mit 190 Schülerinnen und Schülern aus elf Klassen in fünf Schulen.