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Eine oft 50 cm dicke Schicht aus Schnee und Eis schafft eine echte Notzeit für das Wild - Untere Jagdbehörde ruft zur Fütterung auf

10.02.2010 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Notzeit für das Wild

Untere Jagdbehörde ruft zur Fütterung auf

VOGELSBERGKREIS.  10. Februar 2010.

Aufgrund der aktuellen Witterungssituation im Bereich der Hochlagen des Vogelsbergkreises appelliert die Jagdbehörde in Lauterbach an die Jägerschaft, ihrem Hegeauftrag nachzukommen. Derzeit besteht durch die hohe und vor allem festgefrorene Schneedecke für alle Tiere eine echte Notzeit. Eine den örtlichen Verhältnissen angepasste Wildfütterung ist daher, falls nicht bereits schon veranlasst, durch die Jagdausübungsberechtigten unverzüglich vorzunehmen.

In Hessen darf das Wild erst ab 1. Januar mit artgerechtem Rau- und Saftfutter gefüttert werden. Zu den allein zugelassenen Futtermitteln zählt neben Heu und Rüben auch Grassilage, die bis zu 30 Prozent mit Obsttrester angereichert sein darf. Für Wildschweine ist im hessischen Jagdgesetz Getreide als winterliche „Notration“ vorgesehen. Alle industriell verarbeiteten Futtermittel sind für das Wild nicht gestattet.

Das Thema „Wildfütterung“ wird unter den Experten kontrovers diskutiert. So vertreten Gegner der Fütterung die Auffassung, dass zum Leben in freier Wildbahn auch Hunger und Tod gehören und gefallene Tiere im natürlichen Kreislauf für die Nahrungskette wichtig sind. Das Bundesjagdgesetz fordert jedoch ausdrücklich von den Jägern und Förstern, die Wildtiere vor Hungersnot zu schützen.

Damit die Energievorräte der Wildtiere geschont werden, kann auch jeder Bürger seinen Beitrag leisten. Angeleinte Hunde beim Spaziergang durch den Winterwald oder über die verschneiten Felder reduzieren bereits das Risiko einer Beunruhigung des Wildes. So kann der Hund nicht durchs Gebüsch stromern, in dem Wildtiere Deckung suchen. Außerdem kommt er gar nicht erst in Versuchung, hinter einem Reh oder einem Hasen her zu laufen.

Die Skifahrer und Langläufer sollten grundsätzlich auf den Wegen und ausgewiesenen Pisten und Loipen bleiben, denn auch dieser Freizeitsport kann das heimische Wild in Angst und Schrecken versetzen und somit unnötige Kraftreserven aufzehren.