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„Klima gegen Gewalt schaffen“ – Vernetztes Beratungsangebot in der Kreisverwaltung - Landrat Marx stellt Konzept zum Schutz gegen Gewalt vor

11.01.2010 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Klima gegen Gewalt schaffen“ – Vernetztes Beratungsangebot in der Kreisverwaltung

Landrat Rudolf Marx stellt
Konzept zum Schutz gegen Gewalt vor

VOGELSBERGKREIS.   11. Januar 2010.

„Nicht die Augen zumachen, wenn Gewalt geschieht“, appelliert Landrat Rudolf Marx (CDU) an die Öffenlichkeit. Die Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises kümmert sich auf vielfältige Weise darum, Gewalt zu erkennen, Gewalt abzuwehren, in kritischen Situationen zu helfen und zu beraten und – was am besten ist: Gewalt im Vorfeld verhindern zu helfen. Zum Beispiel durch Präventionsmaßnahmen, die vom Sozialamt und vom Jugendamt koordiniert werden. Den Katalog der vernetzten Maßnahmen stellte Marx heute in einer Pressekonferenz im Lauterbacher Kreishaus vor.

Wichtig ist es aus Sicht des Landrats, ein Klima zu schaffen, in dem Gewalt in jeder Form geächtet wird und in dem gleichzeitig klar wird, dass es neben der wertvollen Arbeit der Polizei und von Sozialeinrichtungen kompetente Anlaufstellen in der Kreisverwaltung gibt – zum Beispiel die Fachberatungsstelle für Frauen und Kinder in Not (Sozialamt) und die Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern (Jugendamt).

Prävention und Intervention – beides ist nötig und unverzichtbar, betonten die Chefs des Sozialamts (Werner Köhler) und des Jugendamts (Dagmar Scherer). Es sei neben den Angeboten der Kreisverwaltung wichtig, die Öffentlichkeit zu ermutigen, Gewalt nicht in einer Tabuzone zu lassen. Von Gewalt bedrohte Kinder und Frauen bräuchten Schutz, Beratung und Begleitung. Im akuten Fall sei die Polizei zur Stelle – mit der die Zusammenarbeit (zum Beispiel am Runden Tisch „Gewaltschutz“) hervorragend sei, betonte Landrat Marx. Dieser Runde Tisch war in der Amtsführung der damaligen Familiendezernentin Sylke Emmermann ins Leben gerufen worden.

Ziel der Pressekonferenz am Montag war es, deutlich zu machen, wie vielfältig, effektiv und koordiniert die unterschiedlichen Ressorts der Kreisverwaltung auf diesem wichtigen Feld arbeiten. So finanziere der Vogelsbergkreis beispielsweise im Feld der Prävention die Schulbezogene Jugendarbeit in Brennpunkten einiger Schulen. Das Theaterprojekt „Hände weg von Julia“ sei mittlerweile fast allen Grundschulkindern im Kreis gezeigt worden – es solle die Kinder schon sehr früh ermutigen, im richtigen Moment „Nein“ zu sagen. Die Resonanz bei den Kindern, Eltern und Pädagogen sei sehr hoch. Die Gefahren im Internet sind auch Thema von Fortbildungs- und Aufklärungsveranstaltungen. Der Vogelsbergkreis unterstützt darüber hinaus seit Beginn das Projekt „SMOG“ (Schule machen ohne Gewalt), sowie speziell auch die SMOG-Elternschule.

Im Bundesprojekt „Vielfalt tut gut“ werden Projekte von Vereinen und Verbänden unterstützt, die der Stärkung der Toleranz und der Demokratie dienten. Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungsseminare im Jugendamt sind seit Jahren immer ausgebucht und führen, so die Fachleute, zu Ermutigung und Selbstwertsteigerung, was das Risiko, zum Opfer zu werden, deutlich senke. In sogenannten „sozialen Trainingskursen“ widme sich die Kreisverwaltung auch den Tätern, denn es gelte, weitere Straftaten zu verhindern.

Über 50 Fälle nachweislicher Gefährdungen des Kindeswohls habe es 2009 gegeben, berichtete Jugendamtsleiterin Dagmar Scherer. Hier müsse und könne schnell eingegriffen werden durch die Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Traumatisierte Kinder bräuchten schnell Begleitung um Traumata abzumildern. Dies und darüber hinaus Aufklärungsveranstaltungen an Schulen und in Kindertageseinrichtungen leiste die Fachstelle im Jugendamt.

Der Frauennotruf der Kreisverwaltung ist über die Telefon-Nummer 06641 / 977-244 rund um die Uhr erreichbar.