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Demografie: Fachleute des Landratsamtes wollen sich mit den Bürgermeistern vernetzen - Amtsleitungen bildeten Arbeitsgruppen und ließen sich die Strategie im Werra-Meißner-Kreis erläutern

01.12.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Demografie: Fachleute des Landratsamtes
wollen sich mit den Bürgermeistern vernetzen

Amtsleitungen bildeten Arbeitsgruppen und ließen
sich die Strategie im Werra-Meißner-Kreis erläutern

VOGELSBERGKREIS. 30. November 2009.

Die von Landrat Rudolf Marx ins Leben gerufene Projektgruppe Demografie in der Kreisverwaltung hat seine Arbeit fortgesetzt, spezielle Arbeitsfelder festgelegt und will sich – wegen der „völlig gleichen Herausforderung“ mit den Vogelsberger Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern strategisch vernetzen. Dies teilt die Leiterin der Projektgruppe, Margit Wagner, deren Sachgebiet Regionalentwicklung eine Schlüsselstellung in der gesamten Demografiepolitik hat – sowohl auf Kreis- als auch auf kommunaler Ebene. Romrods Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg, die der Projektgruppe im Kreishaus bereits angehört, unterstützt den Vorstoß der Fachleute im Landratsamt: „Wir müssen mit einer Stimme sprechen, und wir müssen gemeinsam die richtigen Standards für den ländlichen Raum fordern, damit dieser überleben kann“, sagte Dr. Richtberg in Lauterbach.

Demografie und Daseinsvorsorge – wie sehen mögliche regionale Anpassungsstrategien aus? Damit befasste sich die Expertenrunde im Lauterbacher Kreishaus vor wenigen Tagen. Sabine Wilke, Geschäftsführerin des Vereins für Regionalentwicklung Werra-Meißner e.V., berichtete dem Amtsleitungen aus ihrem – mit dem Vogelsbergkreis in seiner Struktur vergleichbaren – Landkreis von vielfältigen Maßnahmen, die zur Bewältigung der umfassenden Herausforderung dort unternommen werden. So gibt es dort beispielsweise eine eigene Stabsstelle Demografie, die ganz weit oben angesiedelt ist.

Unter dem Motto „Handeln statt Hoffen und Zukunft bewegen“ habe sich die Region Werra-Meißner bereits 2004 auf den Weg gemacht, um die Herausforderungen durch Schrumpfung und Alterung aktiv zu gestalten, berichtete Wilke. Aktuell nimmt der Werra-Meißner-Kreis am Bundesmodellvorhaben „Region schafft Zukunft“ teil. Inhaltlich geht es um Szenarien regionaler Infrastrukturanpassung, familien- und altengerechte Wohnquartiere, um die Ingangsetzung von Leuchtturmprojekten durch Förderung von Innovation und Wachstum. Gearbeitet wird in vernetzten Projektgruppen mit Mitgliedern aus der Kreisverwaltung, dem Regionalforum, den Kommunen sowie sonstigen Organisationen und Verbänden. Konsens in der Runde war, dass man von gegenseitigen Erfahrungen profitieren könne und auch über mögliche Kreis übergreifende Kooperationsprojekte nachdenken sollte.

„Demografie berührt fast alle Aufgabenfelder der regionalen und kommunalen Daseinsvorsorge; insbesondere die Bereiche Bildung und Ausbildung, Arbeiten und Wohnen, Jugend und Familie, soziale Sicherung, soziale und technische Infrastruktur und deren Finanzierung, Verwaltung, Personalwirtschaft, Kultur“, hob Margit Wagner hervor. Aufgabe sei es nun, im Vogelsberg bereits angestoßene Demografieprojekte nachhaltig zu verankern und weitere konkrete Strategien und Projekte voran zu bringen, so Landrat Rudolf Marx, anlässlich eines Informationsgespräches mit dem Lenkungsteam Demografie unter Federführung von Margit Wagner.

Das Amt für den ländlichen Raum arbeitet im Hinblick auf den demografischen Wandel in der Dorf- und Regionalentwicklung eng mit den Kommunen zusammen. Auch aus Sicht der anderen Kreisämter, die ebenfalls alle mit demografischen Problemstellungen befasst sind, wäre eine Strategiekonferenz unter Einbeziehung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sinnvoll. Der Landrat unterstützt dieses Vorhaben nachdrücklich und hat Margit Wagner und die regionale Entwicklungsgruppe (Beirat der Vogelsberg Consult GmbH) mit der Koordinierung beauftragt.

Zudem sei geplant, so Wagner, interdisziplinär mit den Kommunen, externen Fachexperten und den Kreisämtern die Arbeit in drei Themen bezogenen Gruppen zeitnah aufzunehmen:
Lobbyarbeit für den ländlichen Raum, Gesundheitsversorgung und Betreuung, soziale und technische Infrastruktur mit der Fragestellung: Welche Mindeststandards brauchen wir künftig und wie sind diese finanzierbar?