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Ärzteversorgung: Vorstoß von Vogelsberg-Landrat Marx erfolgreich - Landkreistag und Kassenärztliche Vereinigung schließen Kooperationsvertrag – „Anreizsysteme“

02.10.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Ärzteversorgung: Vorstoß von
Vogelsberg-Landrat Marx erfolgreich

Landkreistag und Kassenärztliche Vereinigung
schließen Kooperationsvertrag – „Anreizsysteme“

VOGELSBERGKREIS.   2. Oktober 2009.

„Das ist ein wichtiger Schritt, für die ausreichende ärztliche Versorgung der Menschen im ländlichen Raum gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“ Dies ist der Kommentar von Vogelsberg-Landrat Rudolf Marx (CDU) zur Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Hessischen Landkreistag (HLT) und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV), die vor Kurzem in Wiesbaden stattfand. Die KV vertritt die Interessen der niedergelassenen Ärzte, der HLT bündelt die Interessen der 21 hessischen Landkreise.

Marx, Präsidiumsmitgied des HLT, hatte sich seit etwa einem Jahr mehrfach in den Leitungsgremien des kommunalen Spitzenverbandes dafür eingesetzt, „das Thema ganz weit oben auf die Tagesordnung zu setzen“. Die Bevölkerung müsse sich einer stabilen medizinischen Versorgung  - vom Krankenhaus bis zum Hausarzt – sicher sein. Gerade für junge Ärzte müsse es attraktiver werden, gerade auch im ländlichen Raum zu arbeiten. Eine gute ärztliche Versorgung sei für ihn ein Bestandteil einer „gelingenden Demografiepolitik“, sagte Marx in Lauterbach. Die Vereinbarung der Zusammenarbeit ist unterzeichnet von Landrat Alfred Jakoubek, dem Präsidenten des Hessischen Landkreistages, und von Dr. med. Margita Bert, Präsidentin der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen.

HLT und KV wollen nun in den kommenden sechs Monaten ausloten, mit welchen konkreten Maßnahmen dem drohenden Ärztemangel spürbar entgegengewirkt werden kann. Unter anderem könnten „Anreizsysteme für neue Landärzte“ ebenso eine Rolle spielen wie die Prüfung von Synergien der Bereiche ambulant/stationär durch neue Angebote des Klinikverbundes Hessen, zu dessen Mitgliedern die Uniklinik Frankfurt, das Städtische Klinikum Fulda und weitere 28 kommunale Krankenhäuser, darunter das Vogelsberger Kreiskrankenhaus in Alsfeld als Gründungsmitglied, gehören.

Wie Rudolf Marx erläuterte, tragen die Landkreise aufgrund ihres Sicherstellungsauftrages eine wesentliche Verantwortung für die Krankenhausversorgung, was ihn unter anderem bewogen habe, „unser kommunales Krankenhaus in Alsfeld zukunftsfest“ machen zu wollen. Im zweiten wichtigen Bereich obliege der Kassenärztlichen Vereinigung im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Bedarfsplanung zur Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung.

· Die Themen:
· Verzahnung ambulant/stationär
· Belastungen im ärztlichen Bereitschaftsdienst reduzieren
· Mehr Weiterbildung
· Verbesserte Beratung
· Anreizsysteme für junge Ärztinnen und Ärzte

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wollen die Kooperationspartner nun prüfen, berichtet der Vogelsberger Landrat, mit welchen Maßnahmen dem drohenden Ärztemangel im ländlichen Raum entgegen gewirkt werden kann. Sowohl die Weiterentwicklung der Bedarfsplanung zur Berücksichtigung örtlicher Besonderheiten für die vertragsärztliche Versorgung als auch eine stärkere Verzahnung zwischen ambulanten und stationären Angeboten unter Beteiligung des Klinikverbundes Hessen kommen nach ihrer Auffassung dafür in Betracht. Als weitere sich anbietende Möglichkeiten wollen sie die Reduzierung der Belastungen der Ärzte im ärztlichen Bereitschaftsdienst, die Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sowie die Schaffung eines Anreizsystems für die Übernahme von Landarztpraxen in ihre Prüfungen mit einbeziehen. Darüber hinaus stehen eine verbesserte Werbung, Beratung und Betreuung niederlassungswilliger Ärzte sowie die Einrichtung von Gesundheitskonferenzen auf Landkreisebene im Fokus ihrer Untersuchungen.

Eine gemeinsame Lenkungsgruppe auf Landesebene soll diesen Prozess begleiten. Hierbei soll auch eine enge Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, der Landesärztekammer Hessen, dem Hessischen Städtetag und dem Hessischen Städte- und Gemeindebund erfolgen, freut sich Rudolf Marx über den Erfolg seines Vorstoßes beim Landkreistag.