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Neue Influenza A / H1N1 im Vogelsberg: Drei Personen positiv getestet - Amtsärztin Renate Meudt: „Milder Verlauf“ – Vier neue Verdachtsfälle – Hygiene-Tipps

22.07.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Neue Influenza A / H1N1 im Vogelsberg:
Drei Personen positiv getestet
 
Amtsärztin Renate Meudt: „Milder Verlauf“ –
Vier neue Verdachtsfälle – Hygiene-Tipps

VOGELSBERGKREIS.    22. Juli 2009.
 
Die Neue Influenza A / H1N1 („Schweinegrippe“) ist im Vogelsbergkreis angekommen. Mit Stand Mittwoch Vormittag – 22. Juli 2009 – sind drei Personen positiv getestet worden. Darüber hinaus haben wahrscheinlich zwei weitere Personen das Virus, was sich jedoch nicht mehr nachweisen ließ. Dies teilt das Kreisgesundheitsamt in Lauterbach mit. Amtsärztin Renate Meudt weist auf den „milden Verlauf“ der Erkrankung hin, was überall bei den in Deutschland bekannt gewordenen Fällen festzustellen sei. Inzwischen sind vier neue Verdachtsfälle im Vogelsbergkreis gemeldet worden. Mit dem Ergebnis des Rachenabstrichs ist nicht vor Freitag Mittag zu rechnen.
 
In den vergangenen Tagen hatten sich mehrere Personen bei ihren Hausärzten gemeldet, die nach einem Aufenthalt auf Mallorca Fieber und Erkältungssymptome hatten. Es wurden von den Hausärzten Nasen- und Rachenabstriche entnommen, deren Ergebnisse nun vorliegen. Bei den übrigen Kranken konnte keine Infektion mit der Neuen Influenza A nachgewiesen werden. Es handelt sich in der Mehrzahl um junge Leute, außerdem um ein kleines Kind mit seiner Mutter.
 
Da die Schweinegrippe bei den meisten Betroffenen einer Erkältung ähnelt und relativ mild verläuft, sind meist nur eine häusliche Quarantäne für eine Woche und eine symptomatische Behandlung mit fiebersenkenden Mitteln nötig. Bei stärkeren Beschwerden kann eine Krankenhausbehandlung erforderlich werden.

Wer ist besonders gefährdet?

Zu den besonders anfälligen Personen zählen nach bisheriger Erfahrung Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, Menschen mit sonstigen chronischen Grunderkrankungen, zum Beispiel des Herz-Kreislaufsystems oder des Immunsystems, Schwangere und junge Säuglinge. Die Quarantäne der Kontaktpersonen wird je nach individuellem und allgemeinem Risiko festgelegt.
 
Das Gesundheitsamt bittet Personen mit Beschwerden, sich direkt an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt zu werden.

Wie steckt man sich an?

Das neue Grippevirus wird die „normale“ Grippe vorrangig durch Husten und Niesen auf andere Menschen übertragen. Die ersten Krankheitsanzeichen treten in der Regel nach einem bis sieben Tagen auf. Bereits einen Tag vor dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome und dann im Verlaufe weiterer sieben Tage (bei Kindern bis zu zehn Tagen) können weitere Menschen angesteckt werden.

 

Das Gesundheitsamt empfiehlt zur Vorbeugung

insbesondere eine sehr sorgfältige Händehygiene,
also häufiges Händewaschen mit Seife.

Zu vermeiden sind:

direktes Anhusten anderer Personen,
direktes Anniesen anderer Personen,
Hände geben und Küsschen geben.
Weitere Hygienetipps: Hände grundsätzlich vom Gesicht fernhalten.
Geschlossene Räume regelmäßig und richtig lüften.

 

Neue Influenza A / H1N1 („Schweinegrippe“)
Informationen für Kontaktpersonen

Dieses Informationsblatt wird vom Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises herausgegeben.

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
 
Sie haben Kontakt mit einer Person gehabt, die mit dem Erreger der
Neuen Influenza A/H1N1 („Schweinegrippe“)
infiziert ist. Da die Möglichkeit besteht, dass Sie sich ebenfalls angesteckt haben, möchten wir Sie
(1) über die Erkrankung und
(2) worauf Sie besonders achten sollten
kurz informieren.
Zu 1:
Dieses neue Grippevirus, das in Europa bisher meist nur zu leichten Krankheitsverläufen führt, kann bei krankheitsanfälligen Personen auch schwerwiegende oder in Einzelfällen sogar tödliche Erkrankungen hervorrufen.
Zu diesen besonders anfälligen Personen zählen nach bisheriger Erfahrung:
· Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen
· Menschen mit sonstigen chronischen Grunderkrankungen, zum Beispiel des Herz-Kreislaufsystems oder des Immunsystems
· Schwangere
· Junge Säuglinge
Dieses neue Grippevirus wird, wie auch die „normale“ Grippe, durch Husten, Niesen, etc. auf andere Menschen übertragen. In der Regel treten dann nach ca. 1 bis 7 Tagen erste Krankheitszeichen auf.
Zu 2:
Wichtig: Sie können bereits 1 Tag vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen und bis zu 7 Tagen nach Erkrankungsbeginn andere Menschen anstecken (bei Kindern bis zu 10 Tagen).
Um eine Weiterverbreitung verhindern und eine mögliche Ansteckung bei Ihnen früh erkennen zu können, sollten Sie für 7 Tage nach dem letzten Kontakt zur erkrankten Person (10 Tage, wenn die erkrankte Person ein Kind ist) folgende Verhaltensempfehlungen besonders berücksichtigen:
· Schränken Sie vorsorglich den Kontakt zu besonders anfälligen Personen so weit wie möglich ein.
· Bitte achten Sie vorsorglich auf die Einhaltung einer guten persönlichen Hygiene zur Reduktion eines Übertragungsrisikos und weisen Sie auch Ihre Haushaltsmitglieder darauf hin. Hierzu zählt insbesondere:
ð Eine sorgfältige Händehygiene (häufiges Waschen mit Seife)
· Achten Sie auf das Auftreten folgender Krankheitszeichen:
Ø Fieber
Ø plötzlich beginnendes Krankheitsgefühl mit Muskel-, Glieder- und/ oder Kopfschmerzen
Ø Halsschmerzen oder Schnupfen
Ø Husten oder Atemnot
Wichtig: Sollten Sie in den nächsten 7 Tagen nach einem Kontakt eines oder mehrere der oben aufgeführten Krankheitszeichen an sich bemerken, informieren Sie bitte umgehend Ihr zuständiges Gesundheitsamt.
· Wenn Sie eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen, weisen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt telefonisch auf Ihr Kommen und Ihre Krankheitszeichen hin, damit entsprechende Hygienevorkehrungen getroffen werden können.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich an Ihr zuständiges Gesundheitsamt. Telefon 06641 / 977-170

 

Hygiene ist die beste Vorbeugung –
Sieben wesentliche Tipps

Auf eines weist das Kreisgesundheitsamt ganz besonders hin: Hygiene ist ein bedeutender Beitrag zur Vorbeugung der Influenza.

Hände regelmäßig und oft gründlich waschen und vom Gesicht fernhalten.

Die Hände kommen den ganzen Tag über mit Gegenständen und Menschen in Berührung – und deshalb auch mit Viren. Da die Erreger von den Händen leicht auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übergehen können, ist es wichtig, der Hygiene der Hände besondere Beachtung zu schenken. Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig, besonders vor dem Zubereiten von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang oder wenn Sie nach Hause kommen – und zwar so: Die Hände unter fließendes Wasser halten, anschließend Seife 20 bis 30 Sekunden auch zwischen den Fingern verreiben, dann sorgfältig abspülen und abtrocknen – in öffentlichen Einrichtungen wenn vorhanden mit einem Papiertuch. Versuchen Sie darüber hinaus, die Hände möglichst vom Gesicht fernzuhalten.

Hygenisch Husten.

Beim Husten ist „Hand vor den Mund“ zwar gut gemeint, aber ungesund. Zumindest für Ihre Mitmenschen. Schließlich katapultieren Sie dabei eine große Anzahl von Viren aus Ihrem Körper, die dann an Ihren Händen kleben bleiben. Berühren Sie nun Gegenstände oder Mitmenschen, dann verbreiten Sie die Viren weiter. Husten Sie also lieber nicht in die Hand, sondern in Ihren Ärmel. Dann bleiben Ihre Hände sauber. Halten Sie außerdem beim Husten größtmöglichen Abstand zu anderen Personen und wenden Sie sich dabei von Ihrem Gegenüber ab.

Krankheit zu Hause richtig und vollständig auskurieren.

Wenn Sie krank sind, sollten Sie nicht arbeiten gehen. Denn Sie gefährden nicht nur Ihre eigene Gesundheit und werden langsamer wieder fit, Sie können auch Kollegen und andere Menschen in Ihrer Umgebung anstecken. Wenn hierdurch ganze Abteilungen erkranken, schadet dies Ihrem Arbeitgeber mehr als der Ausfall einer Einzelperson. Wer krank zur Arbeit erscheint, kann sich ohnehin schlechter konzentrieren und macht mehr Fehler. Gehen Sie also bei fieberhafter Erkältung, Magen-Darm-Infekt oder Grippe nicht zur Arbeit, sondern kurieren Sie Ihre Krankheit aus. Wägen Sie außerdem ab, ob Sie ärztliche Hilfe benötigen. Und denken Sie immer daran: Ihre Gesundheit nützt allen – Ihnen und Ihren Kollegen.

Auf erste Anzeichen achten.

Bei Grippe besteht die Gefahr, andere Menschen anzustecken, auch wenn die Krankheit bei Ihnen noch gar nicht ausgebrochen ist. Achten Sie zum Schutz Ihrer Mitmenschen auf erste Anzeichen von Viruserkrankungen: Typisch für Grippe ist plötzliches hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen. Plötzliche Übelkeit, Nehmen Sie solche Anzeichen ernst und beachten Sie gerade dann besonders die Hygienetipps.

Trinken, Ruhe, Arzt aufsuchen.

Bei vielen Viruserkrankungen ist man meist sein eigener Arzt und verordnet sich bewährte Hausmittel, z. B. viel trinken und schlafen, Ruhe, Tees und Inhalationen sowie Medikamente gegen verstopfte Nase, Halsschmerzen usw. Den wichtigsten Beitrag zum Gesundwerden leistet das körpereigene Abwehrsystem: Husten und Schnupfen befördern die Viren aus dem Körper, Fieber bringt die Abwehr auf Hochtouren. Ältere, chronisch kranke und immungeschwächte Menschen sollten bei Grippe einen Arzt zu Rate ziehen. Bei Magen-Darm-Infektionen mit starkem Flüssigkeitsverlust benötigen vor allem Kinder häufig ärztliche Hilfe beim Gesundwerden.

Familienmitglieder schützen.

Es ist gut, wenn Sie sich zu Hause auskurieren; allerdings sind dann besonders Ihre Familienmitglieder ansteckungsgefährdet. Schützen Sie sie, indem Sie Abstand halten und auf Körperkontakt wie Umarmen, Küssen usw. verzichten. Schlafen Sie nach Möglichkeit in einem separaten Raum. Achten Sie auf generelle Sauberkeit Ihrer Wohnung, insbesondere in Küche und Bad. Auch beim Naseputzen gibt es eine klare Empfehlung: Verwenden Sie stets ein Einmaltaschentuch, das Sie wirklich nur einmal benutzen und sofort entsorgen, z. B. in einer am Bett bereitliegenden Plastiktüte. Waschen Sie sich wenn möglich anschließend die Hände, um eine Virusübertragung auf andere Menschen zu vermeiden.

Geschlossene Räume regelmäßig und richtig lüften.

Bei der Arbeit oder zu Hause gilt: In geschlossenen Räumen kann die Anzahl der Viren in der Luft stark ansteigen. Regelmäßiges Lüften wirkt dem entgegen und senkt so das Ansteckungsrisiko. Außerdem verbessern Sie durch Lüften das Raumklima und verhindern ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute, die zur Abwehr von Viren sehr wichtig sind. Lüften Sie mindestens drei- bis viermal am Tag für jeweils zehn Minuten.