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Aenne-und-Konrad-Geisel-Schule in Alsfeld hat bereits zweiten Kurs zum Alltagsbegleiter ausgebildet

07.07.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat Marx: „Wir wollen dabei helfen, dass
möglichst viele Menschen lange autonom bleiben“

Aenne-und-Konrad-Geisel-Schule in Alsfeld hat bereits zweiten Kurs zum Alltagsbegleiter ausgebildet – Kooperation mit KVA

VOGELSBERGKREIS.   7. Juli 2009.

„Durch das Berufsbild des Alltagsbegleiters wird eine Lücke in der derzeitigen Betreuungssituation von älteren oder anderweitig hilfsbedürftigen Menschen geschlossen. Dabei geht es nicht um Konkurrenz sondern um sinnvolle Ergänzung der schon bestehenden stationären und ambulanten Angebote“, sagt Monika Luh, Leiterin der Altenpflegeschule in Alsfeld. Dort wurde im Rahmen des Projekts „Perspektive 50plus“ der Kommunalen Vermittlungsagentur bereits der zweite Kurs Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter ausgebildet. Die Lücke bestehe darin, so Luh, dass gerade altersverwirrte Menschen ständig einen Ansprechpartner haben müssen, der sich mit Ihnen beschäftigt und ihnen zum Beispiel bei leichten Gartenarbeiten oder beim Kochen hilft. Und genau dafür werden zusätzliche Betreuungsassistenten oder Alltagsbegleiter benötigt.

Für Landrat Rudolf Marx, der auch Vorsitzender des Vereins für Berufsausbildung ist (dieser Verein ist Träger der Aenne-und-Konrad-Geisel-Schule), ist das Qualifikationsprojekt eine gelungene Kombination aus Sozial-, Arbeitsmarkt- und Altenhilfepolitik. „Wir wollen dabei helfen, dass möglichst viele Menschen möglichst lange ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können“, hebt der Landrat hervor.

Finanziert wird die Kurzausbildung durch die Kommunale Vermittlungsagentur Vogelsbergkreis (KVA) aus Mitteln des Bundesprogramms „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakt für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Regionen“ sowiedurch die Agentur für Arbeit und private Mittel. „Wichtig bei der Auswahl der Teilnehmerinnen für diese Qualifizierung sind das Interesse an der Arbeit mit Menschen, Sozialkompetenz und die freiwillige Entscheidung der Frauen, diese Kurzausbildung absolvieren zu wollen“, so Hans-Ulrich Merle, Projektkoordinator in der KVA. Er sieht auch Chancen, die sich durch die Änderungen im Pflegesektor für die Absolventinnen im arbeitsmarktpolitischen Sinne auftut: „Gerade für ältere Frauen mit viel Erfahrung aus dem eigenen Alltag – ob aus Familienarbeit, der Erziehung der eigenen Kinder oder durch die Versorgung von Angehörigen – kann diese neue Qualifizierung zum Einstieg ins Berufsleben verhelfen.“

Schulleiterin Monika Luh nennt als weiteren positiven Aspekte die Entlastung von ohnehin stark belasteten pflegenden Angehörigen. Es bestehe große Nachfrage nach einem bezahlbaren Betreuungsdienst, der nicht in das Ressort der Pflege gehöre. 2000 Menschen seien im Vogelsbergkreis demenzkrank. Daher sei es gut, mit der Alltagsbegleiterin möglichst viel selbstbestimmtes Leben zu verwirklichen. Neben der natürlich notwendigen medizinisch-pflegerischen Versorgung könne mit der Alltagsbegleiterin die psycho-soziale Betreuung und die ganz normale Alltagsgestaltung viel besser bewältigt werden.

Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz mache es möglich, dass Alltagsbegleiter zu einem festen Bestandteil in der stationären wie auch in der ambulanten Altenhilfe sowie der Behindertenhilfe werden können: Es bestehe ein Anspruch auf zusätzliche Betreuungsassistenten für Demenzkranke in Pflegeeinrichtungen, betont Monika Luh. Das vom Bundesministerium für Gesundheit und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam initiierte Projekt, ehemalige Arbeitslose zur Betreuung von Demenzkranken in Pflegeheimen aus- und weiterzubilden, sei ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Versorgung, freut sich Ulrich Merle von der KVA.

Daher sei die dreimonatige Kurzausbildung so konzipiert worden, dass die Teilnehmerinnen ergänzend zur theoretischen Ausbildung in der Altenpflegeschule die praktischen Arbeitsfelder direkt in den kooperierenden heimischen Altenhilfeeinrichtungen erleben und kennen lernen.
Informationen zum Thema Alltagsbegleitung gibt es hier: Altenpflegeschule, Schulleiterin Monika Luh, Telefon 06631 / 1320. Kommunale Vermittlungsagentur, Projektleiter Hans-Ulrich Merle, Telefon 06641 / 977-240.

 

In der Altenpflegeschule in Alsfeld wurde bereits der zweite Kurs Alltagsbegleiter ausgebildet. Die Lehrkräfte Andreas Goldbach und Arthur Wagner gratulierten.
Foto: Aenne-und-Konrad-Geisel-Schule