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Vogelsbergkreis lehnt neue Windräder bei Ulrichstein ab - 179 Meter hohe Windkraft-Anlagen geplant – Landrat Marx schreibt an Regierungspräsidenten

07.07.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Vogelsbergkreis lehnt neue
Windräder bei Ulrichstein ab

179 Meter hohe Windkraft-Anlagen geplant –
Landrat schreibt an Regierungspräsidenten

VOGELSBERGKREIS.   7. Juli 2009.

Der Vogelsberger Landrat Rudolf Marx (CDU) lehnt die beantragte Errichtung von drei weiteren Windenergieanlagen bei Ulrichstein aus Gründen des Landschaftsschutzes ab. Weil die Errichtung solcher Anlagen in dem erwünschten Gebiet in der Nähe des Ulrichsteiner Kreuzes im Raumordnungsplan nicht vorgesehen sind, können sie nur gebaut werden, wenn die Regionale Planungsversammlung einem gestellten Abweichungsantrag der Stadt Ulrichstein zustimmt. Landrat Marx geht davon aus, dass die Planungsversammlung die Naturschutzziele als hoch einordnet.

In dem nun nötigen Abweichungsverfahren wird der Vogelsbergkreis angehört und um eine Stellungnahme zu dem Vorhaben gebeten. Die Antwort teilte Landrat Marx dem Regierungspräsidenten vor wenigen Tagen mit. Sie lautet: Nein. Einer weiteren Belastung des Landschaftsbildes könne der Kreis nicht zustimmen.

In einem Schreiben an den Gießener Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck unterstreicht Marx, dass die drei neuen Anlagen mit 179 Metern Höhe mitten im Wald „die Landschaftskontur völlig überlagern würden“. Zudem seien bereits jetzt über 50 Anlagen in der Nähe von Ulrichstein in Betrieb. Dies habe das Landschaftsbild des Hohen Vogelsberg bereits „nachhaltig beschädigt“, bedauert Marx, der sich nun nicht nur als Chef von vier befragten Vogelsberger Kreisbehörden, sondern auch als Vorsitzender des Naturparks Hoher Vogelsberg und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Naturparke an den RP wendet.

Insbesondere im Gebiet der Stadt Ulrichstein seien die Windenergieanlagen (WEA) inzwischen landschaftsprägend. „Eine noch weitere Ausweitung dieses bedauerlichen Zustands kann nicht hingenommen werden. Dem Schutz des Naturraums ist Priorität einzuräumen“, betont Marx gegenüber dem RP.

Hinzu komme, dass sich die drei Anlagen exponiert mitten im Wald befinden würden, was die Landschaftskonturierung – auch durch die luftsicherheitsangeforderte Beleuchtung und Markierung – zusätzlich deutlich stören würde. Die Anlagen würden eine Gesamthöhe von fast 180 Metern haben (138 Meter Nabenhöhe plus 41 Meter Rotorradius). Allein diese Dimension würde die Landschaftskontur völlig überlagern. Die natürliche Silhouette des Waldes wäre unterbrochen. Der Vogelsbergkreis vertrete die Auffassung, dass insbesondere Waldflächen, die der Naherholung dienen, von raumbedeutsamen Vorhaben frei zu halten sind.