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Maifeuer / Waldbrandgefahr: Umwelt- und Sicherheitsratschläge

24.04.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Maifeuer / Waldbrandgefahr:
Umwelt- und Sicherheitsratschläge aus dem Landratsamt

· Maifeuer müssen angemeldet werden
· Gefahr von Waldbränden
· 100 Meter Abstand zu Gebäuden und Wald
· Von Anfang April bis Ende Oktober gilt generell:
  Rauchen und offenes Feuer im Wald ist verboten


VOGELSBERGKREIS.   24. April 2009.

In manchen Gemeinden ist es ein alter Brauch, in der Nacht zum 1. Mai ein sogenanntes Maifeuer anzuzünden, um symbolisch den Winter zu vertreiben. Landrat Rudolf Marx hat Verständnis für diese Tradition, bittet aber die Bevölkerung, ökologische Folgewirkungen zu bedenken sowie - im Falle der Anwendung - auf größtmögliche Sicherheit zu achten. Umweltberater Harald Georg und Kreisbrandinspektor Werner Rinke geben wertvolle Erläuterungen.

Maifeuer können Scheiterhaufen für Käfer, Igel und Wiesel werden

In aufgeschichteten Reisighaufen nisten sich in der Regel nützliche und geschützte Kleintiere ein. Käfer, Wildbienen, Molche, Kröten, Kleinvögel, Igel und Wiesel beispielsweise bevölkern häufig den Reisighaufen. Für die Tiere bilden die Haufen willkommene Deckung, Behausung und manchmal auch Niststätte, denn die zum Abbrennen benötigten Äste, Baumstämme, Reisig oder Holzscheite werden oft über einen längeren Zeitraum an der späteren Brandstelle aufgeschichtet. Beim Anzünden des Maifeuers wird dann das vermeintlich sichere Versteck für die Tiere zu einem Scheiterhaufen.

Erst am Tag des Abbrennens das Holz aufschichten

Die Naturschutzbehörde bittet daher alle diejenigen, die nicht auf das Maifeuer verzichten möchten, die dafür bestimmten Materialien erst am Tag des Abbrennens aufzuschichten. Bereits seit längerer Zeit angehäuftes Material sollte kurz vor dem Abbrennen umgeschichtet werden, um vielen nützlichen und unter Naturschutz stehenden Tieren das Verlassen des Reisighaufens zu ermöglichen und ihnen damit das Leben zu erhalten. Beide Appelle - spätes Aufschichten bzw. nochmaliges Umschichten - richtet das Landratsamt auch an die Gemeindeverwaltungen, die manchmal gesammelten Heckenschnitt mit in die Maifeuer „integrieren“.

Müll darf nicht verbrannt werden

Eines ist auf jeden Fall klar: Müll darf selbstverständlich nicht verbrannt werden. Kunststoffe, Spraydosen, Autoreifen und dergleichen gehören nicht ins Feuer - beim Verbrennen können gefährliche Gifte freigesetzt werden. Auch sollte bei feuchter Witterung unbedingt auf den Einsatz von Benzin oder Öl zum Entfachen des Feuers verzichtet werden. Diese Stoffe sind nicht „nur“ in der Handhabung zu gefährlich, sondern sie können auch den Boden oder gar das Grundwasser verunreinigen.

Kreisbrandinspektor Werner Rinke gibt zusätzlich noch Ratschläge, was die nötige Sicherheit angeht:

Richtiger Standort
Schutzwürdige Lebensräume wie Trockenrasen, Hecken- und Baumbestände sowie Wegraine dürfen nicht durch Maifeuer beeinträchtigt werden.

Richtige Abstände
Es müssen unbedingt folgende (Mindest-)Entfernungen eingehalten werden: 100 Meter zu bewohnten Gebäuden, zu Naturschutzgebieten und zu Wäldern; 35 Meter zu sonstigen Gebäuden, Bäumen, Hecken, Feldrainen.

Richtige Brennstoffe
Nur Reisig, Astwerk und Stroh dürfen verwendet werden. Abfälle gehören nicht ins Maifeuer. Das Feuer muss angemeldet werden Ein Maifeuer muss über die jeweilige Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung rechtzeitig angemeldet werden.

In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass bei schönem Wetter mit geringen Niederschlägen erhöhte Waldbrandgefahr besteht und daher an alle Bürgerinnen und Bürger appelliert wird, durch achtsames Verhalten den durch die Umwelt bereits bedrohten und geschädigten Wald nicht zusätzlich durch vermeidbare Brände zu schädigen.

Von Anfang April bis Ende Oktober ist in den Wäldern das Rauchen und offenes Feuer strikt verboten!

Gefahr geht nicht nur von achtlos weggeworfenen Zigarettenresten aus. Auch liegengelassene Flaschen und Glasscherben können wie Brenngläser wirken. Grillen im Wald und im Waldrandbereich ist wegen des Funkenflugs nur auf den eigens dafür vorgesehenen Plätzen gestattet. Das Anzünden von alten Grasdecken an Wegen und Grabenrändern, das Verbrennen von altem Stroh, der Funkenflug von Schleppern sowie mit Feuer spielende Kinder sind ebenso Ursachen von Waldbränden. Zu besonderer Vorsicht sind die Fahrer von Autos mit Katalysatortechnik aufgerufen. Sie dürfen ihre Fahrzeuge unter keinen Umständen über trockenem Bodenbewuchs abstellen. Die starke Erhitzung des am Boden des Wagens untergebrachten Katalysators kann leicht einen Brand auslösen.
 
Nach dem Strafgesetzbuch ist die fahrlässige und vorsätzliche Brandstiftung allgemein und das Herbeiführen einer Brandgefahr für den Wald durch Rauchen, offenes Feuer und das Wegwerfen von glimmenden Gegenständen strafbar.

Bei einer Brandausdehnung sofort Notruf 112 wählen!