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Jugendamt und Kommunen bewerten gemeinsam den Bedarf an Kinderbetreuung - Elternbefragung erbrachte neue Erkenntnisse – Vizelandrat Ruhl empfing Bürgermeister im Kreishaus

08.04.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Jugendamt und Kommunen bewerten
gemeinsam den Bedarf an Kinderbetreuung

Elternbefragung erbrachte neue Erkenntnisse –
Vizelandrat Ruhl empfing Bürgermeister im Kreishaus

VOGELSBERGKREIS.   8. April 2009.

Der Bedarf ist unterschiedlich, die Städte und Gemeinden müssen unterschiedlich viel investieren, der Landkreis wird seine Anstrengungen im Bereich Tagespflege intensivieren. Das ist die Kurzform der Erkenntnisse aus der ersten großen Elternbefragung im Vogelsbergkreis. Ziel war es herauszufinden, wie viel Bedarf an Betreuung für Kinder unter drei Jahren besteht. Über eine relativ hohe Rücklaufquote von fast 42 Prozent aller möglicherweise betroffenen Eltern freute sich Dagmar Scherer, Leiterin des Amtes für Jugend, Familie und Sport. Scherer und Vizelandrat Gerhard Ruhl dankten den Städten und Gemeinde für die Umsetzung der Befragung vor Ort. Die Erkenntnisse aus der Befragung seien ein gutes „Einstiegs-Instrument“, auch wenn die Aussagekraft nicht bei jedem Kriterium 100 Prozent sein könne.

Der Bundesgesetzgeber strebt an, bis 2013 für 35 Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz anzubieten – dies können neu geschaffene Hortplätze in den Kommunen oder bei anderen Trägern ebenso sein wie die Verstärkung von Tagespflegeangeboten (Tagesmütter). Bei notwendigen Investitionen beteiligt sich der Bund mit 90 Prozent, maximal mit 14.000 Euro je geschaffenem Platz.

Um diese 35 Prozent im Vogelsbergkreis zu erreichen, müssen in den kommenden vier Jahren noch 380 Plätze neu geschaffen werden. Auf jeden Fall will der Kreis mit dem Ausbau der Tagespflege ein Drittel der geforderten Plätze sicherstellen. Der Bedarf ist sehr unterschiedlich, berichtete Susan Jusseaume, die im Jugendamt den Bereich Tagespflegeausbau betreut.

Versorgungsquote bereits um 5,8 Prozent verbessert

Von 2008 bis 2009 hat sich – vor allem durch die baulichen Anstrengungen in den Kommunen (plus 72 Plätze), aber auch durch die Verstärkung der Lobbyarbeit für Tagesmütter beim Kreis – die Versorgungsquote schon von 10,6 auf 16,4 Prozent verbessert. Das bedeutet: die Hälfte der Anforderung ist bereits erreicht. Waren es 2008 noch 42 Tagespflegeplätze, die durch das Jugendamt vermittelt werden konnten, so seien es jetzt – dank guter Werbung, so Scherer – bereits 98 Tagespflegeplätze – ein Plus von 56 Prozent. Die Ausbildung der Tagesmütter stehe auf soliden Füßen und finde sowohl bei der Neuen Arbeit als auch bei der Volkshochschule statt.

In der Diskussion hob Dagmar Scherer hervor, dass bei aller Unterschiedlichkeit vor Ort, der soziale Trend „Pro Kinderbetreuung“ gehe. Darauf müsse man sich auch dann einstellen, wenn gleichzeitig demographische Schrumpfungsprozesse zu bewältigen seien. Für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister waren Fragen der Restfinanzierung, der Personal- und Betriebskosten, der Festlegung der Versorgungsquote sowie der Verbindlichkeit einer Prioritätenliste besonders wichtig. Das Spektrum in der Diskussion reichte von „Eigentlich ist das alles viel zu teuer“ bis „Eigentlich müsste das für die Eltern alles kostenfrei sein“.

Erster Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl hob in der Tagung im Kreishaus hervor, das Thema Kindertagesbetreuung sei zu einem zentralen Thema in der Familienpolitik des Bundes und der Länder und im Vogelsbergkreis geworden. Familien und ihre Interessen seien mit gutem Grund in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt. Familienfreundlichkeit sei ein Indiz für Lebensqualität und ein wichtiger Standortfaktor, der im Wettbewerb der Kommunen und Landkreise untereinander in den kommenden Jahren noch an Bedeutung zunehmen werde.

Die Vereinbarkeit von Kinderwunsch und Erwerbstätigkeit sei für viele junge Menschen eine echte Herausforderung. Der Vogelsbergkreis habe sich im Frühsommer des vergangenen Jahres auf den Weg gemacht, systematisch und mit planerischer Kompetenz die Situation der Kinderbetreuung, besser beurteilen zu können. „Wir – Kreis und Kommunen – wollen gemeinsam die Situation verbessern“, sagte Amtsleiterin Dagmar Scherer. Auf der Prioritätenliste des Kreises stehen die Kommunen oben, bei denen die meisten Investitionen anstehen.