Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Forum Sozialplanung – Dialog von freier Wohlfahrtspflege und Kreisverwaltung wurde fortgesetzt

19.02.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Eine Pressemitteilung der Sprecherin des Forums Sozialplanung, Frau Monika Stein

Monika Stein: „Ausstattung von
Beratungsstellen ist grenzwertig“

Forum Sozialplanung – Dialog von freier
Wohlfahrtspflege und Kreisverwaltung
wurde fortgesetzt

In der dritten Tagung des „Forums Sozialplanung“, in dem Kreisverwaltung und die freie Wohlfahrtspflege zusammenarbeiten, hat die Sprecherin, Monika Stein (Deutsches Rotes Kreuz) die finanzielle Ausstattung einiger Beratungsstellen im Landkreis als „grenzwertig“ bezeichnet. In dem Forum sind neben dem DRK, die Arbeiterwohlfahrt, der Caritasverband, die Diakonie und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband vertreten.

Das Angebot könne nur aufrecht erhalten werden, wenn Sponsoren gefunden werden können, so Monika Stein. Eine Ausweitung des Angebotes im Bereich der Männerberatung und in der Paar- und Familienberatung wäre wünschenswert, die Jugend- und Drogenberatung müsse in ihrem jetzigen Umfang erhalten bleiben. Die Nichtbesetzung der Leitung der Erziehungsberatungsstelle sei aus der Sicht der freien Wohlfahrtsverbände nicht sachgerecht und nicht akzeptabel.

Familiendezernentin Sylke Emmermann hält eine Weiterentwicklung der Sozialplanung für dringlich: „Damit der Vogelsbergkreis regionalpolitisch nicht abgehängt wird, ist es notwendig, den Altenhilfeplan komplett neu aufzustellen und den geänderten demografischen Veränderungen anzupassen.“ Zu den geplanten Pflegestützpunkten betonte Kreisbeigeordnete Emmermann: „Ich gehe davon aus, dass der Landkreis den Prozess aktiv begleiten wird, damit es zu einer professionellen Beratung und Unterstützung der Bevölkerung kommen kann.“

Sprecherin Monika Stein begrüßte es, dass in verschiedenen Gremien, Institutionen „Sozialraum sichernde Maßnahmen“ voran getrieben werden. Gearbeitet werde am Ausbau der Nachbarschaftshilfen, an der Entwicklung  alternativer Wohnformen, an einer Kooperation zw. Schule/Jugendhilfe/Jugendpsychiatrie, am Ausbau früher Hilfen für Kinder/Familien, am Sozialen Training für straffällig gewordene Jugendliche, an der Tagesbetreuung für geistig behinderte Schüler, an der Verbesserung der aufsuchenden sozialpsychiatrischen  Betreuung.

Die Pflegekassen seien dabei, die Einrichtung eines Pflegestützpunktes im Vogelsbergkreis zu etablieren. Forums-Sprecherin Stein bedauerte in der Tagung, dass es im Vogelsbergkreis keine Fachstelle für Altenhilfe gebe. Angesichts der demografischen Entwicklung sei aus ihrer Sicht die Errichtung einer Fachstelle im in der Kreisverwaltung notwendig.

Die Fachleute aus den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege betrachteten mit großer Sorge die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes im Vogelsberger Jugendamt. Die gesetzlichen Aufgaben der Jugendämter seien in der Vergangenheit immer stärker ausgeweitet worden, ohne dass Geld für zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt worden sei.

Das „Forum Sozialplanung Vogelsberg“ ist ein Zusammenschluss von Vertreterinnen der freien Wohlfahrtspflege, der Kreisverwaltung und der Kreispolitik, das sich im Jahr 2008 zum Zwecke einer beteiligungsorientierten Sozialplanung gründete.

Vereinbarungsgemäß wurden im vergangenen Jahr verschiedene Einrichtungen, Arbeitskreise und -gruppen und sozial Tätige um eine Einschätzung der sozialen Situation im Vogelsbergkreis gebeten, berichtete Sprecherin Monika Stein. Neben den Arbeitsfeldern des Lokalen Bündnisses für Familien wurden beispielweise die AG 78, die Psychiatrievereinbarung, das Bürgernetzwerk 2020, AGAPE, Arbeitskreis der Sozial- und Diakoniestationen, die Pflegeüberleitungen der Krankenhäuser und die Wohlfahrtsverbände angeschrieben und gebeten, ihre Angebote der Daseinsfür- und -vorsorge zu benennen und zu beurteilen, ob das vorgehaltene Angebot für angemessen und ausreichend erachtet wird.

„Allein aus der Aufzählung wird ersichtlich, wie viele Menschen und Gruppen im Vogelsberg – neben den Fachleuten im Jugendamt und im Sozialamt – stark engagiert sind, sich um ihre und die Belange ihrer Mitmenschen zu kümmern“, unterstrich Monika Stein. Die Befragung habe gezeigt, dass es sowohl sehr viel ehrenamtliches Engagement im Vogelsbergkreis als auch Bereiche gebe, in denen der Vogelsbergkreis nicht ausreichend oder sogar mangelhaft versorgt sei. Man wollen in dem Forum gemeinsam nach angemessenen Lösungen Ausschau halten.