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Renate Meudt: „Allen Schwerstkranken in ihren letzten Wochen gute Betreuung bieten“ - Über 100 Fachleute informierten sich auf Einladung des Kreisgesundheitsamts über regionale Palliativversorgung

22.01.2009 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Meudt: „Allen Schwerstkranken in ihren
letzten Wochen gute Betreuung bieten“

Über 100 Fachleute informierten sich auf Einladung des Kreisgesundheitsamts über regionale Palliativversorgung

VOGELSBERGKREIS.    22. Januar 2009.

„Wenn sich unheilbar Kranke wünschen, zu Hause zu sterben, so sollten sie auch in unserem Vogelsbergkreis eine Möglichkeit hierzu vorfinden.“ Diese Auffassung vertritt Renate Meudt, Leiterin des Kreisgesundheitsamts. Es sollte das gemeinsame Ziel sein, dass es keine Versorgungslücken im Vogelsbergkreis gibt. Meudt hatte die Initiative ergriffen und über 100 Fachleute in die Lauterbacher Sparkassen-Aula eingeladen. Sämtliche Pflegedienste und Altenheime waren vertreten, darüber hinaus viele Hausärzte und weitere Fachleute.

Auf dem Podium informierten Palliativmediziner aus vier Kliniken über Methoden, die Versorgung Schwerstkranker sicher zu stellen. Die Zusammenkunft kam auch auf Bitten von Familiendezernentin Sylke Emmermann und des lokalen Bündnisses für Familie zustande. Palliative Behandlung oder Betreuung von Schwerstkranken – oft Krebskranken – bedeutet eine lindernde Behandlung im Gegensatz zur kurativen (heilenden) Behandlung.

Renate Meudt freut sich über das Ergebnis: in den kommenden Monaten soll erreicht werden, dass sich – bei entsprechendem Bedarf – alle ambulanten Pflegedienste und alle stationären Alten- und Pflegeheime regional an eines der drei Krankenhäuser im Kreis wenden können. Im Süden das Kreiskrankenhaus des Wetteraukreises in Schotten, in der Mitte das Medizinische Zentrum Eichhof in Lauterbach und im Norden das Kreiskrankenhaus in Alsfeld. Ansprechpartner dort sind die Palliativmediziner Professor Dr. Martin Graubner (Kreiskrankenhaus Schotten), Dr. Norbert Sehn (Eichhof Lauterbach) und Dr. Martin Böhm (Kreiskrankenhaus Alsfeld).

Die Leiterin des Gesundheitsamtes berichtete nach der Veranstaltung dem für das Gesundheitswesen zuständigen Dezernenten, Landrat Rudolf Marx, und der Familiendezernentin Sylke Emmermann über das Ergebnis. Marx und Emmermann zeigten sich erfreut über die Initiative der Gesundheitsamtsleiterin und würdigten gemeinsam die schon bisherigen großen Anstrengungen von Medizinern – vor allem auch Hausärzten – und von Seelsorgern, Sozialarbeitern und Pflegekräften. Meudt hatte in ihren Begrüßungsworten deutlich gemacht, Palliativversorgung gehe über bloße medizinische Kategorien weit hinaus. Die Begleitung müsse sowohl medizinisch, als auch psychosozial, organisatorisch, pflegerisch und auch spirituell bestmöglich angelegt sein.

Professor Dr. Ulf Sibelius (Universitätsklinikum Gießen) berichtete vom dortigen Palliativnetzwerk. Durch die organisierte integrierte Versorgung sei es in der Region Gießen/Marburg gelungen, dass nun erheblich mehr Patienten, die dies wünschten, zu Hause versorgt werden und dort versterben könnten. Der Palliativmediziner Thomas Sitte schilderte die Vorgehensweisen des Schmerz- und Palliativzentrums Fulda und machte seine Erfahrung deutlich, dass nur eine fachliche Vernetzung eine zuverlässige Struktur biete.

Professor Dr. Heinz-Gert Höffkes (Chefarzt der Onkologie am Städtischen Klinikum Fulda) berichtete von seinen Erfahrungen in der Umsetzung der integrierten Versorgung im Landkreis Fulda. Die Versorgung setze immer eine Vereinbarung von Krankenhaus, Hausarzt und natürlich des Betroffenen selbst voraus. In Fulda sei ein Kriseninterventionsteam 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr im Einsatz.

Dr. Martin Böhm, Chefarzt der Internistischen Abteilung und Palliativmediziner am Alsfelder Kreiskrankenhaus, informierte über eine gute Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus Bad Hersfeld zur Sicherstellung der Versorgung. Dr. Norbert Sehn, Chefarzt der Anästhesie und Ärztlicher Direktor des Medizinischen Zentrums Eichhof in Lauterbach, hob in seinem Vortrag die bedeutende Rolle der regionalen Krankenhäuser hervor. Auch Dr. Sehn machte deutlich: „Es geht vorrangig nicht um Medizin.“ Besondere Qualifikationen seien aber für die Palliativbegleiter nötig. Es sei wichtig, gerade in der Mitte des Landkreises „Lücken in der Versorgung“ zu schließen. Natürlich seien auch die Krankenkassen aufgefordert, neue Lösungen entsprechend mit zu unterstützen.

Ein auf die vorgesehenen drei Teilregionen ausgerichtetes weiteres Treffen wird das Gesundheitsamt im März durchführen.

Gesundheitsamtsleiterin Renate Meudt hatte über 100 Fachleute in die Lauterbacher Sparkassen-Aula eingeladen.

Professor Dr. Ulf Sibelius vom Uni-Klinikum in Gießen berichtete über die Begleitung Schwerstkranker in der Region Gießen/Marburg.

Thomas Sitte informierte über die Arbeit des Schmerz- und Palliativzentrums Fulda.

Professor Dr. Heinz-Gert Höffkes schilderte seine Erfahrungen in der Umsetzung der integrierten Versorgung im Landkreis Fulda.

Dr. Martin Böhm, Palliativmediziner und Chefarzt am Kreiskrankenhaus Alsfeld.

Dr. Norbert Sehn, Chefarzt am Lauterbacher Eichhofkrankenhaus, wünschte sich, dass die „Lücken in der Mitte des Vogelsbergkreises“ geschlossen werden.

Informationsveranstaltung zur bestmöglichen Begleitung sterbenskranker Menschen. Das Podium in der Lauterbacher Sparkassen-Aula von links: Thomas Sitte (Fulda), Dr. Martin Böhm (Kreiskrankenhaus Alsfeld), Gesundheitsamtsleiterin Renate Meudt, Dr. Norbert Sehn (Eichhof-Krankenhaus Lauterbach), Dr. Rainer Meissel und Professor Dr. Heinz-Gert Höffkes (beide Fulda).

Alle Fotos: Pressestelle Vogelsbergkreis