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Kreiskrankenhaus: Landrat betont Verantwortung für Patienten und Arbeitsplätze - Marx: „Vor vier Jahren ließ die Eichhof-Stiftung die Verhandlungen scheitern – Dann wurde mit Hersfeld verhandelt“

31.10.2008 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Kreiskrankenhaus: Landrat betont
Verantwortung für Patienten und Arbeitsplätze

Marx: „Vor vier Jahren ließ die Eichhof-Stiftung die
Verhandlungen scheitern – Dann wurde mit Hersfeld verhandelt“

VOGELSBERGKREIS.   31. Oktober 2008.

„Mein oberstes Ziel ist die optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung, die Sicherung der Arbeitsplätze sowie die Weiterentwicklung und Zukunftssicherung unseres Krankenhauses.“ So reagiert Landrat Rudolf Marx auf Vorschläge des privaten Eichhof-Krankenhauses, das kommunale Vogelsberger Krankenhaus zu übernehmen. Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Schäfer habe mit seinem öffentlichen Kaufangebot – das er bewusst nicht beziffere – „einen Stein in einen bereits seit vier Jahren ruhenden See geworfen“.

Der Landrat bezeichnet das Übernahme-Angebot der Eichhof-Stiftung gegenüber dem Kreiskrankenhaus als „nicht hilfreich“ und verweist auf intensiv geführte Verhandlungen beider Häuser, die bereits vor vier Jahren gescheitert seien. Im Jahr 2003 war der Kreis auf die Stiftung zugegangen. Der Aufsichtsratsvorsitzende des kommunalen Krankenhauses nennt als Grund des damaligen Scheiterns die mangelnde Bereitschaft der privaten Stiftung „den gangbaren und von uns gewollten Weg einer Holding“ in Form einer GmbH zu gehen.

Einzig aus dem Grund, weil der Kreis die Versorgung der Bevölkerung sichern und verbessern wolle, verhandle sein Krankenhaus mit Hersfeld. Die Kooperation mit Lauterbach solle nicht enden – Marx betont, in der Tat gebe es einige „hervorragende Felder der Zusammenarbeit“ zwischen Alsfeld und Lauterbach. Marx nennt als Beispiele die „hoch bedeutsame Krankenpflegeschule“ und die Partizipation an der Krankenhaus-Apotheke des Eichhofs.

Vorschlag: Lauterbach als Partner
der Verflechtung Alsfeld/Hersfeld?

Als Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender habe er die Pflicht, die Versorgung der Bevölkerung bestmöglich und zukunftsträchtig sicherzustellen. Darüber hinaus trage er Verantwortung für einen der größten Arbeitgeber in der gesamten Region – das Kreiskrankenhaus beschäftigt 685 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Verhandlungen mit Bad Hersfeld hält Marx für „strategisch klug und unverzichtbar“. Marx lädt die Eichhof-Stiftung ein, mit der entstehenden Verflechtung Alsfeld/Hersfeld zu kooperieren, und damit das Angebot für die heimische Bevölkerung noch weiter zu stabilisieren und auszubauen.

„Arbeitsplätze in Alsfeld erhalten,
Versorgungsqualität sichern,
Kooperation auf Augenhöhe“

Marx hält es für nicht hinnehmbar, mit „nicht begründeten Spekulationen über die Motive der Hersfelder Klinik die Bevölkerung zu verunsichern“. Es sei schlicht falsch zu behaupten, dem Kreiskrankenhaus drohe der Wegfall der bisherigen Versorgungsqualität, das Kreiskrankenhaus in Alsfeld „werde ausbluten“. Das Gegenteil sei der Fall. Der gegenwärtige Kostendruck in der Krankenhauslandschaft fordere nämlich tatsächlich und nachdrücklich, nach geeigneten Partnern vertrauensvoll Ausschau zu halten. Die Möglichkeiten, die gewünschten Ziele zu erreichen – vor allem die Sicherung der Versorgungsqualität der Bevölkerung und der Erhalt der Arbeitsplätze am kommunalen Krankenhaus in Alsfeld – schätzt der Landrat als „außerordentlich gut“ ein.

Das Kreiskrankenhaus sei betriebswirtschaftlich und organisatorisch sehr gut aufgestellt. Daher verhandle „unser kommunales Krankenhaus keineswegs aus Not, sondern aus der Verantwortung heraus, die Zukunft abzusichern“.

„Versorgungsstruktur wird sich verbessern“

Landrat Rudolf Marx und der Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus-GmbH, Henner Häfner, sind sich einig in der Bewertung, dass gerade der Zusammenschluss von Kliniken mit unterschiedlicher Versorgungsstruktur besonders sinnvoll sei, weil hier gegenseitige Ergänzungen möglich würden. Völlig klar sei, dass das Alsfelder Kreiskrankenhaus seinen Versorgungsauftrag „mindestens im bisherigen Umfang“ fortführen werde. Wahrscheinlicher sei jedoch sogar eine Erweiterung der Angebote, die Schaffung von neuen Behandlungs- und Versorgungskonzepten. Dabei könnten ganz andere Möglichkeiten geschaffen werden, als zwischen zwei vergleichsweise kleinen Krankenhäusern mit nahezu gleichem Versorgungsniveau – noch dazu in einer „komplizierten Stiftungsstruktur“.

Marx und Häfner weisen auch darauf hin, dass das Kreiskrankenhaus in Alsfeld – wie auch die Klinik in Bad Hersfeld – zu den Gründungsmitgliedern eines hessischen öffentlich-rechtlichen Klinikverbundes gehören, die Eichhof-Stiftung gehört nicht dazu. In dem Verbund arbeiten mittlerweile 20 hessische Kliniken einschließlich der Uniklinik in Frankfurt am Main zusammen. Aus dieser „starken Gemeinschaft“ werde sich das Kreiskrankenhaus „gewiss nicht wieder zurückziehen“. Im Übrigen sei die angestrebte gesellschaftsrechtliche Verflechtung von Alsfeld und Hersfeld eingehend mit dem Sozialministerium erörtert worden und die Konzeption werde „von dort ausdrücklich unterstützt“.

Der Kreisausschuss in seiner Eigenschaft als Gesellschafterversammlung (das Krankenhaus in Alsfeld gehört zu 100 Prozent dem Landkreis) wird sich in der kommenden Woche mit dem Thema beschäftigen.