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Neue Arbeit kümmert sich weiter um die „Werkakademie“ der KVA - Landrat Marx: Sofortangebot für junge Arbeitslose erweist sich als nachhaltiges Konzept – 120 junge Leute nehmen teil - Fördern und Fordern als Prinzip - Empowerment-Strategie

16.10.2008 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Neue Arbeit kümmert sich weiter
um die „Werkakademie“ der KVA

 

Landrat Marx: Sofortangebot
für junge Arbeitslose erweist
sich als nachhaltiges Konzept –
120 junge Leute nehmen teil

VOGELSBERGKREIS.   16. Oktober 2008.

„Das Sofortangebot für junge Arbeitslose ist ein nachhaltiges Konzept. Es ermutigt die jungen Menschen und nimmt sie von Anfang an für die Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen in die Pflicht.“ Dies sagte Landrat Rudolf Marx nach der Beschlussfassung im Kreisausschuss, die Neue Arbeit Vogelsberg gGmbH für ein weiteres Jahr zu beauftragen, für die jungen Klienten in der Kommunalen Vermittlungsangentur (KVA) die „Werkakademie“ durchzuführen. Der Kreis als Verantwortlicher für die Umsetzung der Hartz-IV-Gesetze in der Region wendet für diese Maßnahme rund 110.000 Euro auf.

Die KVA betreut zur Zeit etwa 120 arbeitslose Jugendliche. Ziel der „Werkakademie“ ist es, im Laufe eines Jahres jeden Monat zehn Jugendliche in dieses Projekt aufzunehmen. Die Verantwortlichen in der KVA hatten sich Anfang des Jahres entschlossen, die Anregungen des holländischen Arbeitsmarktexperten Dick Vink aufzugreifen und den jungen Leuten bis zum Start einer Ausbildung oder Qualifizierung ein Sofortangebot zu machen und die Werkakademie als Pilotprojekt zu testen. Die Ergebnisse zeigten, dass man mit dieser Vorgehensweise auf dem richtigen Weg sei, Marx.

„Die erwerbsfähigen jugendlichen arbeitslosen Menschen sind eine zentrale Zielgruppe des politischen und administrativen Handelns im Vogelsbergkreis, in der Kommunalen Vermittlungsagentur“, betont der Landrat in einer Presseerklärung. Aus Sicht von Rudolf Marx sollen die jungen Menschen direkt spüren, dass sie ihr Leben in die Hand nehmen müssen. „Und dabei wollen wir sie unterstützen, und zwar fühlbar über das Zahlen von Geldleistungen hinaus. Wir wollen fördern und fordern.“

Verschiedene Projekte, wie zum Beispiel das Netzwerk Jugend und Beruf, zeigten gute Erfolge, erläutert Sozialamtschef Werner Köhler. Mit dem „Sofortangebot für Jugendliche – Werkakademie“ sollen vor allem jene Jugendlichen erreicht werden, die es von den Rahmenbedingungen her – fehlender Schulabschluss, stark belastender sozialer Hintergrund – am schwersten haben.

In der Werkakademie geht es um Bewerbungstrainings, Suche nach passenden Jobs und spätere Berufsperspektiven im Internet und das Klarwerden über die eigenen Kompetenzen. Denn aus Sicht der Experten aus der Sozialpädagogik und der Arbeitsmarktpolitik verstellen vielfach unklare oder unrealistische Selbsteinschätzungen den Blick auf durchaus vorhandene eigene Stärken, Kompetenzen und Entwicklungspotenziale. Erst nach diesem Erkennen sei die Entfaltung von Motivation herstellbar. Die Fachleute nennen das „Empowerment“.

In der praktischen Selbsterprobung in realen Arbeitsfeldern werde es ermöglicht, die eigenen Berufswünsche zu überdenken, zu festigen, gegebenenfalls auch zu verändern oder überhaupt erstmals „aufzuspüren“ und den nötigen Qualifizierungsbedarf zu entdecken. Aus Sicht des Werkakademie-„Erfinders“ Dick Vink sollen die jungen Leute spüren, dass die Beantragung von Geldleistungen zweitrangig ist. „It is your job to get a job“- so nennt das Dick Vink – „Es ist deine Aufgabe, eine Arbeit zu finden“.