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„Familienfreundlichkeit im Unternehmen rechnet sich“ - Bündnis für Familie strebt bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf an – IHK: „Das ist ein Standortfaktor“

02.10.2008 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Familienfreundlichkeit im
Unternehmen rechnet sich“

Bündnis für Familie strebt bessere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf an – IHK: „Das ist ein Standortfaktor“

VOGELSBERGKREIS.   2. Oktober 2008.

Ein Ziel des Bündnisses für Familie im Vogelsbergkreis ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Arbeitsgruppe, die sich speziell mit dieser wichtigen Frage auseinandersetzt, informierte kürzlich in der Aula der Sparkasse Oberhessen in Lauterbach im Rahmen einer Fachtagung über Möglichkeiten der Vernetzung und Weiterentwicklung von Angeboten. Mitveranstalter waren die Handwerkskammer Wiesbaden, die IHK Gießen-Friedberg und die Vogelsberg Consult GmbH. Dr.-Ing. Manfred Felske-Zech, bei der IHK Gießen-Friedberg im Geschäftsbereich Innovation tätig, sagte: „Familienfreundlichkeit ist ein Standortfaktor. Und wird es immer mehr.“

Sprecher von IHK, Handwerkskammer, Kindertageseinrichtungen und die Kreis-Familiendezernentin waren sich einig: „Benötigt werden gut vernetzte, gut verfügbare, flexible und nicht zuletzt für Eltern, Kommunen und Unternehmen bezahlbare neue Angebote.“ Eine gute Betreuung der Kinder aber auch Betreuungsangebote für zu pflegende Familienangehörige seien mittlerweile Bestandteile einer effektiven Arbeitsmarktpolitik.

„Der ländliche Raum braucht mehr Tagesmütter“

Familiendezernentin Sylke Emmermann betonte nach der Fachtagung: „Es kommen für den ländlichen Raum nur wirklich passende Modelle in Frage – Konzepte aus der Metropole passen bei uns gewiss nicht.“ Neben dem Prüfen von Vernetzungs- und Erweiterungsmodellen bestehender Einrichtungen komme der Initiative des Kreises, die Tagespflegeangebote deutlich auszuweiten hier eine „zentrale Rolle“ zu, meinte Emmermann. Für die Familiendezernentin ist der Beschluss der Bundesregierung, die Angebote für die unter Dreijährigen bis 2013 zu verdreifachen eine „unübersehbare Trendwende“. Emmermann kündigte an, sie werde nicht „nur über Lösungsmöglichkeiten in den heimischen Firmen diskutieren“, sondern sie wolle auch in der „Firma Kreisverwaltung“ selbst ein „Audit“, mit dem Ziel, die Familienfreundlichkeit des Arbeitgebers Landratsamt zu erhöhen.

Sparkassendirektor Günter Sedlak bekundete in Lauterbach sein starkes Interesse an diesem Thema. Eine zentrale Lösung sei jedoch nicht zielführend – bei 44 Filialen komme nur eine flexible Gestaltung in Betracht. „Das Bündnis für Familie und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind für uns ganz besonders wichtig“, sagte der Vorstandschef.

Manfred Weber von der Handwerkskammer Wiesbaden (Geschäftsstelle Mittelhessen) sagte: „Wir waren im März selbstverständlich Gründungsmitglied des lokalen Bündnisses für Familie.“ Er stellte in seinem Vortrag den Zusammenhang von Fachkräftepotenzial und Familienfreundlichkeit her. Er nehme zunehmend wahr, dass die Attraktivität eines Arbeitsplatzes nicht nur von der Gehaltshöhe abhänge. „Familienfreundlichkeit rechnet sich“, unterstrich Weber, und verwies beispielsweise auf die positiven betriebswirtschaftlichen Effekte einer geringen Fluktuation in der Belegschaft. Und: „Familienfreundliche Unternehmen sind ein entscheidender Standortvorteil.“

Erwin Fauß, Fachbereichsleiter Bürgerservice bei der Stadt Lauterbach und damit auch zuständig für die Kindertageseinrichtungen, hob hervor, Kommunen seien gerne Partner bezahlbarer neuer Modelle. Entscheidend sei jedoch, dass die Kommunen die Grundversorgung wirklich zukunftsfest machen könnten. Dazu zähle auch, flexible Öffnungszeiten an den tatsächlichen Bedarf der Eltern anzupassen und die Qualität der Angebote zu sichern.

Christina Seimetz von der Firma pme Familienservice GmbH stellte Lösungsmöglichkeiten von kurzfristigen Fehlzeit- und Urlaubsüberbrückungen vor. PME arbeitet bundesweit mit 800 Mitarbeitern an 30 Standorten, vornehmlich in Ballungszentren. Die These von Seimetz: „Es muss nicht der Betriebskindergarten sein, der den Eltern konkret nützt.“ Kooperationen von Unternehmen, Kommunen und pme hielt sie für generell vorstellbar.

Informationen: www.familienservice.de

Am 14. März war auf Initiative der Familiendezernentin Sylke Emmermann das Lokale Bündnis für Familie im Vogelsbergkreis gegründet worden. In diesem Rahmen widmet sich einer der sieben Arbeitskreise unter der Leitung von Diplom-Betriebswirtin Andrea Ortstadt im Auftrag der Vogelsberg Consult GmbH der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Spannungsfeld, das sowohl für die betroffenen Familien und Betriebe, aber auch die Kostenträger der Kinderbetreuungseinrichtungen eine echte Herausforderung bedeutet, betonte Ortstadt nach der Veranstaltung und meinte: „Durch den demographischen Wandel und den damit verbundenen Wettstreit um qualifizierte Fachkräfte ist das Thema Familienfreundlichkeit zu einem nicht zu unterschätzenden Zukunftsfaktor und Wettbewerbsvorteil geworden.“

Kreisbeigeordnete Emmermann bittet heimische Unternehmen, vorhandene Strukturen oder Wünsche im Zusammenhang mit dem Thema Familienfreundlichkeit direkt an ihr Büro zu senden:

sandra.obenhack(at)vogelsbergkreis.de

Im Gespräch zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf (von links): Arbeitsgruppenvorsitzende Diplom-Betriebswirtin Andrea Ortstadt, Familiendezernentin Sylke Emmermann, rechts Sparkassendirektor Günter Sedlak.
Foto: Vogelsbergkreis

Dr. Manfred Felske-Zech, IHK Gießen-Friedberg.

Manfred Weber, Handwerkskammer Wiesbaden

Erwin Fauß, Fachbereichtsleiter Bürgerservice bei der Kreisstadt Lauterbach

Christina Seimetz, pme Familienservice GmbH