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Landrat Marx berichtet im Kreistag (am 16. Juni 2008): Gute Signale für die Vogelsbergbahn - Elternentscheidung sichert Filialschule Storndorf - und weitere Themen...

17.06.2008 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Sitzung des Kreistages des Vogelsbergkreises
am Montag, 16. Juni 2008, 17 Uhr,
in Homberg/Ohm, Stadthalle

TOP 1 - Bericht aus der Arbeit des Kreisausschusses

Landrat Rudolf Marx berichtet

Es gilt das gesprochene Wort. Sperrfrist: 16.06.08, 17 Uhr

Themen:
1. Gesundheitsamt: Renate Meudt ist die neue Leiterin des Gesundheitsamts /
    Erste Vogelsberger Präventionstage erfolgreich /
    Sprachstandserfassung in den Kindertageseinrichtungen
2. Modellprojekt Schul-Oecotrophologie in Kooperation mit der FH Fulda
3. Härtefonds des Landes zur Sicherstellung der Mittagessenversorgung
4. Umstellung auf G 9
5. Bestandssicherung der Filialschule Storndorf
6. Schulbuskontrollen im Vogelsbergkreis
7. Freiwilliges soziales Jahr an Schulen
8. Bekämpfung der Blauzungenkrankheit
9. Tagesbetreuungsausbaugesetz
10. Eckpunktepapier Vogelsbergbahn – Die Signale stehen auf Grün


Fachärztin Renate Meudt ist neue Leiterin des Gesundheitsamts –
Erste Präventionstage erfolgreich – Sprachstandserfassung in Kindergärten gestartet

Ende März wurde Frau Dr. Hildegard Schulte in den Ruhestand verabschiedet. Auch Frau Dr. Seebach verließ das Gesundheitsamt und ging in die Altersteilzeit.

Ab 1. April übernahm Frau Renate Meudt, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Fachärztin für öffentli-ches Gesundheitswesen, die Amtsleitung. Herr Dr. Reygers ist nun stellvertretender Amtsleiter.

Seit dem 1. April 2008 ist der Kinder- und Jugendärztliche Dienst neu besetzt, und zwar durch Frau Birgit Turba-Eckhardt, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin – sie leitet dieses Sachgebiet – und Frau Dr. Petra Steinker, Ärztin.
 
Ende April fanden in der Adolf-Spieß-Halle in Lauterbach die ersten Präventionstage für Kinder und Jugendliche statt. Es wurden Informationen zu zahlreichen Themen angeboten, wofür sich über 500 Besucher - Kinder, Jugendliche, Eltern und Verwandte, Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen - interessierten.

Gemäß Erlass des Hessischen Sozialministeriums und mit Unterstützung des Sprachheilbeauftragten Herrn Eisenträger wurden im Vogelsbergkreis sechs Sprachexperten geschult, die über eine Schulung der Erzieherinnen die Sprachstandserfassung der vierjährigen Kinder in den Kindergärten begleiten werden. Ziel ist es, Defizite möglichst frühzeitig zu erkennen und den Eltern entsprechende Vorschläge zu machen.

Gesundes Essen in der Schule:
Kreis kooperiert mit der FH Fulda –
Ein Oecotrophologe entwickelt ein neues
Konzept an der ASS und an der GSS Alsfeld

Die Fachhochschule Fulda hat dem Vogelsbergkreis angeboten, in ein von ihr erarbeitetes Modellpro-jekt „Schul-Oecotrophologie“ einzusteigen, das durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird. Es wird bereits an der Marienschule in Fulda mit großem Erfolg unter der Feder-führung der Fachhochschule durchgeführt. Die Leitung des Projektes hat Prof. Dr. Georg Koscielny. Ziel des Projektes ist es, den Schülern kreative und ernährungsphysiologisch optimal ausgewogene Spei-senkomponenten anzubieten, welche die Leistungsfähigkeit der Schüler steigern und sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Mit einem flexiblen und bezahlbaren Angebot soll von morgens bis nachmittags ein mit den Jugendlichen abgestimmtes Verpflegungskonzept mit Warmkomponenten aber auch „ge-sundes Fingerfood“ angeboten werden. 

Nach mehreren Gesprächen mit der Fachhochschule Fulda bot sich die Aufnahme des Mensabetriebes an der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld in das Modellprojekt an, der gegenwärtig nicht auf hinreichend Akzeptanz stößt. Gedacht ist an eine Integration mit dem geplanten Mensabetrieb der Geschwister-Scholl-Schule in Alsfeld. Dieses Projekt soll ab dem kommenden Schuljahr anlaufen und steht unter der Leitung eines von der Fachhochschule Fulda für zwei Schuljahre eingesetzten Schuloectrophologen. Mit dieser Fachkraft soll das neue Konzept aufgebaut, weiter entwickelt und auch in den Unterricht in-tegriert werden. Die Personalkosten für den Schuloectrophologen werden von der Fachhochschule Fulda getragen, der Vogelsbergkreis beteiligt sich für die beiden Schuljahre mit einem Zuschuss von 20.000 € je Schuljahr. Nach zwei Schuljahren soll sich das Projekt selbst tragen. Falls es erfolgreich ist, kann es dann auch auf weitere Schulen mit Mittagsangebot übertragen werden.

Härtefonds des Landes Hessen zur Mittagessenversorgung in Hessischen Schulen – Unbürokratisches Verfahren

Zum 1. April 2008 hat das Land Hessen einen Härtefonds aufgelegt, mit dem Schulkinder, die aufgrund finanzieller, sozialer oder familiärer Notlagen nicht am Mittagessen teilnehmen können, unterstützt wer-den. Das Programm ist zunächst  bis zum Schuljahresende 2008/09 begrenzt und wird über die Karl-Kübel-Stiftung in Bensheim abgewickelt. In Frage kommen alle Schulen im Grundschulbereich und der Sekundarstufe 1, die an mindestens 3 Wochentagen ein warmes Mittagessen anbieten. Diese Schulen haben  über die Karl-Kübel-Stiftung Antragsformulare erhalten, mit denen sie Zuschüsse abrufen kön-nen. Es liegt in der Entscheidung der Schulen, welche Schüler in welcher Höhe Zuschüsse zum Mittag-essen erhalten. Es ist weder die namentliche Benennung der Schülerinnen und Schüler noch die Vorla-ge von Einkommensnachweisen erforderlich.

Die Abwicklung läuft nicht über den Schulträger, sondern direkt zwischen der Karl-Kübel-Stiftung und der jeweiligen Schule, an die auch die Zuschüsse ausgezahlt werden.

Umstellung auf G 9 in der Gesamtschule Mücke

Im Vorgriff auf ein noch zu beschließendes Änderungsgesetz zum Schulgesetz hat das Hessische Kul-tusministerium allen kooperativen Gesamtschulen die Möglichkeit eröffnet, bereits zum kommenden Schuljahr den Gymnasialzweig auf G 9 umzustellen.
Von den vier Vogelsberger kooperativen Gesamtschulen will die Gesamtschule Mücke davon Gebrauch machen. Es ist die einzige Gesamtschule in unserem Zuständigkeitsbereich, die im Gymnasialzweig erst mit der Jahrgangsstufe 7 beginnt und die Förderstufe noch für alle 3 Schulformen hat; daher bietet sich die schnellstmögliche Umstellung auf G 9 an. Auch der einzige G 8-Jahrgang, der sich zur Zeit in der Jahrgangsstufe 7 befindet, soll auf G 9 umgestellt werden, so dass alle Gymnasialschüler in Mücke künftig wieder die Jahrgänge 7 – 10 besuchen werden. Diese Entscheidung basiert auf dem eindeuti-gen Elternwillen der betroffenen Schüler und ist durch zustimmende Beschlüsse sämtlicher Schulgre-mien abgedeckt.
Ob die beiden anderen drei kooperativen Gesamtschulen in Homberg, Schotten und Grebenhain  in den nächsten Schuljahren diesem Schritt folgen werden, ist noch offen.
 

Bestandsicherung der Filialschule Storndorf
durch Elternentscheidung:
Einschulung des kompletten Jahrgangs der Großgemeinde Schwalmtal in Storndorf sichert Standort für mindestens zwei Schuljahre

Durch rückläufige Einschulungszahlen werden im Bereich der Gemeinde Schwalmtal künftig nur noch vier bis fünf Klassen gebildet werden können. Ein Fortbestand der Filialschule Storndorf setzt aber vor-aus, dass mindestens 5 Klassen vorhanden sind, von denen zwei in Storndorf beschult werden.

Eine Fortführung des Schulbetriebes in Storndorf ab dem kommenden Schuljahr ist nur möglich, wenn das gesamte erste Schuljahr aus der Gemeinde Schwalmtal in Storndorf eingeschult wird, obwohl der größere Teil der Schüler aus dem Bereich  Brauerschwend kommt. In mehreren Gesprächen mit der Schulleitung und dem Schulelternbeirat unter der Federführung des Staatlichen Schulamtes und des Schulverwaltungsamtes, sind die betroffenen Eltern am 24. April 2008 in einer Elternversammlung in-formiert worden.

Mit großer Mehrheit haben sich die Eltern mit der Einschulung des 1. Schuljahres in Storndorf einver-standen erklärt, um diese Filialschule erhalten zu können. Da im darauf folgenden Schuljahr 2009/10 ein starker Jahrgang eingeschult wird und voraussichtlich letztmals zwei Klassen gebildet werden kön-nen, von denen dann wiederum eine in Storndorf unterrichtet werden kann, ist der Fortbestand der Fili-alschule zunächst für die nächsten beiden Schuljahre gesichert.

Schulbuskontrollen im Vogelsbergkreis

Nach immer wieder von verschiedensten Stellen vorgetragenen Beschwerden über die Sicherheit und angebliche Überfüllung der Schulbusse hat sich der Schuldezernent in Abstimmung mit dem Schulver-waltungsamt entschlossen, künftig verstärkt und flächendeckend Schulbuskontrollen durchzuführen.

Eine erste Kontrolle fand an der Schule an der Wascherde in Lauterbach statt. Gemeinsam haben das Schulverwaltungsamt, die Polizei und Mitarbeiter der VGO in einer unangekündigten Kontrolle bei der morgendlichen Anfahrt alle ankommenden Busse in Augenschein genommen. Die Polizei inspizierte die Fahrzeuge auf technische Mängel und überprüfte die Fahrzeugpapiere; das Schulverwaltungsamt und der VGO überprüften die Auslastung und die Pünktlichkeit der Fahrzeuge.

Das Ergebnis ist insgesamt positiv zu bewerten. Grobe technische Mängel sind bei keinem Fahrzeug festgestellt worden; lediglich einige geringfügige Verstöße waren zu beanstanden. So fehlten z.B. teil-weise die Verbandskästen oder der TÜV war bei den Feuerlöschern abgelaufen. Auch was die Pünkt-lichkeit und die Auslastung der Fahrzeuge betraf, war das Ergebnis gut. Bei keinem Fahrzeug sind die Vorgaben überschritten worden.

Noch in diesem Jahr wird es weitere Schulbuskontrollen zunächst an den großen Schulstandorten ge-ben, die dann auch in den Folgejahren kontinuierlich durchgeführt werden sollen.

Freiwilliges soziales Jahr an Hessischen Schulen

Mit Beginn des Schuljahres 2008/09 können Jugendliche und Erwachsene an Hessens Schulen ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. In Abstimmung zwischen Kultusministerium und Sozialministerium wird jungen Menschen nun auch in den Schulen im Lebensabschnitt zwischen Schule und Ausbildung bzw. Studium angeboten, ihre Zukunftspläne und Berufswünsche zu klären und Erfahrungen im Ar-beitsalltag zu sammeln. Damit können sich die Schulen gegenüber ihrem Umfeld weiter öffnen. Ob die-se jungen Leute nur für pädagogische Aufgaben eingesetzt werden oder z.B. auch im Betreuungs- und Ganztagsbereich, ist  noch offen. Ein entsprechender Aufgabenkatalog wird derzeit im Kultusministeri-um erarbeitet.

Bekämpfung der Blauzungenkrankheit
Impfung von Schafen, Ziegen und Rindern

Die einmalige Impfung im Jahr 2008 von 14.500 Schafen und Ziegen bei ca. 600 Schaf- und Ziegen-haltern läuft seit Anfang Juni. Sie wird durchgeführt von 21 praktizierenden Tierarztpraxen im Vogels-bergkreis.
Seit 11. Juni erfolgt auch die Impfung der Rinder. Dabei ist eine zweimalige Impfung notwendig um einen Impfschutz zu gewährleisten. Im Vogelsbergkreis  müssen in 1033 Rinderhaltungen ca. 56.000 Tiere geimpft werden.

Tagesbetreuungsausbaugesetz – Ausbau der Kinder-Tagesbetreuung für unter Dreijährige

Der Ausbau von Betreuungsangeboten für unter Dreijährige nimmt nun auch im Vogelsbergkreis Fahrt auf. Durch den Erlass einer entsprechenden Förderrichtlinie hat das Land die Verteilung von Mitteln, die der Bund für diesen Zweck zur Verfügung stellt, geregelt. Hessen erhält für die Jahre 2008 bis 2013 insgesamt rund 165,2 Millionen Euro; für den Vogelsbergkreis bedeutet das, dass in einem ersten Schritt für das Jahr 2008 über 877.000 Euro abgerufen werden können.

Im Kreis selbst wurden die Voraussetzungen zum Abruf dieser Mittel geschaffen; der Jugendhilfeaus-schuss hat am vergangenen Montag, dem 9. Juni, die von der Koordinationsstelle Kinderbetreuung durch umfangreiche Bestands- und Bedarfsermittlung erarbeitete Prioritätenliste sowie die Bedarfspla-nung für unseren Kreis verabschiedet. Ziel ist es, die Versorgungsquote von derzeit ca. 10,6 % schritt-weise auf 35 % in 2013 zu erhöhen.

Vogelsbergbahn – Neun Partner unterzeichneten Eckpunktepapier – Die Signale stehen auf Grün

Am 10. Juni haben neun Partner in Grünberg ein Eckpunktepapier unterzeichnet, das die Vogelsberg-bahn, das Rückgrat unseres ÖPNV-Angebots, nachhaltig und langfristig sichert. Ich freue mich sehr über diese Übereinkunft.

Die Deutsche Bahn (DB Netz AG), die Städte Gießen und Fulda, die Landkreise Gießen, Fulda und Vogelsberg, die Arbeitsgemeinschaft der Anliegerkommunen, der Zweckverband Oberhessische Ver-sorgungsbetriebe und der Rhein-Main-Verkehrsverbund sehen gemeinschaftlich in der Vogelsbergbahn ein wichtiges Netzglied zwischen Gießen und Fulda mit entsprechenden Anschlusskorridoren sowohl ins Rhein-Main-Ballungsgebiet als auch zwischen den Kommunen entlang der Strecke.

Die Vogelsbergbahn soll nicht nur dauerhaft erhalten werden, sondern verkehrlich weiter entwickelt und attraktiviert werden.  Eine Erhöhung der Geschwindigkeit der Züge wird angestrebt. Der Grundtakt soll werktags bei stündlich bleiben. Unter Finanzierungsbeteiligung der Partner sollen spurtstarke Fahrzeu-ge angeschafft werden. Man verständigte sich auch darauf, eine Voruntersuchung zum barrierefreien Ausbau aller verkehrlich sinnvollen und betrieblich möglichen Haltepunkte in Auftrag zu geben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 90 Prozent aller Fahrgäste in 8 Bahnhöfen zusteigen. Hierzu zählen Lauter-bach, Alsfeld und Mücke.

Im Zeitraum 2003 bis 2007 hat die DB Netz AG 34 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert, haupt-sächlich für neue Brücken. Die Vogelsbergbahn ist 105 Kilometer lang und führt über 62 Brücken und 107 Bahnübergänge.